26.09.2020 11:36 Uhr - 2. Bundesliga - chs mit Material Vereine

Spitzenpartie in Herrenberg: Die Vorschau auf den 4. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen

Die SG H2Ku Herrenberg ist ebenso wie Gegner HSV Solingen-Gräfrath noch ungeschlagen. Die SG H2Ku Herrenberg ist ebenso wie Gegner HSV Solingen-Gräfrath noch ungeschlagen.
Quelle: Hansepixx, SVW
Geballt am Samstag findet der 4. Spieltag in der 2. Handball Bundesliga der Frauen statt. Vier Teams sind nach drei Spieltagen noch verlustpunktfrei, doch zwischen der SG H2Ku Herrenberg und dem HSV Solingen-Gräfrath wird mindestens eine weiße Weste fallen. Spitzenreiter Füchse Berlin reist zum HC Rödertal und Sportdeutschland.TV überträgt live. Die Partie zwischen dem BSV Sachsen Zwickau und dem SV Werder Bremen wurde coronabedingt abgesagt.

Vier Teams warten noch auf den ersten Saisonsieg - auch, wenn der TSV Nord Harrislee bereits mit einem Pluspunkt in das Heimspiel gegen Schlusslicht HSG Freiburg geht. Der TVB Wuppertal hingegen könnte mit einem Auswärtssieg zu Gegner VfL Waiblingen aufschließen, während der TuS Lintfort zur gut gestarteten SG 09 Kirchhof reist. Der Sieger zwischen der TG Nürtingen und dem HC Leipzig kann sich im oberen Tabellendrittel festsetzen.

Samstag, 26. September


17.00 BSV Sachsen Zwickau vs. SV Werder Bremen

Das Spiel wurde coronabedingt abgesagt (wir berichteten).

17.30 TSV Nord Harrislee vs. HSG Freiburg

Am Samstag, den 26.9.2020, um 17:30 Uhr treffen die Red Sparrows nach über 700 Kilometern Fahrt in der Holmberghalle an der dänischen Grenze auf den TSV Nord-Harrislee. Dieser Nord-Süd-Kracher ist damit gleichzeitig das Duell der am weitesten entfernten Mannschaften im deutschen Handballsport.

Letzte Woche verspielten die Nordfrauen beim HC Leipzig noch kurz vor Schluss die Führung und konnten somit "nur" einen Punkt beim 26:26 mitnehmen. Für die Red Sparrows stellt das Spiel nicht nur sportlich eine große Herausforderung dar. Um am Samstag so ausgeruht wie möglich die Partie bestreiten zu können, sind die Freiburgerinnen mit dem Mannschaftsbus schon am Freitagnachmittag losgefahren, übernachteten in Göttingen und legten dann das letzte Streckenstück am Samstag zurück.

Personell ist die Situation wieder entspannter für die Breisgauerinnen. Während sich Jessica Peter und Kim Schmitt weiterhin auf ihr Comeback vorbereiten, können die Red Sparrows diese Woche wieder auf Leonie Hartl, Maja Zeides und Christiane Baum zählen. Alle drei fehlten den Red Sparrows letzte Woche bei der Heimniederlage gegen den VfL Waiblingen.

18.00 SG 09 Kirchhof vs. TuS Lintfort



Klare Niederlagen haben den Vorteil, dass sie dem Verlierer keinen Raum geben, diese schön zu reden. Das 25:38 der SG 09 Kirchhof am letzten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga in Solingen war so eine. Entsprechend fiel die Reaktion von Diana Sabljak aus. "Wir haben versagt", gestand die SG-Kapitänin total frustriert. Und kündigte für die kommende Heimpartie gegen den TuS Lintfort (Sa. 18 Uhr Stadtsporthalle Melsungen) "Wiedergutmachung" an.

"Die Niederlage wird sicher dazu führen, dass die SG im Heimspiel auf Wiedergutmachung aus ein wird, das wird kein einfacher Gang", stellt sich Bettina Grenz-Klein, Trainerin beim TuS auf das schwere Spiel ein. "Kirchhof hat ungewöhnlich starke Individualistinnen im Team und überzeugt mit einem durchschlagskräftigem Rückraum", weiß die Übungsleiterin.

Vor diesem Unterfangen wünscht sich der SG-Trainer indes eine Ursachenanalyse. "Mir ist es rätselhaft, warum die Mannschaft jegliche kämpferische Einstellung hat vermissen lassen", fragt Gernot Weiss. "Wir waren gleich am Anfang des Spiels in einem schwarzen Loch und sind da nicht wieder raus gekommen", sagt Diana Sabljak.

Also gilt es diesem Mysterium zum Trotz den Schalter umzulegen. Für den SG-Coach heißt das, "entschlossen in die Zweikämpfe zu gehen und dann auch zu gewinnen." Also über den Kampf die Unsicherheit aus den Köpfen schütteln und ins Spiel finden.

