18.06.2020 16:00 Uhr - Europameisterschaft - dpa, HP DHB, red

Nach der Auslosung: DHB-Frauen blicken angriffslustig in Richtung Handball-EM

Emily Bölk und die DHB-Frauen treffen erneut auf NorwegenEmily Bölk und die DHB-Frauen treffen erneut auf Norwegen
Quelle: Marco Wolf
"Bei einer EM gibt es keine einfache Gruppe und so ist das auch mit unserer Vorrundengruppe", sagt Bundestrainer Henk Groener nach der heutigen Auslosung. Die deutsche Mannschaft trifft in der Gruppe D auf Gastgeber Norwegen, Rumänien und Polen. Die Gegner sind namhaft, angesichts der anderen Gruppen mit Frankreich, Dänemark, Montenegro und Slowenien in der Gruppe A sowie Russland, Schweden, Spanien und Tschechien in der Gruppe B und Niederlande, Ungarn, Serbien und Kroatien in der Gruppe C ist dies in den anderen Gruppen ebenfalls der Fall.

"Das ist eine schwere Gruppe, aber bei dieser EM gibt es keine einfache Gruppe", so auch die Einschätzung Nationalmannschaftskapitän Kim Naidzinavicius nach der Auslosung der Vorrundengruppen für die Europameisterschaft am Donnerstag in Wien. Das Turnier findet vom 3. bis 20. Dezember in Dänemark und Norwegen statt, die deutsche Gruppe wird in Trondheim ausgetragen. "Bei einer EM gibt es keine Wunschgegner oder Wunschgruppen, da sind nur die Besten der Besten dabei", betont auch Emily Bölk.

"Norwegen ist eine absolute Spitzenmannschaft, die Rumäninnen haben auch eine hohe Qualität. Auf beide Mannschaften sind wir bereits bei der letzten EM 2018 in Frankreich in der Vorrunde getroffen und wissen daher, was für Aufgaben da auf uns zukommen", sagte Groener beim ersten Blick auf die beiden am höchsten eingestuften Gegner. "Polen ist schwer einzuschätzen, aber auch nicht zu unterschätzen. Wir werden uns intensiv vorbereiten und unser Ziel ist die Qualifikation für die Hauptrunde", sagte der 59-jährige Niederländer.

Dafür müssen die deutschen Frauen mindestens den dritten Platz belegen. Die Spiele der Gruppe D werden im norwegischen Trondheim ausgetragen. "Polen ist ein unangenehmer Gegner, gegen den wir aber in den letzten Spielen überzeugen konnten", blickte DHB Vorstand Sport Axel Kromer auf das Team, das es im Kampf um die Hauptrunde zu schlagen gilt. "Norwegen und Rumänien sind zwei Weltklasse-Gegner, aber wir haben in den letzten Turnieren gezeigt, dass wir den Abstand zur absoluten Weltspitze verkürzt haben und in jedem Spiel alles möglich ist", so Kromer weiter.

"Wir haben Chancen, gegen alle drei Mannschaften zu gewinnen, wenn wir uns gut vorbereiten", befindet auch Kapitänin Kim Naidzinavicius, die anfügt: "Es wird ein absolutes Highlight in Norwegen gegen Norwegen zu spielen, da haben wir nicht viel verlieren und können uns drauf freuen. Rumänien und Polen stecken wie wir gerade in einer Entwicklungsphase. Polen hat einen neuen Trainer. Da muss man schauen, welche Spielerinnen kommen und mit welchem Stil sie spielen. Mit Neagu ist Rumänien immer schwer zu spielen."

Hoffnung auf gute Stimmung und Weiterkommen




"Wir haben in den letzten zwei Jahren oft überrascht und müssen uns daher definitiv nicht vor den Gegnern verstecken", gibt sich auch Kreisläuferin Julia Behnke angriffslustig. "Wir haben sicher Respekt gewonnen und ich freue mich einfach, wenn wir bald wieder mit der Nationalmannschaft gemeinsam den Ball durch die Halle feuern können." Vorfreude gibt es auch bei Emily Bölk: "Prinzipiell finde ich es cool, in Norwegen gegen Norwegen zu spielen. Das ist auf jeden Fall eine tolle Stimmung garantiert, und das kann uns nach vorne pushen."

Auf tolle Stimmung hofft auch Michael Wiederer. Der Präsident der Europäischen Handball-Föderation (EHF) hofft, dass die EM nicht mit Geisterspielen ausgetragen werden muss. "Wir sind zuversichtlich, dass die Europameisterschaft vor Zuschauern gespielt werden kann", heißt es in einer Pressemitteilung. Wegen der Corona-Pandemie waren die Qualifikationsspiele abgesagt worden. Neben den beiden Gastgebern sind die 14 besten Nationen der EM 2018 in Frankreich qualifiziert, die parallel auch in den Qualifikationsgruppen jeweils mit 4:0 Punkten führend waren.

Aus Trondheim würde es die deutschen Frauen nach Stavanger führen, die Ergebnisse gegen die ebenfalls qualifizierten Teams werden mitgenommen. "Wir sind oft gut gestartet, müssen uns nun aber im Turnier stabilisieren. Ich bin aber optimistisch, dass wir gut aus der Gruppe rauskommen können", so Emily Bölk. Zum Auftakt geht es dem Plan zu Folge zunächst gegen Rumänien, dann folgt das Duell mit Norwegen und am Ende das vielleicht entscheidende Spiel gegen Polen.

"Wir haben schon gezeigt, dass wir mit Norwegen auf Augenhöhe sind, das wird ein ganz enges Duell trotz des Heimvorteils für die Norwegerinnen. Gegen Rumänien haben wir von der EM 2018 noch etwas gutzumachen. Da waren wir gar nicht zufrieden und haben noch eine Rechnung offen. Gegen Polen haben wir noch nicht so oft gespielt, aber es waren immer relativ knappe Spiele. Dennoch sehe ich uns als Favorit, das müssen wir gewinnen", so Emily Bölk.

18.06.2020 - EHF EURO 2020 der Frauen: Deutschland trifft auf den Gastgeber

10.06.2020 - Rekordeuropameister Norwegen bindet Erfolgstrainer Thorir Hergeirsson langfristig

05.06.2020 - EHF bestätigt mehr Ruhetage bei Handball-Europameisterschaft

03.06.2020 - Frauen-Bundestrainer Henk Groener im DHB-Podcast

24.04.2020 - Direktes Ticket zur Handball Europameisterschaft der Frauen für Deutschland