25.09.2020 11:10 Uhr - 2. Bundesliga - Ralf Ohm - HNA und PM Liontfort

SG 09 Kirchhof hofft gegen TuS Lintfort auf Wiedergutmachung

Iva van der LindenIva van der Linden
Quelle: SG 09 Kirchhof
Klare Niederlagen, auch Klatschen genannt, haben den Vorteil, dass sie dem Verlierer keinen Raum geben, diese schön zu reden. Das 25:38 der SG 09 Kirchhof am letzten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga in Solingen war so eine. Entsprechend fiel die Reaktion von Diana Sabljak aus. "Wir haben versagt", gestand die SG-Kapitänin total frustriert. Und kündigte für die kommende Heimpartie gegen den TuS Lintfort (Sa. 18 Uhr Stadtsporthalle Melsungen) "Wiedergutmachung" an.

Kirchhof ist trotz der überraschend hohen Niederlage am letzten Spieltag in Gräfrath gut in die Saison gestartet und konnte in den vorherigen Spielen durchaus überzeugen. "Die Niederlage wird sicher dazu führen, dass die SG im Heimspiel auf Wiedergutmachung aus ein wird, das wird kein einfacher Gang" stellt sich Bettina Grenz-Klein, Trainerin beim TuS auf das schwere Spiel ein. "Kirchhof hat ungewöhnlich starke Individualistinnen im Team und überzeugt mit einem durchschlagskräftigem Rückraum", weiß die Übungsleiterin.

Vor diesem Unterfangen wünscht sich der SG-Trainer indes eine Ursachenanalyse. "Mir ist es rätselhaft, warum die Mannschaft jegliche kämpferische Einstellung hat vermissen lassen", fragt Gernot Weiss. Das hat er allerdings mit seinen Schützlingen gemein, die sich nach dem Spiel bestürzt und verschämt anschauten, ohne sich ihr Versagen, auch Tage danach, erklären zu können. "Wir waren gleich am Anfang des Spiels in einem schwarzen Loch und sind da nicht wieder raus gekommen", sagt Diana Sabljak.

Also gilt es diesem Mysterium zum Trotz den Schalter umzulegen. Für den SG-Coach heißt das, "entschlossen in die Zweikämpfe zu gehen und dann auch zu gewinnen." Also über den Kampf die Unsicherheit aus den Köpfen schütteln und ins Spiel finden.

Ex-Kirchhoferin Lucas aus Rechtsaußen gesetzt


Gegen einen ebenfalls zuletzt arg gerupften Gegner, der mit zwei Niederlagen einen Fehlstart hingelegt hat. Damit konnte das Team die guten Eindrücke der Vorbereitung (u.a. ein 29:27 gegen den niederländischen Meister Amsterdam und ein 27:27 gegen den Vize-Meister Venlo) nicht bestätigen.

Bettina Grenz-Klein macht dafür einen "Realitätsschock" gerade bei den Spielerinnen verantwortlich, für die die 2. Liga und die dort übliche Härte noch Neuland sind. Gerade auf der Mitte fehlt der dynamischen Prudence Kinland die Erfahrung der beiden Däninnen Mie Norup Isaksen und Loes Vandewal, die den Verein verlassen haben.

Nichtsdestotrotz strahlen auf den Halbpositionen Naina Klein (links) und Lisa Kunert (rechts) viel Torgefahr aus, zudem hat sich Leonie Lambertz zum Rücktritt vom Rücktritt entschlossen. Auf Rechtsaußen ist die ehemalige Kirchhoferin Andra Lucas gesetzt, mit der die TuS-Trainerin "sehr zufrieden ist". Verzichten muss sie allerdings auf die niederländische Nationaltorhüterin Yara ten Holte (Zweitspielrecht), weil die beim Meister BVB Dortmund unabkömmlich ist.

Grenz-Klein: "Gute Leistung in Kirchhof wäre schon mal ein Anfang"


Wenn Lintfort eine Chance haben will, müssen die vielen technischen Fehler abgestellt werden, die sich die Spielerinnen immer wieder erlauben. "Damit bringen wir uns regelmäßig um unsere Chancen, das muss schnell besser werden" fordert Grenz-Klein. Daneben sieht sie vor allem im Abwehrverband erhebliches Steigerungspotenzial, auch wenn mit Eva Legermann eine Schlüsselspielerin länger ausfallen wird.

"Eine gute Leistung in Kirchhof wäre schon mal ein Anfang und ein wichtiger Schritt vor der Spielpause, in der wir dann konzentriert weiterarbeiten müssen", blickt Grenz-Klein nach vorne. Aber zunächst gilt es erst einmal, in Kirchhof eine engagierte und konzentrierte Leistung abzurufen.

An der Ausgangsposition für die SG ändert das nichts. Sie wird sich, besonders in der Abwehr, erheblich steigern müssen. Um auf den Erfolgsweg zurück zu finden. Und damit die Schlappe in Solingen als Ausrutscher durchgeht.