20.09.2020 10:18 Uhr - 2. Bundesliga - PM Werder Bremen und Kreiszeitung Böblingen

Werder Bremen kann gegen SG H2Ku Herrenberg die "Aufholjagd nicht zu Ende bringen"

Rabea Neßlage verliert mit dem SV Werder Bremen gegen die SG H2Ku Herrenberg.Rabea Neßlage verliert mit dem SV Werder Bremen gegen die SG H2Ku Herrenberg.
Quelle: Hansepixx, SV Werder Bremen
In einer umkämpften Partie verloren die Handballerinnen des SV Werder Bremen gegen die SG H2Ku Herrenberg am Ende mit 29:32. Die Hanseatinnen kämpften sich nach einem 15:23-Rückstand nochmal bis auf 26:26 heran, doch am Ende wurde die kämpferische Leistung nicht belohnt. "Wir sind sehr glücklich über diese zwei Punkte", freute sich Kuties-Trainer Mike Leibssle. "Wir waren im gesamten Spiel von jeder Position aus torgefährlich, das war ausschlagend für den Erfolg."

Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie zwischen den beiden Mannschaften, die 2:0-Führung der Bremerinnen konnten die Gäste erst ausgleichen und beim 2:3 (5.) gingen die Gäste in Führung. "Bremen hat genau das auf die Platte gebracht, auf was wir uns im Training vorbereitet hatten", erklärte Leibssle. "So konnten wir die Kontrolle über das Spiel übernehmen." Werder ließ sich aber nicht aus dem Tritt bringen und ging durch Merle Heidergott beim 6:5 (11.) wieder in Führung.

Beide Teams agierten bissig in der Abwehr, die ´Kuties´ aus Herrenberg machten in der Folge aber weniger Fehler und Torhüterin Laura Waldenmaier konnte einige Würfe der Grün-Weißen abwehren. Dadurch gerieten die Werder-Damen beim 10:13 (24.) mit drei Toren in Rückstand und mussten die Gäste bis zur Pause sogar auf 12:17 davonziehen lassen. "Wir standen unheimlich gut in der Abwehr, das Zusammenspiel mit Laura Waldenmaier im Tor hat gut funktioniert, so kamen wir auch mit einer Spielerin weniger auf dem Feld über ein schnelles Spiel nach vorne zum Torerfolg", so Leibssle.

Werder schaffte es zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht, den Abstand zu verkürzen. Beim Stand von 15:23 (38.) nahm Werder-Trainer Robert Nijdam eine Auszeit, um dem Team noch einmal neue Impulse zu geben. Das zeigte die erhoffte Wirkung, durch zwei schnelle Treffer verkürzte Bremen auf 18:23 (40.) und zwang so Herrenberg zum Time-Out. "Wir haben im Abwehrzentrum weiterhin stark verteidigt, das ermöglichte uns, Werder auf Distanz zu halten", schilderte Leibssle. "Leider haben wir uns zu viele Fehler im Angriff geleistet und unseren Vorsprung leichtfertig hergegeben."

Leibssle: " Impulse von der Bank haben Werder gefehlt"




Die Werder-Handballerinnen kämpften sich nun Tor um Tor zurück ins Spiel, beim 22:25 (46.) durch Nina Engel betrug der Rückstand nur noch drei Treffer und als Werder sich einen weiteren Ball in der Abwehr erkämpfte und Annika Fröhlich auf zwei Treffer verkürzte, kochte die Stimmung hoch in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle. Herrenberg tat sich nun schwer im Angriff und Victoria Nigbur im Werder-Tor bekam endlich eine Hand an den Ball. Beim 26:26 (51.) fiel der Ausgleich und Herrenberg nahm die Auszeit. "Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wer am Ende das glücklichere Händchen hat", ließ Mike Leibssle durchblicken. "Bremen hatte eindeutig Oberwasser."

Es versprach also eine heiße Schlussphase zu werden, in welcher Herrenberg zunächst wieder vorlegen konnte. Werder verpasste es das Spiel zu drehen und geriet mit 26:29 (56.) in Rückstand. "Diese Impulse von der Bank haben Werder gefehlt, das war der Schlüssel zu unserem Erfolg." Neubrander und Foth brachten ihr Team fünf Minuten vor dem Ende wieder auf die Siegerstraße.

Werder-Coach Robert Nijdam setzte alles auf eine Karte und nahm Marie-Christin Beddies in kurze Deckung. Doch davon ließen sich die Kuties nicht mehr aus der Ruhe bringen. "Auch im Fünf-gegen-fünf haben meine Spielerinnen Lösungen gefunden, so konnten wir die Zeit bis zum Schluss erfolgreich herunterspielen", war Mike Leibssle mit dem 32:29-Sieg zufrieden.

Nijdam: "Haben Herrenberg zu viel spielen lassen"




Dieses Ergebnis konnten die Bremerinnen nicht mehr drehen und verloren am Ende nach großem Kampf mit 29:32. Das Spiel wurde dabei aus Sicht von Werder-Trainer Robert Nijdam nicht in der Schlussphase verloren: "Wir haben Herrenberg zu viel spielen lassen, soweit hätten es nicht kommen müssen. Am Ende ist es natürlich ärgerlich, dass wir die Aufholjagd nicht zu Ende bringen konnten."

Gästetrainer Mike Leibssle zollte Werder nach dem Spiel großen Respekt für die Aufholjagd: "Wir sind am Ende natürlich froh über den glücklichen Sieg. Es war ein offener Schlagabtausch auf Augenhöhe. Respekt an Werder, dass Sie diese sieben Tore in 13 Minuten aufgeholt haben."

"6:0 Punkte zum Auftakt sind ein toller Erfolg, nun richtet sich unsere Konzentration auf das Heimspiel gegen Solingen." Danach kann H2Ku zwei Wochen durchatmen und eine kurze spielfreie Pause genießen. "Doch zuvor wartet mit dem HSV Solingen-Gräfrath 76 ein starker Gegner, der vielleicht stärkste der bisherigen Saison überhaupt", ist sich Mike Leibssle sicher. Werder bleibt damit weiterhin ohne Punktgewinn in der laufenden Saison und steht mit 0:6-Punkten im Tabellenkeller der 2. Liga.

Herrenberg: Waldenmaier, Elbert;
Schoeneberg (6), Blanke (4), Tuc, Bok, Foth (7), Bühler, (1), Neubrander (6/davon 1 Siebenmeter), Hiller (5), Beddies (3)