03.03.2020 14:31 Uhr - 2. Bundesliga - PM Solingen-Gräfrath

HSV Solingen-Gräfrath geht in Zwickau im zweiten Durchgang die Kräfte aus

Kerstin ReckenthälerKerstin Reckenthäler
Quelle: HSV Solingen-Gräfrath
Unterschiedlicher hätten die Gesichter des deutlich ersatzgeschwächten Liga-Neulings aus dem Bergischen in beiden Halbzeiten am Samstag nicht sein können. Ging es nach einer überraschenden zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung mit 14:14 in die Kabinen der Sporthalle Neuplanitz, so stand nach 60 Minuten eine in der Höhe zu deutlich ausgefallene 28:38-Auswärtsniederlage beim BSV Sachsen Zwickau zu Buche. "Das Ergebnis steht in keinem Verhältnis zu unserer Leistung", wird HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler im Solinger Tageblatt zitiert.

Nach zehn ausgeglichenen Anfangsminuten erstummten die rund 510 Zuschauer in Sachsen, als der Aufsteiger aus einer robusten 6:0-Deckung konsequent das Tempospiel suchte und erfolgreich umsetzte. Aus einem 5:5- Zwischenstand (10.) trafen Kapitänin Mandy Reinarz und Vanessa Brandt im Alleingang wie am Fließband und stellten per Siebenmeter das 12:7 (19.) aus Solinger Sicht her. Dann schienen die Worte von Zwickaus Trainer Norman Rentsch in der zwei Minuten zuvor genommenen Auszeit Früchte zu tragen, der BSV fand vor allem in Person von Petra Nagy zu alter Stärke und konnte bis zum Pausenpfiff über Linksaußen Jenny Choinowski zum 14:14 egalisieren.

Bis zum 17:17 (36.) durch Reinarz blieben die Klingenstädterinnen den Hausherren auch in den zweiten 30 Minuten an den Fersen, dann zog der Favorit über pfeilschnelle Rechtsaußen Rebeka Ertl in der ersten und zweiten Welle davon, während dem Schlusslicht die Kräfte ausgingen und Wechselmöglichkeiten fehlten.

"Zwickau ist am Kreis und auf jeder Rückraum-Position doppelt besetzt, hat ohne Qualitätsverlust durchgewechselt", erklärt die A-Lizenz-Inhaberin. Sehenswerte Treffer gelangen der Heimmannschaft insbesondere über die Spielerin des Tages, Klara Schlegel, die im ersten Durchgang für Katarina Pavlovic im rechten Rückraum eingewechselt wurde, und per Strafwurf auch über die souveräne Nadja Bolze. "Zwickau hat das sensationell gut gelöst. Wir sind überrannt worden. Kein Vorwurf, es ging mit dem kleinen Kader nicht mehr", so die 37-Jährige gegenüber dem ST.

Immerhin fielen bei Gräfrath Führungsspielerin Franziska Penz und Alina Bohnen erkrankt aus, Laura Sosnierz war beruflich verhindert, die beiden Langzeitverletzten Amelie Knippert und Barbara Bongartz betrachteten den kämpferischen und couragierten Auftritt ihres Teams, das durch Jette Clauberg und Laura Winkelhoch aus der zweiten Damenmannschaft verstärkt wurde, von der Tribüne aus. Drei abschließende spektakuläre Treffer von Solingens Linkshänderin Leonie Heinrichs, die in der Crunchtime stark auferlegt war, sollten letztlich nur noch Ergebniskosmetik sein.