27.09.2020 14:28 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Branka Zec und Mariel Wulf sichern VfL Waiblingen den Sieg gegen TVB Wuppertal

8 Tore: Sinah Hagen8 Tore: Sinah Hagen
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
In einem rasanten Zweitligaspiel feierten die Tigers aus Waiblingen nach dem Sieg in Freiburg nun auch ihren ersten Heimsieg der Saison. Dank ihrer starken Torhüterin Branka Zec und dem gelungenen Debüt von Mariel Wulf im Waiblinger Trikot bezwang der VfL den TVB Wuppertal mit 31:27 (17:14).

Der Gastgeber legte vor rund 230 Zuschauern einen Blitzstart hin: Nach nur 41 Sekunden führte der VfL durch einen Doppelschlag von Simona Nikolovska mit 2:0. Der starke Rückraum mit Sinah Hagen, Caren Hammer und Vanessa Nagler erhöhte bis zur 6. Minute auf 5:1. Schon früh nahm TVB-Trainer Dominik Schlechter die erste Auszeit. Zunächst noch ohne Erfolg. Hagen mit ihrem bis dahin schon vierten Treffer netzte in der 12. Minute zum 8:5 ein.

Dann brach der Angriffswirbel der Waiblingerinnen ab, auch weil sich die TVB-Abwehr besser auf den VfL-Rückraum eingestellt hatte und zu mehr Fehlern zwang. Wuppertal nutze nun die zunehmende Fehlwurfquote des VfL mit zahlreichen erweiterten Tempogegenstößen und starkem Ein-gegen-Eins-Spiel konsequent aus. Die daraus resultierende Strafwürfe verwandelte Ramona Ruthenbeck allesamt souverän (7 Tore). Anna Lena Bergmann erzielte mit ihrem Treffer zum 10:9 (16. Minute) die erstmalige Gästeführung.

Doch die Waiblingen Tigers berappelten sich, spielten nun variantenreicher und bezogen auch Kreisläuferinnen und Außenspielerinnen erfolgreicher in das Spiel ein. Der VfL verdaute auch das Ausscheiden von Caren Hammer, die nach einem harten Foul verletzt das Feld verlassen musste. So kam Waiblingens Neuzugang Mariel Wulf nach überstandenem Kreuzbandriss erstmal im Tigers-Trikot zum Einsatz. Gleich ihr erster Wurf schlug im Wuppertaler Gehäuse ein. Wulfs Treffer zum 14:11 brachte dem VfL die Drei-Tore-Führung zurück, die auch nach rasanten 30 Minuten zum Halbzeitpfiff Bestand hatte (17:14).

Zeitz: "Haben vier bis fünf Fehler weniger als Wuppertal gemacht"




Nach dem torreichen ersten Durchgang lief nach dem Wiederanpfiff im Waiblinger Angriff zunächst gar nichts mehr. Zu wenig Druck und Torgefahr - die Gäste hatten wenig Mühe, die Offensivbemühungen des VfL zu verteidigen. Fünf Minuten nach Wiederbeginn hatte Wuppertal das Ergebnis erneut gedreht und führte durch den Treffer von Michelle Stefes mit 18:17.

Dass Waiblingen nicht höher in Rückstand geriet, hatte die Tigers ihrer Torhüterin Branka Zec zu verdanken: Der Neuzugang aus Göppingen hatte schon im ersten Durchgang überzeugt, glänzte nun mit weiteren tollen Paraden und hielt ihr Team so im Spiel. Die Abwehr vor der slowenischen Nationaltorhüterin stabilisierte sich zunehmend, Wuppertal kam nun in fast jedem Angriff in Zeitspielnot und musste aus wenig optimalen Wurfpositionen abschließen. Das 23:20 durch Vanessa Nagler bedeutete zum wiederholten Male eine Drei-Tore-Führung für den VfL (47. Minute).

Endgültig auf die Siegerstraße bog Waiblingen jedoch erst in den letzten zehn Minuten der Partie ein. Die Gäste erzielten zunächst noch den Abschlusstreffer zum 22:23. VfL-Trainer Thomas Zeitz stellte dann seinen Rückraum um, wechselte Mariel Wulf auf Halblinks ein. Mit dem erhofften Erfolg: Die junge und wurfgewaltige Rechtshänderin erzielte in der Schlussphase drei blitzsaubere Tore und trug damit, neben Torhüterin Zec, wesentlich zum schlussendlichen 31:27-Heimerfolg der Tigers bei.

In der anschließenden Pressekonferenz waren sich die beiden Trainer Zeitz und Schlechter einig, dass ihre Teams in der Partie mehrere Wellentäler durchliefen. "Letztendlich haben wir die vier bis fünf Fehler weniger als Wuppertal gemacht, was man nun auf der Anzeigetafel sieht", resümierte VfL-Coach Zeitz und bescheinigte den weiterhin punktlosen Gästen aus Wuppertal eine gute Leistung: "Ihr werde eure Punkte sicher noch holen".

"Da sind wir dann doch 2-3 Tore besser gewesen als das Endergebnis es darstellt", meinte Schlechter nach dem Spiel. "Die Mädels haben wirklich alles in die Waagschale geworfen, sind mehrfach nach Rückständen wieder zurückgekommen und hatten in der 38.Spielminute sogar die Gelegenheit mit 2 Toren in Führung zu gehen. Das ist uns aber leider nicht gelungen, und am Ende hat dann doch die erfahrenere und vielleicht etwas druckresistentere Mannschaft die Nase vorn", so der sichtlich enttäuschte Beyeröhder Coach.

"Wenn mir jemand vor 4 Wochen diese Resultate gegen die Top-Teams von Zwickau und Waiblingen angeboten hätte, wäre ich sofort dabei gewesen. Nach den Spielverläufen ist es nun allerdings wirklich bitter, dass wir da nicht den einen oder anderen Punkt gemacht haben! Die Mädels sind hochengagiert im Training und wir arbeiten weiter", so Schlechter abschließend.

VfL Waiblingen - TVB Wuppertal 31:27 (17:14)




VfL Waiblingen: Zec, Meißner;
Nagler (4), Teixeira da Silva, Zeba (3), Hagen (8), Wulf (4), Hammer (2), Smits (1/1), Padutsch, De Bellis (4/1), Nikolovska (2), Ridder (3), Jäger

TVB Wuppertal: Grewe, Centini;
Schmitz, Ruthenbeck (9/7), Wagner (7), Kürten (2), Stefes (3), Matavs (3), Bratzke, Bergmann (3), Stens, Weisz, Havel, Krogh

27.09.2020 - "Haben uns ins Spiel gekämpft": Rödertalbienen bringen Füchse Berlin ins Wanken