Wenn Lintfort eine Chance haben will, müssen die vielen technischen Fehler abgestellt werden, die sich die Spielerinnen immer wieder erlauben. "Damit bringen wir uns regelmäßig um unsere Chancen, das muss schnell besser werden" fordert Grenz-Klein. Daneben sieht sie vor allem im Abwehrverband erhebliches Steigerungspotenzial, auch wenn mit Eva Legermann eine Schlüsselspielerin länger ausfallen wird.

"Eine gute Leistung in Kirchhof wäre schon mal ein Anfang und ein wichtiger Schritt vor der Spielpause, in der wir dann konzentriert weiterarbeiten müssen", blickt Grenz-Klein nach vorne. Aber zunächst gilt es erst einmal, in Kirchhof eine engagierte und konzentrierte Leistung abzurufen.

18.30 HC Rödertal vs. Füchse Berlin

Zum zweiten Mal ist der HC Rödertal im heimischen Bienenstock gefordert und zu Gast ist der Tabellenführer Füchse Berlin. Schon in der Vorbereitungsphase ließ HCR-Präsident Andreas Zschiedrich mit seiner Aussage zu den Spreefüxxen aufhorchen: "Für mich zählen die Berlinerinnen zum ganz engen Kreis der Favoritinnen, wenn es um die vordersten Plätze geht. Sie haben sich klug verstärkt. Trainerin Susann Müller hatte noch mehr Zeit, um ihre Spielphilosophie zu vermitteln."

HCR-Cheftrainer Karsten Schneider ahnte dies schon und mahnte bereits nach dem ersten Saisonspiel zur Geduld: "Ich habe schon einige Male gesagt, dass unsere Vorbereitungsphase wahrscheinlich bis Dezember andauert. Wir machen noch zu viele Fehler, die vermeidbar sind. Es dauert eben seine Zeit, bis alle Rädchen ineinandergreifen." Außerdem schraubte er die Erwartungen für das Spiel am kommenden Samstag zurück: "Die Spreefüxxe Berlin sind ein Aufstiegsfavorit. Aus meiner Sich ist es eines der einfachsten Heimspiele der Saison, denn wir sind klar in der Außenseiterrolle."

Allerdings will er die beiden Punkte nicht kampflos mit nach Berlin schicken: "Wir haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen. Wir wollen den starken Gegner nutzen, um uns selbst zu steigern und weiter zu entwickeln." Im letzten Aufeinandertreffen konnte Ann-Catrin Höbbel das Schwesternduell mit Linea-Sophie noch für sich entscheiden. Allerdings ging es schon damals sehr knapp zu und die Bienenmannschaft setzte sich erst in einer glücklichen Schlussphase mit 28:26 durch.

18.30 VfL Waiblingen vs. TVB Wuppertal



Die Tigers aus Waiblingen wollen den Schwung aus dem ersten Saisonsieg am vergangenen Wochenende in Freiburg ins Heimspiel gegen den TVB Wuppertal mitnehmen. "Die Mannschaft hat sich für ihre tolle Moral und ihre Einsatzbereitschaft mit einem Sieg belohnt", freute sich denn auch Tigers-Coach Thomas Zeitz über den 29:26-Erfolg.

"Auch wenn bei unseren Mädels der Aufwärtstrend klar erkennbar ist, sind wir gegen Waiblingen erneut in der Außenseiterrolle und wollen uns dort so gut wie möglich verkaufen", beurteilt TVB-Chef Norbert Koch die Ausgangssituation. Allerdings macht man beim TVB auch keinen Hehl daraus, dass man sich in der Rolle des Underdogs zur Zeit sehr wohl fühlt - nicht zuletzt um den Druck vom neu formierten, jungen Team zu nehmen. Bislang erfolgreichste Torschützinnen beim TVB sind Ramona Ruthenbeck (27/16 Tore) und Neuzugang Nika Matavs (13/1). Die beiden erzielten somit fast zwei Drittel aller bisherigen Wuppertaler Treffer.

Bei allem Respekt vor dem heutigen Gegner hat Waiblingen ein klares Ziel: VfL-Trainer Thomas Zeitz erhofft sich nun auch den ersten Heimerfolg der Saison. "Wichtig war, dass wir in Freiburg auch aus dem Rückraum torgefährlich waren. Wenn wir in der Abwehr noch etwas abgeklärter werden, geht es Stück für Stück voran in der Entwicklung des Teams." Weiterhin fehlen wird bei den Waiblingen Tigers Neuzugang Judith Tietjen. Die Linksaußenspielerin laboriert noch immer an der schweren Ellenbogenverletzung, die sich sich im Saisonauftaktspiel bei den Spreefüxxen Berlin zugezogen hat.

