22.09.2007 01:00 Uhr - 1. Bundesliga - Timo Kunkel (Sulzbach/Leidersbach) und Christian Schulze (Leverkusen)

„Mission Impossible“ bei Bayer Leverkusen

Raissa Tichonowitsch spielte 3 Jahre für LeverkusenRaissa Tichonowitsch spielte 3 Jahre für Leverkusen
Quelle: Krech
Nach zwei Niederlagen in Folge ist Aufsteiger HSG Sulzbach/Leidersbach nun auf dem harten Boden der ersten Bundesliga gelandet. Am Sonntag ist bei Vizemeister Bayer Leverkusen ist nicht unbedingt Besserung zu erwarten, zumindest nicht, was die Punkte angeht.

Im Vergleich zur letzten Saison sind die „Werkselfen“ allerdings schlechter aufgestellt, zumindest von der Papierform her. Welthandballerin Nadine Krause zog es in die „Weltliga“ nach Dänemark und die Obernburgerin Sabine Englert wechselte zur Österreichischen Spitzenmannschaft Hypo Niederösterreich. Im Gegenzug kamen Silke Meier und Laura Steinbach aus Trier, sowie Karin Weigelt vom LC Brühl. „Die Zielsetzung ist klar abgesteckt: Wir möchten wie in den letzten zwei Jahren die Playoffs um die deutsche Meisterschaft erreichen. Wir sind auf allen Positionen ausgeglichener besetzt und daher zukünftig auch schwerer auszurechnen“, so Bayer-Trainerin Renate Wolf.

Die traditionelle Schwächephase zu Saisonbeginn scheint offensichtlich auch beendet zu sein, denn nach der Niederlage in Ketsch und der schwachen zweiten Halbzeit gegen Beyeröhde gewannen Loerper & Co. in Oldenburg mit 33:25.

Die Serie von nun mehr drei Siegen in Folge soll natürlich auch gegen den Aufsteiger fortgesetzt werden. Auch wenn die gezeigten Leistungen noch nicht alle überzeugen, die Ergebnisse stimmen und so kann es weitergehen. „Wir haben bis auf die Partie in Oldenburg bisher nicht geglänzt. Ich hoffe, dass wir uns gegen Sulzbach steigern und dann auch zuhause mal richtig zeigen, was wir können“, sagt Leverkusens Trainerin Renate Wolf.

Gleichzeitig warnt sie aber auch vor dem Gegner, denn Sulzbach ist mit zwei Siegen und zwei Niederlagen nicht unbedingt schlecht in die Saison gestartet. „Das ist ein starker Aufsteiger, der über gute Spielerinnen auf den Außenbahnen verfügt“, berichtet Renate Wolf von ihren Beobachtungen. Vor allem Rechtsaußen Raissa Tichonowitsch ist in Leverkusen bestens bekannt. Die Weißrussin spielte von 1997 an drei Jahre für die Rheinländerinnen.

Die „Bienen“ aus Sulzbach und Leidersbach werden diese Woche intensiv an den Abstimmungsproblemen im Angriff gearbeitet haben. Trainer Peter David, der den Gegner am Mittwoch persönlich in Augenschein nahm, sollte nach vielen Experimenten langsam seine Startaufstellung gefunden haben. Welche das allerdings am Sonntag sein wird, bleibt abzuwarten.

Ex-Weltmeisterin Tamilla Büchner: „Die Leistung in Beyeröhde müssen wir abhaken. In Leverkusen wollen wir eine ansprechende Leistung zeigen und uns nicht kampflos geschlagen geben. Wichtig ist es, dass wir schnell nach hinten kommen, um nicht zu viele einfache Gegentore zu kassieren. Vorne gilt es, die Angriffe auszuspielen und auf unsere Chancen zu warten. Es gilt das bekannte Zitat: Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen.“

Personell ist wieder alles im Lot bei der HSG: Martina Halasova ist nach ihrem Hexenschuss von letzter Woche wieder voll genesen und wird Trainer David zur Verfügung stehen. Auch Neuzugang Natasa Kocevska findet so langsam die Bindung zum Spiel, was das Angriffsspiel der „Bienen“ ein Stück weiter unberechenbarer macht.

Anders sieht es da bei den Rheinländerinnen aus. Gesine Paulus und Anne Krüger fallen mit Grippe weiter aus und werden ihrem Team auch am Sonntag nur von der Tribüne aus helfen können. „Gerade jetzt, wo wir in die englischen Wochen starten, ist es natürlich schade, dass wir nicht alle Spielerinnen an Bord haben. Denn die kommenden Wochen mit den Spielen in der Bundesliga und im Europapokal werden sehr kräftezerrend. Aber wir müssen schauen, dass wir da jetzt gut durchkommen“, sagt Renate Wolf mit Blick auf den vollen Terminkalender. Nach dem Spiel gegen Sulzbach am Sonntag, reisen die Elfen am Mittwoch nach Buxtehude, bevor dann am Sonntag das Hinspiel im Europapokal in Luxemburg ansteht.