21.09.2020 15:42 Uhr - 2. Bundesliga - PM Zwickau und Erdinc Özcan-Schulz - Westdeutsche Zeitung, red

BSV Sachsen Zwickau gewinnt "intensives Spiel" bei TVB Wuppertal

11 Tore: Lena Hausherr11 Tore: Lena Hausherr
Quelle: Marko Unger, BSV
Nach sechzig Minuten starken Kampf, gutem Spiel und einer tollen Torhüterleistung gewinnt der BSV Sachsen Zwickau mit 27:22 (16:14) Toren beim TVB Wuppertal. Damit ist das Rentsch-Team auch nach dem dritten Saisonspiel weiter ungeschlagen und in der Tabellenspitzengruppe dabei.

Da haben sich die Strapazen doch gelohnt, 1050 Km Autobahn - 90 Minuten Spiel (mit Pause) und Sieg im Gepäck, da kommt doch Freude auf. Die Zwickauerinnen gingen zwar als leichter Favorit ins Spiel, doch die mahnenden Worte der Trainer waren nicht nur so daher gesagt.

Die Gastgeberinnen hatten sich einiges vorgenommen und hielten die Begegnung, auch dank ihrer besten Werferin Ramona Ruthenbeck (10/6), bis zum Schluss offen. Der 27:23-Sieg war eine echte starke Teamleistung der Muldenstädterinnen.

Es war aber auch ein Spiel mit sehr guten Torhüterleistungen auf beiden Seiten. Reihenweise brachten sie mit ihren Aktionen die gegnerischen Werferinnen zur Verzweiflung. Wobei der Zwickauerin Ela Szott mir drei vereitelten Siebenmetern ein besonderer Tag gelang.

Die 140 Zuschauern in der Langerfeld-Buschenburg Halle sahen ein, über die gesamte Spielzeit, intensives Spiel. Diese Intensivität führte aber auch zu Fehlerquellen, die etwas zu hoch waren und dadurch der Spielfluss immer wieder unterbrochen wurde. Die Sachsen brauchten nach Beyeröhdes 5:2-Start einige Zeit, um in die Partie zu kommen. Erst in der 18. Minute ließen die Wuppertalerinnen den haushohen Favoriten erstmals mit 8:7 an sich vorbei.

Doch im Gegensatz zum ersten Saisonheimspiel vor 14 Tagen, als die Beyeröhder Handballgirls nach ähnlichem Anfangsverlauf in Hektik verfielen, blieben sie diesmal am Gegner dran. Durch Anna Lena Bergmann konnte der TVB im Gegenzug nicht nur ausgleichen, sondern beim 14:13 sogar noch einmal in Führung gehen. Wenn die sonst so sichere Ramona Ruthenbeck nicht noch zweimal vom Punkt aus gescheitert wäre und einige TVB-Würfe besser vorbereitet worden wären, hätten die Fans sich sicherlich über ein besseres Halbzeitergebnis als den 14:16-Rückstand freuen können.

Im zweiten Durchgang organisierten die Gastgeberinnen ihre Deckung wesentlich besser als in den ersten 30 Minuten, in denen die Zwickauerinnen ohne Mühe durchgekommen waren. Erst in der sechsten Minute des zweiten Durchgangs kassierten sie das erste Gegentor. Allerdings, verpassten Michi Stefes und ihre Nebenleute, auch selbst vorne den Ball ins Netz zu bringen. Ebenso als Torhüterin Dana Centini beim 18:20 ihr Tor förmlich zugenagelt hatte und ihre Vorderleute vorne ein ums andere Male alleine vor der BSV-Torhüterin auftauchten und kläglich scheiterten.

In kritischen Situationen war aber auf die Abwehr und eben Ela Szott Verlass. Somit konnte auch das Ziel von Trainer Rentsch, unter 25 Gegentoren zu bleiben, erneut erfüllt. Beste Werferin war beim BSV mit 11 Toren Linksaußen Lena Hausherr, die U17-Europameisterin entwickelt sie sich immer mehr als abgezockte Werferin von der Siebenmeterlinie.

Nach dem Abpfiff sprach TVB-Coach Dominik Schlechter zwar von einem gerade in diesem Moment herrschenden Frust, doch sah er auch erneute positive Entwicklungsschritte, die seine Mannschaft zeigte. "Was soll ich meiner Mannschaft nach so einem Spiel vorwerfen?", fragte der 30-jährige, und gestand seinen Spielerinnen die Fehler, die sie gemacht hatten letztlich auch ein. Das machte am Ende vielleicht auch den Unterschied aus, während Zwickau in den letzten Minuten von seiner ganzen Erfahrung profitierte.