23.03.2020 12:30 Uhr - 1. Bundesliga - PM Leverkusen

Renate Wolf: "Viele gute Signale aus dem Sponsorenumfeld" für die Werkselfen

Renate WolfRenate Wolf
Quelle: TSV Bayer 04 Leverkusen
Seit rund zwei Wochen ruht der Spielbetrieb in der Handballbundesliga der Frauen. Die HBF hat die Saison mittlerweile für beendet erklärt. Die "Elfenpresse" sprach mit Renate Wolf, Geschäftsführerin der Handball-Abteilung des TSV Bayer 04, über den derzeitigen Stand rund um die Coronakrise in Leverkusen.

Die HBF hat am 18. März beschlossen, die Saison wegen des Coronavirus endgültig abzubrechen. Wann und wo hat Dich die Nachricht erreicht und warst Du überrascht!?

Renate Wolf:
Die HBF hat alle Vereinsverantwortlichen zeitgleich per Mail informiert.

Wie geht es jetzt aus sportlicher Sicht weiter? Ein gemeinsames Training ist ja nicht möglich. Haben die Spielerinnen spezielle Trainingspläne?

Renate Wolf:
Die Spielerinnen haben bis einschließlich heute Urlaub. Das war so geplant und wurde dann auch so umgesetzt. Jetzt werden wir die Spielerinnen mit individuellen Trainingsplänen ausstatten. Ein gemeinsames Training ist natürlich nicht möglich.

Wie sieht die finanzielle Situation aus. Die Werkselfen hätten noch drei Heimspiele gehabt? Ist die Situation existenzgefährdend?

Renate Wolf:
Unsere Abteilung ist bekannt dafür, dass wir mit viel Augenmaß finanzielle Entscheidungen abwägen. Wir haben aus dem Sponsorenumfeld viele gute Signale bekommen, die Menschen unterstützen uns und unsere Arbeit.

Unser Gesamtverein hat alle notwendigen Schritte ergriffen und wir stehen im täglichen Kontakt mit der Geschäftsführung, damit wir schnell auf neue Situationen reagieren könnten.

Sind die Spielerinnen in Kurzarbeit?

Renate Wolf:
Nein aktuell nimmt der Verein diese Möglichkeit nicht wahr. Unsere Spielerinnen stehen ja nach wie vor im Training und wir versuchen alternative Lösungen zu finden. Zusätzlich werden wir uns sozial engagieren.

Wie sieht dieses soziale Engagement konkret aus?

Renate Wolf:
Ab morgen werden wir in Zusammenarbeit mit unserem REWE Händler in Odenthal einen Einkaufsservice für bedürftige Menschen auf die Beine stellen. Die Spielerinnen werden Einkaufslisten entgegennehmen und die Einkäufe an die Haushalte ausliefern. Selbstverständlich immer unter Einhaltung der Vorgaben unserer Bundesregierung.

Was glaubst Du wie sich die Lage im Sport weiter entwickeln könnte, wann kann hier wieder mit normalen Wettkampfbedingungen gerechnet werden?

Renate Wolf:
Für mich steht an erster Stelle die Gesundheit. Was die Gesundheit für uns bedeutet, wird uns jetzt sehr drastisch demonstriert. Wir müssen alle alles dafür tun, dass dieser Virus seine Kreise langsamer ziehen kann.

Wenn das im Griff ist, dann werden sich die Strukturen wieder entwickeln. Wahrscheinlich an vielen Stellen in einer anderen Form.



cs