24.09.2007 06:03 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Rainer Jäckle - Südkurier

Neuzugang Andrea May ist beim SV Allensbach der erhoffte starke Rückhalt im Tor

Andrea MayAndrea May
Quelle: h-sa.de
"Sie ist ehrgeizig, initiativ und sagt was sie denkt" – so charakterisiert SVA-Trainer Oliver Lebherz seinen Neuzugang Andrea May. Die 23-jährige Torhüterin kam vom TuS Metzingen nach Allensbach und zeigte am Wochenende in ihrem ersten Ligaspiel vor allem in der ersten Hälfte eine überragende Leistung. "Andrea ist für uns eine große Bereicherung", so der Trainer. "Sie kommuniziert mit der Abwehr und stellt sie sich sehr gut."

Dabei war vor einigen Wochen noch gar nicht sicher, dass May zum Saisonbeginn überhaupt zwischen den Pfosten stehen kann. Als sie an den Gnadensee kam, laborierte sie noch an ihrem bereits zweiten Kreuzbandriss. Vor sieben Monaten verletzte sie sich. Am Wochenende stand sie seit langem wieder einmal 60 Minuten im Tor. "Jetzt bin ich richtig müde", waren Mays erste Worte nach dem Abpfiff. 60 Minuten am Stück spielte die Torhüterin das letzte Mal mit Metzingen ausgerechnet gegen Allensbach. Das war vor knapp einem Jahr.

Trotz ihrer "außergewöhnlich schnellen Genesung" (Lebherz) geht May sehr kritisch mit sich ins Gericht: "Die erste Hälfte war echt gut. Nach der Pause habe ich die Anstrengungen gespürt und etwas die Konzentration verloren." Deshalb sei sie mit sich nicht ganz zufrieden. "Ich habe am Ende ein paar Fehler gemacht, die mir nicht passieren dürfen", so die 23-Jährige. "In den knappen Partien kann genau dies Spiel entscheidend sein."

Lebherz berichtet, dass sich May nahtlos in seine Mannschaft integriert habe. "Das spricht für sich", so der Trainer. Die Torhüterin Nummer eins beim SV Allensbach betont dabei aber, dass es ihr "sehr leicht gemacht" wurde. "Das Team passt super zusammen", so May. "Wenn alle verletzungsfrei bleiben und sich weiter entwickeln können wir um einen Platz zwischen vier und sechs mitspielen." Allerdings könne die Unerfahrenheit ein Stolperstein werden. "Wir müssen unbedingt unsere Fehler schnell minimieren und daraus lernen", fordert sie.

Bereits nächstes Wochenende wartet auf May ihr wohl schwerstes Spiel der Saison. Dann muss der SVA nämlich beim TuS Metzingen antreten. Sie hat zwei Jahre dort gespielt, wechselte aber nicht im Streit nach Allensbach. "Ich habe vor allem Torwarttrainer Klaus Stoll und Teamarzt Dietmar Baumann, der meine beiden Kreuzbandrisse operierte, sehr viel zu verdanken", sagt sie mit nachdenklicher Stimme. "Ich will zeigen, dass sie eine hervorragende Arbeit geleistet haben, auch wenn jetzt Allensbach davon profitiert."

May beschäftige sich in Gedanken schon lange mit Spiel gibt sie zu. "Es wird mit Sicherheit emotional für mich", blickt sie voraus. "Ich habe gehofft, dass wir nicht gleich am zweiten Spieltag nach Metzingen müssen." Es sei eine schwierige Situation gleich dort zu spielen, aber auch eine super Motivation. "Sie hat durch ihre Verletzung noch deutlich Entwicklungspotenzial", blickt Lebherz nach vorne. "Genau deshalb haben wir von Woche zu Woche immer mehr Freude an ihr."