27.09.2020 09:51 Uhr - Champions League - PM Bietigheim, red

SG BBM Bietigheim hat bei Niederlage gegen Vipers Kristiansand "mit Mut und Leidenschaft gespielt"

6/2 Tore: Julia Maidhof6/2 Tore: Julia Maidhof
Quelle: Marco Wolf
Am 3. Spieltag der EHF Champions League verloren die Frauen der SG BBM Bietigheim am Abend nach einer starken Leistung mit 29:33 (14:15) gegen die Vipers Kristiansand und bleiben in der europäischen Königsklasse damit weiter sieglos.

Nach dem holprigen Start in die europäische Königsklasse mit zwei deutlichen Niederlagen gegen das Team Esbjerg und Metz Handball wollten die Bietigheimerinnen heute gegen den favorisierten norwegischen Meister Vipers Kristiansand eine verbesserte Leistung aufs Parkett bringen. Anna Loerper und Karolina Kudlacz-Gloc standen verletzungsbedingt ebenso wenig im Aufgebot wie Leonie Patorra, die sich noch im Aufbautraining befindet.

Die SG BBM kam durch Julia Maidhofs ersten Treffer gut ins Spiel, zeigte sich aggressiv im Abwehrverhalten und konzentriert im strukturierten Angriffsspiel. Die Anfangsphase gestaltete sich ausgeglichen, jedoch zeigten sich die Gastgeberinnen zu ihren letzten internationalen Auftritten stark verbessert.

Wie zuletzt in der Bundesliga konnten sich die SG-Ladies wieder auf ihr Torhüterinnenduo Emily Sando und Valentyna Salamakha verlassen. In der 15. Minute ging die SG BBM durch Antje Lauenroth über Linksaußen mit 10:9 in Front, worauf Gästecoach Ole Gustav Gjekstad seine erste Auszeit nahm. Durch zwei schnelle Treffer hintereinander schoben sich die Vipers wieder einen Zähler vor die Bietigheimerinnen.

Nach 18 gespielten Minuten, beim Spielstand von 10:12, konterte SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch mit seiner grünen Karte auf den Zeitnehmertisch. Danach gelang Antje Lauenroth nach einem feinen Spielzug über Xenia Smits und Stine Jørgensen sehenswert der Anschluss. Xenia Smits besorgte vor der mit 464 Zuschauern nach den Hygienevorgaben ausverkauften MHPArena den umjubelten Ausgleich. Bis zur Pause blieb es weiter ein packendes Match auf Champions League-Niveau, mit einem knappen 14:15 für Kristiansand endete der erste Durchgang.

Routine von Kristiansand setzt sich durch




Rasant begann der zweite Abschnitt, Bietigheim gleich schnell zum 16:16 aus. Im Kasten der Norwegerinnen stand nun Torhüterlegende Katrine Lunde, die nach 16-monatiger Verletzungspause ihr Comeback feierte. Ihr Team lag nach 35 Minuten mit 19:16 vorne. Bietigheim steckte nie auf, kämpfte leidenschaftlich weiter, agierte in der Defensive konzentriert und konnte mit der lautstarken Unterstützung der Fans auf 21:22 verkürzen.

In der 46. Minute holte Markus Gaugisch seine Spielerinnen beim 22:25 zur Auszeit - nach 49 Minuten erneut, als die Vipers mit 27:22 vorne lagen. Xenia Smits und Stine Jørgensen verkürzten im Anschluss auf 24:28. Kristiansand spielte nun seine ganze Routine aus und hielt die weiter konzentriert spielende SG-Ladies auf Distanz. Doch in der 56. Minute haute Antje Lauenroth aus unmöglichem Winkel das 27:31 in die Maschen, dazu gab es eine Zeitstrafe gegen die Vipers - Hoffnung keimte im SG-Lager auf.

Heidi Løke erhielt nach ihrer dritten Zweiminutenstrafe danach die rote Karte, Julia Maidhof knallte den Siebenmeter rein, doppelte Unterzahl gegen die Vipers - nur noch 28:31. Cheftrainer Markus Gaugisch setzte zurecht alles auf eine Karte, baute Druck mit der offenen 4:2-Deckung auf, sein Team hatte jedoch nicht das nötige Glück und Nora Mørk markierte nach einem gefühlt ewigen Angriff das spielentscheidende 28:32, Xenia Smits netzte zum 29:32. Die Ex-Bietigheimerin Hanna Yttereng setzte den Schlusspunkt in einer sehenswerten Partie.

SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch sagte nach dem Match: "Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber zufrieden mit der Art wie wir heute aufgetreten sind. Mein Team hat heute mit dem Mut und der Leidenschaft gespielt, die ich erwartet habe."

Bietigheim: Lauenroth 8, Maidhof 6/2, Smits 5, Østergaard 3, Naidzinavicius 3, Jørgensen 3, Schulze 1

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