21.09.2020 08:34 Uhr - Champions League - PM Bietigheim, red

SG BBM Bietigheim in EHF Champions League weiter sieglos

Markus GaugischMarkus Gaugisch
Quelle: Marco Wolf
In der EHF Champions League wartet die SG BBM Bietigheim weiter auf den ersten Punktgewinn. Am zweiten Spieltag der europäischen Königsklasse gab es nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit eine 27:36-(8:18)-Niederlage bei Metz Handball.

Nach der verbesserten Leistung zuletzt gegen die HSG Blomberg-Lippe in der Handball Bundesliga Frauen waren die Bietigheimerinnen auch darauf aus, auf europäischem Parkett in dieser Saison anzukommen. Die Auftaktniederlage gegen das Team Esbjerg wollte der zweifache deutsche Meister nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Einen herzlichen Empfang gab es vor dem Anpfiff für Xenia Smits, die fünf Jahre erfolgreich im Dress der Blau-Gelben auflief. Das waren dann aber die einzigen Nettigkeiten, die von Seiten der "Dragonnes" über 60 Minuten verteilt wurden.

Nach sechs Minuten führte der Favorit mit 5:1, worauf Cheftrainer Markus Gaugisch, der auf die verletzten Anna Loerper und Karolina Kudlacz-Gloc verzichten musste, sein Team zur Auszeit rief. Metz gab weiter Gas, baute seine Führung, auch bedingt durch einige leichte technische Fehler der SG BBM, kontinuierlich aus. Nach 15 Minuten stand es 10:3 für die stark aufspielenden Gastgeberinnen, die in Torhüterin Hatadou Sako einen souveränen Rückhalt hatten. Mit sensationellen 40% parierter Würfe hielt sie ihren Kasten weitestgehend sauber, während Bietigheim von der internationalen, aber immer fairen Härte der Französinnen überrascht schien.

In der 24. Minute hatte Markus Gaugisch genug gesehen und holte seine Spielerinnen beim Spielstand von 16:5 erneut zur Auszeit. In der Offensive, vor allem im Torabschluss, wollte den Bietigheimerinnen weiter wenig gelingen, weshalb es mit einem deutlichen 18:8 in die Halbzeitpause ging.

Gaugisch: "Metz war uns in allen Belangen überlegen"




Mit einer gehörigen Wut im Bauch kamen die SG-Ladies aus der Kabine, trafen schnell zum 19:12. Die Leistung war nun besser als im ersten Abschnitt, der Abwehrblock im Zusammenspiel mit Torhüterin Emily Sando hatte sich offensichtlich akklimatisiert - 23:17 betrug der Spielstand nach 42 Minuten. Metz-Coach Emmanuel Mayonnade war in dieser Phase unzufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft und legte die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Julia Maidhof konterte zum 23:18, Bietigheim war wieder im Spiel.

Die Gäste wirkten nach der Halbzeitansprache wie ausgewechselt. Trotz allem war die Abwehrarbeit der SG BBM heute aber zu großen Teilen der Spielzeit nicht stark genug, den französischen Rekordmeister nervös werden zu lassen. Die Aufholjagd wurde in eigener Überzahl selbstverschuldet beendet, denn die SG BBM kassierte beim 30:25 nach zwei leichten Ballverlusten in der 57. Minute einen Doppelschlag - damit war das Spiel letztendlich entschieden. Am Ende stand ein verdienter 36:27-Erfolg für Metz Handball. Die SG BBM schaffte es nicht, die Hypothek aus Halbzeit eins auszugleichen.

"Metz war uns in allen Belangen überlegen - offensiv und defensiv", resümierte Cheftrainer Markus Gaugisch und ergänzte: "In der zweiten Halbzeit haben wir es mit einer anderen Formation versucht, dann lief es besser. Jedoch hat Metz weiter einen tollen Handball gespielt und verdient gewonnen."

Mehr als das deutliche 29:41 (13:23) schmerzte Borussia Dortmund die Verletzung von Weltmeisterin Delaila Amega. "Wir müssen davon ausgehen, dass sie sich das Kreuzband gerissen hat und uns mindestens ein halbes Jahr lang fehlen wird", so der stellvertretende Abteilungsvorsitzende Andreas Bartels gegenüber den Ruhrnachrichten.

Spielabsage in Kristiansand




Abgesagt wurde in der Gruppe A das Gastspiel vom FTC Budapest bei den Vipers Kristiansand. Bei den Ungarinnen um die DHB-Nationalspielerinnen Emily Bölk, Julia Behnke und Alicia Stolle wurden bei der Einreise nach Norwegen zwei Spielerinnen positiv auf das Coronavirus getestet und das ganze Team unter Quarantäne gestellt.

Spitzenreiter ist der CSM Bukarest, der das Spitzenspiel beim Team Esbjerg mit 30:29 (17:15) hauchdünn für sich entschied. Den ersten Zähler musste Rostov am Don abgeben, die Russinnen kamen gegen Krim Ljubljana nicht über ein 23:23 (12:14) hinaus. Für die Sloweninnen war er der erste Punktgewinn.

In der Gruppe B sind neben Dortmund auch noch Buducnost Podgorica und SCM Ramnicu ohne Pluspunkte. Die Montenegrinerinnen unterlagen dem ZSKA Moskau mit 22:25 (13:13), die Rumäninnen um DHB-Nationalspielerin Shenia Minevskaja unterlagen im Heimspiel Odense Haandbold mit 21:30 (10:13). Die Däninnen führen gemeinsam mit Brest das Ranking an. Den ersten Sieg konnte Titelfavorit Györi Audi ETO mit dem 43:28 (17:16) gegen Podravka Vegeta Koprivnica einfahren.

Borussia Dortmund: Amega (5), Smits (4), Abdulla (3), Grijseels (3/1), Monti Danielsson (2), Rode (2), Vollebregt (2), Stockschläder (2), Dulfer (2), van Zijl (2), Gutiérrez Bermejo (1), Freriks (1)

Bietigheim: Maidhof 8/3, Jørgensen 7, Naidzinavicius 5/3, Schulze 2, Berger 2, Smits 2, Østergaard 1