19.30 TG Nürtingen vs. HC Leipzig

Die TG Nürtingen hat die Chance, mit einem Erfolg gegen den HC Leipzig, mit 6:2 Punkten in die kleine Länderspielpause zu gehen. Und diese Chance wollen die Mädels um Trainerin Ausra Fridrikas nutzen. Im Gegensatz zur heftigen 20:36-Pleite in Berlin sind am Samstagabend die Metzinger Leihgaben Leatitia Quist und Katarina Pandza wieder mit von der Partie.

Die 53-jährige TG-Trainerin blickt zufrieden auf das Training in der letzten Woche. "Wir können gemeinsam gewinnen, aber jeder muss seine Leistung abrufen", betont sie. Den einzigen Vergleich mit dem mehrfachen Deutschen Meister, der sich gerade in einem Neuaufbau befindet, gewannen die TGlerinnen im Januar dieses Jahres 25:23.

Fridrikas weiß, dass ihr Team mit dem Duo Quist/Pandza variabler aufgestellt ist. HCL-Coach Fabian Kunze sieht die TGN als Favorit. Allerdings räumt er seiner Mannschaft durchaus Chancen ein, "wenn wir einen guten Tag erwischen und der TG nichts gelingt."

Nicht auflaufen wird bei Nürtingen Carmen Siller, Benitta Quattlender war diese Woche angeschlagen (Muskelzerrung). Dafür ist Lea Schuhknecht wieder voll einsatzfähig, so dass es durchaus Alternativen für den TG-Rückraum gibt. Mit wem der HCL ins Rennen geht, "entscheidet das Trainerteam um Chefcoach Fabian Kunze wie immer nach den Eindrücken der Trainingswoche", so die Leipziger im Vorfeld.

20.00 SG H2Ku Herrenberg vs. HSV Solingen-Gräfrath

Am vierten Spieltag trifft die SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend um 20 Uhr in der Markweghalle auf den HSV Solingen-Gräfrath 76. Beide Teams sind noch ungeschlagen und haben in ihren bisherigen Partien gleichermaßen souverän agiert. Kuties-Coach Mike Leibssle erwartet gegen den letztjährigen Aufsteiger ein Duell auf Augenhöhe: "Der HSV ist in dieser Form nicht mit der Mannschaft der vergangenen Saison zu vergleichen, er hat sich personell unheimlich verstärkt und ist in der Liga angekommen."

Ob man bei einem Duell zweier verlustpunktfreier Teams von einem Spitzenspiel sprechen kann? "Dazu ist es meiner Meinung nach noch zu früh in der Runde", lacht Leibssle, "dennoch wird es unser bisher stärkster Gegner sein." Wuppertal, Bremen und zuletzt Kirchhof haben die Stärken des Teams von HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler in den ersten drei Spielen bereits zu spüren bekommen.

"Das ist absolut keine Laufkundschaft, auch die Höhe der Ergebnisse hat überrascht", zeigt sich Mike Leibssle beeindruckt, "man darf ihnen keine Schwankungen als Angriffsflächen bieten, das wissen sie knallhart auszunutzen." Mit Vanessa Brandt haben sie zudem die aktuell drittbeste Torschützin der Liga in ihren Reihen. Im Schnitt erzielt die Rückraumlinke 8,7 Tore pro Spiel, zwei Plätze dahinter rangiert die Herrenbergerin Lea Neubrander mit sieben Toren.

Neubrander und Co. müssen am Samstag an die bisher gezeigten Leistungen anknüpfen. "Wir wollen den Schwung aus dem Bremen-Spiel mit in die Markweghalle nehmen", blickt Leibssle voraus. "Alle Spielerinnen sind nun heiß auf das zweite Heimspiel. Können wir unsere Schwächephasen eindämmen, sehe ich für uns durchaus Chancen auf weitere zwei Punkte." Verzichten muss er weiterhin auf Anika Bissel, die an ihrem Comeback nach einer Oberschenkelverletzung arbeitet.

Die Spiele vom Wochenende




BSV Sachsen Zwickau 26.09.2020
17:00 Uhr
SV Werder Bremen
TSV Nord Harrislee 26.09.2020
17:30 Uhr
HSG Freiburg
SG 09 Kirchhof 26.09.2020
18:00 Uhr
TuS Lintfort
HC Rödertal 26.09.2020
18:30 Uhr
Füchse Berlin
VfL Waiblingen 26.09.2020
18:30 Uhr
TVB Wuppertal
TG Nürtingen 26.09.2020
19:30 Uhr
HC Leipzig
SG H2Ku Herrenberg 26.09.2020
20:00 Uhr
HSV Solingen-Gräfrath

HC Rödertal vs. Füchse Berlin im Livestream auf Sportdeutschland.TV