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08.05.2020 14:17 Uhr - 1. Bundesliga - Stefan Flomm, dpa

Emily Bölk zwischen Buxtehude, Budapest und Corona

Emily BölkEmily Bölk
Quelle: Jörg Zehrfeld
Buxtehude statt Budapest: Die Corona-Pandemie hat auch Emily Bölk einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich hätte die 22 Jahre alte Handball-Nationalspielerin in diesen Tagen in der Bundesliga um Punkte kämpfen und den Umzug nach Budapest vorbereiten wollen, wo sie vom 1. Juli an unter Vertrag steht. Doch stattdessen verbringt die wurfgewaltige Rückraumspielerin den größten Teil ihrer Zeit bei der Familie in Buxtehude.

"Das ist natürlich alles sehr ungewohnt, aber es geht mir sehr gut, und ich habe genug zu tun", sagt Bölk im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Sie hat Zeit für Eltern, Schwester und Freunde. Und sie hat Zeit, "um einmal von den ganzen Reisen und dem Trubel runterzukommen".

Die Karriere der Handballerin der Jahres von 2018 und 2019 ist in rasender Geschwindigkeit verlaufen. Im Alter von vier Jahren nahm die Tochter von Andrea Bölk, die 1993 mit dem deutschen Team die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, beim Buxtehuder SV erstmals an einem Handballtraining teil. Unterbrochen von einem Jahr in Dänemark blieb sie bis 2018 dem BSV treu, bei dem sie früh zur Nationalspielerin reifte.

Bölk: "Hatte keinen Masterplan für meine Karriere"




Es folgte der Wechsel zum deutschen Spitzenclub Thüringer HC. Nun geht es zum FTC Budapest, der Handball-Abteilung des Traditionsclubs Ferencvaros aus der ungarischen Hauptstadt. "Ich hatte keinen Masterplan für meine Karriere, aber in der Rückschau würde ich nichts oder nur sehr wenig anders machen als bisher", sagt die 1,82 Meter große Handballerin.

In der ersten Juni-Woche hätte der Umzug nach Budapest erfolgen sollen, danach war Urlaub geplant. Das ist nun anders. Kontakt nach Ungarn hat Bölk zwar beinahe täglich, aber es werden verschiedene Szenarien durchgespielt. Im besten Fall klappt es noch mit dem Umzug, im schlechtesten muss Bölk nur mit einem Koffer in der Hand anreisen.

Das betrifft auch ihre Nationalmannschaftskameradinnen Alicia Stolle und Julia Behnke, die ebenfalls nach Budapest wechseln. "Es wird versucht, uns viel abzunehmen", lobt die gebürtige Buxtehuderin den neuen Club, mit dem sie in der nächsten Saison aller Voraussicht nach in der Champions League spielen wird.

Bölk: "Hatten im Pokal Titelchancen"




Die Zeit nutzt die 22-Jährige für ihr Studium der BWL und Wirtschaftspsychologie und das Erlernen der nicht eben einfachen ungarischen Sprache. "Seit meiner Vertragsunterzeichnung lerne ich ein- bis zweimal pro Woche über ein Online-Portal Ungarisch und pauke Vokabeln. Die Zeit in Dänemark war dagegen ein Kinderspiel, aber ich stelle mich gerne neuen Herausforderungen."

Eine Herausforderung wäre auch ein regulärer Abschluss in der Bundesliga gewesen. Den deutschen Meistertitel hätte ihr Team nicht geholt, "aber im Pokal hatten wir mit dem Thüringer HC durchaus Titelchancen", sagt Bölk. Die Entscheidung, die Saison abzubrechen, sei aber die einzig richtige gewesen. Dass die Frauen von Borussia Dortmund als Tabellenführer nicht zum deutschen Meister erklärt worden sind, will die Nationalspielerin nicht bewerten. Fest steht aber für sie, dass Diskriminierung bei dem Thema keinen Platz hat. Auch wenn in der Männer-Bundesliga der THW Kiel zum Meister gekürt wurde.

Ein weiteres Ziel in diesem Jahr ist die Teilnahme an der Europameisterschaft, die im Dezember in Dänemark und Norwegen geplant ist. Die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener ist in jedem Fall dabei, weil die Europäische Handball-Föderation alle verbliebenen Qualifikationsspiele gestrichen hat. "Für mich sind derzeit natürlich andere Themen präsenter, aber ich hoffe für die Spielerinnen, die Fans und die Ausrichter, dass sich die Lage bis dahin normalisiert hat", sagt die 55-fache Nationalspielerin.

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