13.09.2020 17:13 Uhr - 2. Bundesliga - PM Wuppertal und Kreiszeitung Böblingen, red

TVB Wuppertal scheitert zu oft an Kuties-Torfrau Laura Waldenmaier

6 Tore: Nika Matavs6 Tore: Nika Matavs
Quelle: Carma, TVB
Auch wenn am Ende ein 24:18 (13:7) zu Gunsten der Gastgeberinnen auf der Anzeigetafel der Markweg-Halle zu lesen war - auf TVB-Seite war man sich einig, dass sich der Wuppertaler Zweitligist im Vergleich zur Heimniederlage gegen Solingen, beim ersten Auswärtsauftritt bei der SG H2Ku Herrenberg deutlich verbessert präsentierte.

Das Trainer-Duo Michael Schmidtmann und Sabine Nückel - Chefcoach Dominik Schlechter war aus privaten Gründen verhindert - sah vor allem eine ansprechende Defensiv-Leistung. Allen voran Torfrau Dana Centini, die nach dem Spiel vom Gegner als Beste ihres Teams geehrt wurde. Aber auch offensiv konnten sich die Handballgirls gegenüber der Vorwoche steigern und legten die Nervosität des Solingen-Spiels weitestgehend ab. Die Quote der technischen Fehler hielt sich in Grenzen, dennoch sprechen nur 18 eigene Treffer eine deutliche Sprache.

Die knapp 180 Zuschauer sahen in der Markweghalle einen besseren Start der Heimmannschaft. Die Kuties standen von Anfang an konzentriert in der Abwehr und ließen dem TVB im Angriff kaum eine Chance. Dies konnte die SG trotz wenig Tempo in konzentriert ausgespielten Angriffen schnell in einen Vorsprung ummünzen. So reichte es dem Gäste-Trainer nach zehn gespielten Minuten und einem schön herausgespielten Treffer von Szimonetta Toepelt-Gera zum 5:2.

Die Marschroute für die Abwehr war schon vor dem Spiel für Trainer Mike Leibssle klar: "Wir wollen ballseitig sehr konsequent verteidigen." Dies setzte die Mannschaft in der ersten Halbzeit sehr gut um. So traf Lea Neubrander nicht nur nach Belieben, sondern schaffte es immer wieder, das Tempospiel der Gäste nach eigenem Treffer mit wichtigen Stoppfouls konsequent zu unterbinden. Dadurch zwangen die Kuties Wuppertal immer wieder zu langen Angriffen, die meist mit einem Rückraumwurf abgeschlossen werden mussten. Der Block der SG H2Ku war aber meist zur Stelle. War die Abwehr doch einmal geschlagen, konnte sich Laura Waldenmaier einmal mehr auszeichnen und zeigen, dass die junge Torhüterin immer zu Topleistungen fähig ist. Dies würdigte auch Leibssle mit einem Sonderlob. Als SG-Neuzugang Annika Blanke in der 30. Minute zum 13:7-Pausenstand traf, hatte H2Ku sich einen komfortablen 6-Tore-Vorsprung herausgespielt.

Der Start in die zweite Halbzeit überraschte dann jedoch: Die Gäste wirkten anfangs frischer und dynamischer und konnten so wieder rankommen. Spätestens beim 15:12 in der 38. Minute durch Ramona Ruthenbeck hatten sie das Momentum auf ihrer Seite, Leibssle war gezwungen, mit einer Auszeit entgegenzuwirken. "Diese Phase hätte ich mir gerne erspart", resümierte der Coach. "Aber wir haben eine gute Moral gezeigt." So stand die Abwehr nach der Auszeit wieder gewohnt sicher, die vielen technischen Fehler sowie Fehlwürfe konnten weitestgehend abgestellt werden.

Durch das von nun an wieder konzentriertere Auftreten konnte H2Ku den alten Abstand prompt wieder herstellen und sogar noch ausbauen. So hatte das Heimteam nach dem Treffer zum 21:14 von Szimonetta Toepelt-Gera (48.) einen komfortablen 7-Tore-Vorsprung. Selbst die 5:1-Deckung des TV Beyeröhde in den letzten fünf Minuten änderte nichts mehr am deutlichen Heimerfolg. Schlusspunkt der Partie war die insgesamt vierte Siebenmeter-Parade von Torhüterin Dora Elbert.

Allzu oft scheiterten die Wuppertalerinnen an der ebenfalls starken Laura Waldenmaier im Herrenberger Gehäuse - hier gilt es in den kommenden Wochen an der Präzision beim Abschluss zu arbeiten. Auch vom Siebenmeter-Punkt zeigte der TVB Nerven - nur zwei von sieben Strafwürfen landeten im Herrenberger Netz - insgesamt zu wenig, um bei den routinierten Kuties zu punkten.

Abschließend war Co-Trainer Michael Schmidtmann dennoch vor allem mit der Einstellung seines Teams zufrieden. Die Handballgirls ließen sich auch von zwischenzeitlichen "Durchhängern" nicht entmutigen, spielten weiter forsch auf, und konnten sich zwischenzeitlich sogar bis auf drei Tore (15:12, 38.Min.) herankämpfen. Dass es am Ende dann doch wieder sechs Tore Unterschied waren, lag an der bereits erwähnten Abschlussschwäche der Wuppertalerinnen, bei denen diesmal Neuzugang Nika Matavs mit sechs Treffern beste Werferin war.

Trotz einiger technischer Fehler und Fehlwürfe war Leibssle zufrieden mit der sehr guten Frühform seiner Mannschaft: "Ich bin sehr glücklich über die vier Punkte." Der H2Ku-Trainer weiter: "Den Schwung werden wir mitnehmen und uns gut auf Werder Bremen kommende Woche vorbereiten."

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert;
Schoeneberg, Blanke (6/3), Tuc (1), Bok (1), Foth (4), Toepelt-Gera (3), Bühler, Neubrander (9/2), Hiller, Beddies

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