08.03.2020 12:56 Uhr - 2. Bundesliga - PM Werder Bremen und Kreiszeitung Böblingen

"Wir haben toll gekämpft": Werder Bremen mit wichtigem Sieg bei SG H2Ku Herrenberg

Lena ThomasLena Thomas
Quelle: Hansepixx.de
Die Handballerinnen des SV Werder Bremen konnten einen weiteren Sieg im Abstiegskampf verbuchen. Bei der SG H2Ku Herrenberg gewannen die Grün-Weißen mit 31:29. Mit nun 13:31 Punkten stehen die Bremerinnen zwar immer noch auf dem 14. Tabellenplatz, sind nun aber punktgleich mit dem TVB Wuppertal die den ersten Nichtabstiegsplatz innehaben. "Wir müssen uns jetzt alle der Situation bewusst werden, dass wir hinten drin stehen", sagte ein richtig angefressener H2Ku-Trainer Mike Leibssle.

Das Spiel gegen Bremen war ein Spiegelbild der Partie gegen den HC Rödertal (29:30) aus der Vorwoche. Allein in der ersten Viertelstunde hatten die Kuties etliche Chancen, doch die Verwertung war eine Katastrophe. Egal ob Anika Bissel, Saskia Hiller, Aylin Bok, Carolin Tuc, Lea Neubrander oder Kerstin Foth, egal ob von außen, dem Rückraum, dem Kreis oder im Tempogegenstoß - die Kuties verwarfen einen Ball nach dem anderen, was auch an der starken Bremer Torhüterin Marie Andresen lag, "die uns mit ihren zahlreichen Paraden richtig wehgetan hat".

"Wir haben toll gekämpft", freute sich Werder-Coach Robert Nijdam nach dem Spiel. Dabei verlief der Start nicht optimal. Mit 3:5 geriet Werder ins Hintertreffen und Nijdam nahm die erste Auszeit. Danach lief es bei Bremen deutlich besser und Werder ging beim 6:5 in Führung. Das lag auch in der Flexibilität des SV Werder. Die diesmal mit Lena Thomas auf der Rückraummitte gestartet waren. Bis zur Pause blieb es ein ausgeglichenes Spiel, wo die Bremerinnen beim 11:9 aber die Nase vorne hatten.

Die Halbzeitansprache von Mike Leibssle war ausführlich - die SG H2Ku kam erst spät wieder aus der Kabine - und dürfte auch deftig gewesen sein. Er konnte mit dem, was er bis dahin gesehen hatte, nicht zufrieden sein. Doch es wurde danach noch schlimmer. "Wir haben ganze Fehlerketten produziert", sagte er. Und zählte auf: "Freie Würfe nicht gemacht, zu viele technische Fehler, viele Eins-gegen-eins-Situationen verloren, keinen Zugriff auf die Bremer Offensive gehabt und in der Folge viele Tore bekommen."

Das fasst die zweite Hälfte ganz gut zusammen. Exemplarisch dafür war, dass die Bremerinnen in Unterzahl auf 19:15 davonzogen (39.). Werder schaffte es sich auf 26:20 abzusetzen, leistete sich aber einige Fehler und so kam Herrenberg noch einmal heran. Die Kuties arbeiteten sich zwar wieder auf zwei Tore heran, doch in der nächsten Aktion folgte wieder ein Fehlpass oder ein überhasteter Angriff. "So wie zurzeit in jedem Spiel", ärgerte sich Leibssle, "das geht so einfach nicht mehr weiter." Die Fehler waren bei der ganzen Mannschaft zu beobachten

Doch das Spiel sollte nicht mehr kippen. Bremen behielt am Ende die Ruhe und brachte den Sieg über die Zeit. 31:29 siegten die Grün-Weißen am Ende verdient bei der SG H2Ku Herrenberg. Für Nijdam und seine Mannschaft ist es der vierte Sieg in den letzten fünf Spielen: "Der Sieg war sehr wichtig und zeigt wie flexibel wir mittlerweile im Spiel sind. Jede Spielerin ist wichtig, auch wenn sie vielleicht mal zwei Spiele nicht so viele Einsatzzeiten bekommt. Wir können mit vielen Varianten spielen und das macht es auch für den Gegner schwer."

"Wir müssen die Fehler am Montag aufarbeiten und Lösungen finden, wie wir sie abstellen", betonte Leibssle. Sonst wird es noch ganz schwer für die Herrenbergerinnen, die am kommenden Wochenende in Berlin spielen und danach Aufsteiger Freiburg zu Gast haben. "Da müssen wir, sonst wird es ganz eng."



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