27.09.2020 11:21 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Bayer 04 Leverkusen bei Niederlage gegen Bensheim/Auerbach zunächst "ohne Herz"

Ines Ivancok überwand Leverkusens Deckung sechsmalInes Ivancok überwand Leverkusens Deckung sechsmal
Quelle: Andrea Müller/Flames Handball
"Bensheim war gut auf uns vorbereitet und hat verdient gewonnen. In der ersten Halbzeit stand nicht die Mannschaft auf dem Feld, die ich eigentlich kenne. Es wurde ohne Herz gespielt und die Verantwortung weitergegeben", so die erste Analyse von Trainerin Renate Wolf nach der 20:23-Niederlage der Werkselfen des TSV Bayer 04 Leverkusen bei den HSG Bensheim/Auerbach Flames.

Die fast dreiwöchige durch Spielverlegungen bedingte Spielpause hat den Leverkusenerinnen offensichtlich nicht gutgetan. Während die Gastgeberinnen den Rückenwind von 6:0-Punkten mit in die Partie nahmen, blieb auf Seiten der Werkselfen besonders in der 1. Halbzeit vieles Stückwerk. "Wir haben heute gerackert und geackert und eine richtig gute erste Halbzeit gespielt und bärenstark in der Abwehr gestanden", so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm mit Blick auf den 13:9-Halbzeitstand.

Wenig Durchschlagskraft im Angriff, dazu eine Abwehr, die zu oft den berühmten Schritt zu spät kam - in die ersten 30 Minuten funktionierte auf Bayer-Seite herzlich wenig. Zu allem Überfluss erhielt Spielmacherin Mareike Thomaier nach 25 Minuten die Rote Karte für ein Foul auf Außen. Damit fehlte neben Zoe Sprengers in der zweiten Hälfte eine weitere Alternative. Die Linksaußen aus den Niederlanden fehlte im Kader, da sie sich nach einem Corona-Erstkontakt in Quarantäne begeben hatte.

Nach dem Wechsel lief es dann aus Sicht der Gäste besser. Nach Zivile Jurgutytes Treffer zum 17:19 (46.) keimte wieder ein wenig Hoffnung auf einen möglichen Punktgewinn auf, doch im Angriff unterliefen den Leverkusenerinnen dafür zu viele Fehler. "Wir standen dann in der Abwehr gut und engagiert und hatten viele Möglichkeiten nach vorne. Doch wir haben zu viele Bälle leichtfertig weggegeben, ohne dass der Gegner etwas dafür tun musste. So kann man dann nicht gewinnen", ärgerte sich Wolf.

Wolf: "Am Ende knapper an, als es sich für mich anfühlt"




So war spätestens beim 23:18 durch Bensheims Lotta Heider die Entscheidung zugunsten der Gastgeberinnen gefallen. Die Treffer von Jennifer Souza und Annefleur Bruggeman in der Schlussminute waren nicht mehr als Ergebniskosmetik. "In der 2. Halbzeit haben wir viel mehr Fehler gemacht, wir haben Bälle weggeben und Leverkusen eigentlich eingeladen. Zum Glück hat Leverkusen heute die Geschenke nicht angenommen und selbst ganz viele Fehler gemacht. Nichtsdestotrotz haben wir heute nur 20 Tore bekommen, auch dank einer starken Helen im Tor. Insgesamt sind die 2 Punkte verdient, weil wir im Großen und Ganzen die bessere Mannschaft waren und heute unser Potential abgerufen haben", so Heike Ahlgrimm.

"In der 2. Halbzeit hat meine Mannschaft zumindest in der Abwehr richtig gut gespielt. Wir haben engagiert gespielt und viele Möglichkeiten gehabt. Aber wir haben vorne viele Bälle verschenkt, ohne dass der Gegner was dazu beigetragen hat. Wir hatten viele Fehlpässe, viele Zuspiele haben den Mitspieler nicht gefunden. So kann man nicht auswärts und so kann man auch nicht in Bensheim/Auerbach gewinnen", so Wolf, die abschließend betonte: "23:20 hört sich am Ende knapper an, als es sich für mich anfühlt."

Für Bensheims Trainer Heike Ahlgrimm war es nach dem vierten Sieg im vierten Spiel naturgemäß ein gelungener Abend: "Ich bin stolz auf die Mädels, da sie sich den Sieg erkämpft haben. Besonders unsere Abwehr war in der 1. Halbzeit bärenstark. Nur 20 Gegentore ist hervorragend. Die bessere Mannschaft hat heute gewonnen."

Da am kommenden Wochenende zwei Testländerspiele gegen die Niederlande anstehen, haben die Werkselfen erneut eine Spielpause zu verkraften. Weiter geht es in der Bundesliga erst wieder am Sonntag, 11. Oktober mit der Partie beim Buxtehuder SV.

HSG Bensheim/Auerbach - TSV Bayer 04 Leverkusen 23:20 (13:9)




Bensheim: Kockler, van Beurden;
Hurst (3), Kockel (1), Heider (1), Stuttfeld, Soffel (2), Friedberger (6/4), Kühlborn (2), van Gulik (1), Ivancok (6), Niewiadomska (1/1), Visser

Leverkusen: Fehr (bei einem 7m), Graovac;
Thomaier, Jurgutyte (5), Hinkelmann (n.e.), Zschocke (3), Holste (1), Souza (2), Kämpf (n.e.), Bruggeman (1), Keita (3), Polsz (n.e.), Einarsdottir (1), Huber (4/3)

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Bamberg)
Zuschauer: 250
Strafminuten: 8:6 Minuten (Hurst/zweimal, Soffel, Visser - Zschocke, Souza und Disqualifikation Thomaier/25.)
Siebenmeter: 5/6 ; 3/4 (Friedberger scheitert an Graovac - Huber über das Tor)


Spielfilm: 0:1 (3.), 1:2 (6.), 3:2 (7.), 3:3 (8.), 5:3 (9.), 5:4 (10.), 6:5 (13.), 7:6 (15.), 9:6 (20.), 9:7 (21.), 12:7 (27.), 12:8 (28.), 13:9 (30.) - 14:9 (33.), 16:10 (34.), 16:13 (38.), 17:14 (40.), 19:17 (46.), 21:17 (49.), 23:18 (57.), 23:20 (60./EN)

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