05.05.2020 12:54 Uhr - A-Jugend-Bundesliga - Markus Hausdorf

Malina Marie Michalczik im Interview: "Wir wollten den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen"

Malina Marie Michalczik schließt sich im Sommer der HSG Blomberg-Lippe an.Malina Marie Michalczik schließt sich im Sommer der HSG Blomberg-Lippe an.
Quelle: Wolfgang Stummbillig, BVB
Mit der A-Jugend der Borussia Dortmund sicherte sich Malina Marie Michalczik in der letzten Saison die Deutsche Meisterschaft und hatte auch in der abgebrochenen Spielzeit große Ziele. Im Sommer wechselt die Rückraumspielerin, die sich derzeit auf ihr Abitur vorbereitet, in die 1. Handball Bundesliga Frauen und schließt sich der HSG Blomberg-Lippe an. Markus Hausdorf sprach mit ihr über die aktuelle Saison und die Zukunft.

Malina, zuerst natürlich die Frage: Wie geht es dir aktuell?

Malina Marie Michalczik:
Mir persönlich und meiner Familie geht es gut. Wir schaffen es gut die Zeit zu überbrücken und kommen damit gut zurecht.

Wie kommst du persönlich mit den Kontaktverboten und den anderen Einschränkungen klar?

Malina Marie Michalczik:
Aufgrund der aktuellen Situation kann ich die Kontaktverbote und die derzeitigen Maßnahmen vollkommen nachvollziehen. Es ist natürlich schade jetzt, gerade wo man die Zeit hat, seine Freunde und Familie nicht zu sehen. Jedoch finden wir Möglichkeiten über Social Media im Kontakt zu bleiben.

Kommen wir zum Handball. Mit der A-Jugend von Borussia Dortmund hätten eigentlich die Viertelfinalpartien gegen die SG BBM Bietigheim als nächstes auf dem Programm gestanden, dann erfolgte der Saisonabbruch. Wie hast du eure Leistungen bis zu diesem Zeitpunkt gesehen und wie hoch standen eure Chancen auf den erneuten Einzug ins Final Four um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft?

Malina Marie Michalczik:
Es ist natürlich schade, dass die Saison abgebrochen wurde. Wir hatten noch große Ziele mit dem Team. Ich habe unsere Chancen zur Titelverteidigung gut eingeschätzt, denn im vergangenen Jahr waren wir schon als Jungjahrgang erfolgreich. Wir waren gut eingespielt und wollten den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen.

In der vergangenen Saison habt ihr euch zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft gesichert. Das Ziel, den Titel erfolgreich zu verteidigen, wurde euch durch Abbruch genommen. Wie fühlt sich dies als Leistungssportlerin an?

Malina Marie Michalczik:
Es ist kein schönes Gefühl, dass einem die Chance genommen wird, sein Saisonziel mit der A-Jugend, vor allem im letzten Jugendjahr, nicht verteidigen zu können. Ich denke ich spreche da im Namen der Mannschaft, wenn ich sage, dass wir darüber sehr enttäuscht sind, nicht nochmal so zusammen auf der Platte zu stehen und um die Deutsche Meisterschaft zu kämpfen.

Die Spielzeit 2019/2020 ist für dich gleichbedeutend mit dem letzten Jugendjahr. Dieses endete völlig überraschend. Hast du schon realisiert, dass du in Zukunft nur noch im Seniorenbereich spielen wirst?



Malina Marie Michalczik:
Da ich schon seit mehreren Jahren im Seniorenbereich aktiv bin, ist das wohlmöglich nicht so eine große Umstellung, wie vielleicht für andere. Ich finde es nur sehr traurig, dass ich nicht nochmal mein Ziel mit der A-Jugend erreichen konnte.

Die A-Jugend von Borussia Dortmund spielt gleichzeitig auch in der 3. Liga. Dort belegte man zum Zeitpunkt des Abbruchs Platz 2 hinter dem TV Aldekerk. Wie hast du eure Leistungen als Mannschaft dort im Saisonverlauf gesehen?

Malina Marie Michalczik:
Wir sind eine sehr junge Mannschaft, da wir bis auf zwei Spielerinnen dem derzeitigen A-Jugend-Kader entsprechen. So wie jede Mannschaft hat man in der Saison natürlich auch Höhen und Tiefen. Jedoch war es eine tolle Saison mit starken Leistungen. Wir haben die wohlmöglich beste Saison seit langem gespielt und ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, dass wir das zusammen geschafft haben.

Du hast dich entschieden den BVB am Saisonende zu verlassen und dich der HSG Blomberg-Lippe anzuschließen. Was hat den Ausschlag für die HSG Blomberg-Lippe gegeben?

Malina Marie Michalczik:
Ich hatte gute drei Jahre beim BVB unter Trainer Tobias Fenske. Danke für sein Vertrauen in der A-Jugend wie auch in der 3. Liga. Darüber hinaus bin ich auch Andre Fuhr dankbar für die Chance und das Vertrauen in der Bundesliga zu spielen. Mich hat es jedoch gereizt einen Neuanfang zu starten, mit einem Konzept mit jungen Spielerinnen zu arbeiten. Ich möchte die Chance nutzen und mir Einsatzzeit durch gute Leistungen erarbeiten. Deshalb freue ich mich schon sehr auf die neue Herausforderung und das Team.

Durch den Abbruch der Saison konntest du dich bislang nicht von deinen Mitspielerinnen oder auch den Fans des BVB verabschieden. Wie fühlt sich dies an?

Malina Marie Michalczik:
Über diese Situation bin ich sehr traurig. Ich würde mich gerne noch persönlich von meinen derzeitigen Teamkolleginnen verabschieden, da wir einfach trotz des Konkurrenzkampfes Freundinnen geworden sind. Ich hab sie alle sehr ins Herz geschlossen und würde mich gerne persönlich und nicht nur über Social Media per Videotelefonat von ihnen verabschieden.

Darüber hinaus ist es sehr schade nicht gewusst zu haben, dass man sein letztes Spiel schon absolviert hat. Sonst hätte man dies vielleicht nochmal anders genossen. Wir bei der 2. Mannschaft haben großartige Fans, die immer eine Riesenstimmung gemacht haben. Sie haben uns jedes Mal mit etwas neuem überrascht. Durch ihren Gesang, hat man sich gefühlt wie im Stadion, was einen im Spiel nochmal so richtig motiviert hat, auch wenn es mal nicht so gut lief.

Aktuell bereitest du dich auf dein Abitur vor. Wie hast du die ständigen Diskussionen zum Thema Abitur, ob und wann es stattfindet, wahrgenommen?

Malina Marie Michalczik:
Die ständigen Diskussionen zum Abitur habe ich etwas ausgeblendet. Ich habe darauf gewartet, was meine Schule mir mitteilt und mich einfach weiter darauf vorbereitet, Klausuren zu schreiben. Jetzt finden sie statt und das ist auch gut so. So kann man seine gelernte Leistung nochmal in einer Klausur zeigen und sich seine Noten auch wirklich verdienen. Ich lerne schon seit langem für die Prüfungen, das ist vielleicht die einzige gute Seite an Corona. Deshalb fühle ich mich auch schon gut vorbereitet.

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