30.09.2020 15:43 Uhr - Europameisterschaft - Eric Dobias, dpa und red

Deutsche Handball-Frauen haben "richtig Bock" auf Neustart gegen den Weltmeister

Kim NaidzinaviciusKim Naidzinavicius
Quelle: Jörg Zehrfeld
Die WM-Tränen sind längst getrocknet, die verpasste Olympia-Qualifikation spukt nicht mehr in den Köpfen. Gut zehn Monate nach ihrem letzten Auftritt kehren die deutschen Handball-Frauen mit viel Energie und großem Enthusiasmus auf das Parkett zurück. "Alle haben Bock. Es herrscht eine positive Stimmung", berichtete Bundestrainer Henk Groener vor dem Doppel-Test gegen Weltmeister Niederlande am Donnerstag (18.15 Uhr) und Samstag (16.45 Uhr/beide Sport1) in Lingen und versicherte: "Die WM ist abgehakt, Olympia auch."

Nach einem halben Jahr Corona-Pause ist die Vorfreude bei den Spielerinnen riesengroß. "Alle sind motiviert und mit viel Spaß bei der Sache", sagte Kapitänin Kim Naidzinavicius am Mittwoch. "Die Pause war viel zu lang. Alle haben sich danach gesehnt, wieder in dieser Konstellation zu trainieren."

Seit Montag bereitet Groener den 22 Spielerinnen umfassenden Kader auf den ersten Härtetest für die EM im Dezember vor. "Wir waren vom Betreuerstab überrascht, wie gut das Zusammenspiel funktioniert in ersten Einheiten. Wenn man sich neun Monate nicht sieht, ist das nicht selbstverständlich. Es war ein problemloser Einstieg von Mareike Thomaier und Annika Lott", so Groener.

Verzichten muss er auf die beiden Leistungsträgerinnen Emily Bölk und Julia Behnke, die wegen insgesamt zehn Corona-Fällen bei ihrem Verein FTC Budapest nicht nach Deutschland kommen konnten. Rückraumspielerin Bölk befindet sich immer noch in Quarantäne und fällt definitiv für beide Partien aus, bei Kreisläuferin Behnke besteht noch die leise Hoffnung auf ein Mitwirken in Spiel zwei.

Groener: "Ergebnis zweitrangig"




Gegen das Oranje-Team, das bei der WM in Japan im vergangenen Dezember erstmals den Titel gewann, garantiert der Bundestrainer allen Spielerinnen Einsatzzeiten. "Wir wollen sehen, wie sich alle entwickelt haben. Das Ergebnis in den beiden Testspielen ist zweitrangig", sagte der am Dienstag 60 Jahre alte gewordene Groener. Denn die Zeit bis zur Europameisterschaft vom 3. bis 20. Dezember in Norwegen und Dänemark ist knapp bemessen. Umso erfreuter ist der Niederländer darüber, "dass die Spielerinnen in der langen Pause sehr gut gearbeitet haben".

Für konkrete Zielvereinbarungen ist es zwar noch zu früh, doch die generelle Marschroute für das Turnier ist klar. "Wir wollen einen Schritt vorankommen und uns der Spitze deutlich annähern. Das ist die Erwartung des Verbandes", betonte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. "Wir wollen mit den Weltklasseteams nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen", sagte Groener. So wie in Ansätzen bei der WM, wo der DHB-Auswahl ein überraschender Sieg gegen den Weltmeister gelang.

Dieses Kunststück wollen die DHB-Handballerinnen beim Neustart nach der Corona-Auszeit möglichst wiederholen. Das würde viel Selbstvertrauen für die schwierige EM-Mission geben. "Wir haben bei der WM gesehen, dass wir mithalten können. Aber auch, dass wir unsere Leistung nicht auf die Platte bringen, wenn es um die Wurst geht. Wir brauchen mehr Kontinuität bei steigender Belastung", sagte die 29 Jahre alte Rückraumspielerin vom Bundesligisten SG BBM Bietigheim. Die Länderspiele gegen die Niederländerinnen kommen da gerade recht: "Es ist gut, dass wir uns mit den Besten messen. Wir dürfen keine Zeit verschwenden."

DHB-Video: Impressionen vom Lehrgang




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