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02.03.2020 13:04 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

HL Buchholz 08-Rosengarten verpasst hauchdünn dreizehnten Sieg in Folge

8 Tore: Ann Kynast8 Tore: Ann Kynast
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
26:26 lautete das Endergebnis der HL Buchholz 08-Rosenarten bei ihrer Auswärtsbegegnung am 21. Spieltag der 2. Bundesliga. Nach dem 17:21-Rückstand zu Beginn der zweiten Halbzeit durften die Waiblingerinnen sich am Ende über einen verdienten Punkt freuen: Sie brachten durch das 26:26 (16:18) den Gästen aus Niedersachsen nach zwölf Siegen in Folge den ersten Punktverlust bei. In einem unglaublich spannenden Spitzenspiel auf höchstem Niveau gegen den VfL Waiblingen erzielte Ann Kynast mit acht Treffern für die Heimmannschaft die meisten Tore, während Evelyn Schulz für die Gäste sechsmal erfolgreich war.

Zwar büßten die Luchse einen Punkt auf ihren ärgsten Verfolger, SV Union Halle-Neustadt ein, der daheim denkbar knapp mit 31:30 gegen die SG Kirchhof 09 die Oberhand behielt. Doch mit 37:5 Punkten behaupten die Norddeutschen die Tabellenführung vor den "Wildcats" aus Sachsen-Anhalt, die 35:7 Zähler auf ihrem Konto haben, gefolgt vom BSV Sachsen Zwickau mit einem Punktestand von 33:9. Das Spitzentrio ist wieder enger zusammengerückt und der weitere Verlauf um die Aufstiegsplätze gestaltet sich weiterhin als extrem spannend.

In der mit 410 Zuschauern gut gefüllten Waiblinger Rundsporthalle konnten die Luchse durch Evelyn Schulz zwar die frühe Führung erzielen, doch die 6:0-Formation agierende Gästeabwehr fand keinen Zugriff auf die schnellen und kraftvollen Aktionen der Heimmannschaft, die sich bis zur achten Minute durch das Tor von Sinah Hagen zum 9:6 mit drei Toren vom Spitzenreiter absetzen konnte.

Beide Teams legten ein irres Tempo mit mächtig Zug zum Tor vor. Vor allem die beiden Linkshänderinnen Ann Kynast und Tanja Padutsch sorgten in der Anfangsphase für die Waiblinger Tore. Bei den Handball-Luchsen waren Halblinksspielerin Sarah Lump und Kreisläuferin Evelyn Schulz in der Anfangsviertelstunde die auffälligsten Akteurinnen. Auf diese schnelle Torfolge reagierte der Trainer der HL Buchholz 08-Rosengarten und stellte mit Erfolg auf 5:1 um.

Abwehrreihen dominieren Partie




Er brachte auch die angeschlagene Kim Land, die ihrer Abwehr zu mehr Stabilität verhalf. In der zehnten Minute konnte Johanna Heldmann für die Luchse zum 9:9 ausgleichen, aber die "Tiger-Girls" legten immer wieder vor und setzten sich bis zur 16. Minute erneut mit drei Treffern zum 12:9 ab. Aber die Luchse ließen sich nicht abschütteln, daran änderte auch eine Auszeit des Heimtrainers nichts, denn den Gästen gelang bis zur 25. Minute durch einen Doppelschlag von Evelyn Schulz nicht nur der Ausgleich sondern auch die knappe Führung (15:16), die die Luchse bis zum Ende der ersten Halbzeit auf 16:18 ausbauen konnten.

Im zweiten Abschnitt der Partie gelang dem Spitzenreiter ein Blitzstart und vergrößerte seinen Vorsprung durch Treffer von Marleen Kadenbach und Kim Berndt auf 16:20. Aber der VfL Waiblingen, der in der zweiten Halbzeit auf die offensivere 3:2:1-Deckung umgestellt hatte, blieb im Spiel. Doch die eingewechselte Tigers-Keeperin Laura Pavic setzte mit einigen stark gehaltenen Bällen ein positives Signal. Das gesamte Waiblinger Team mit einem höchst engagierten VfL-Coach Nico Andersson an der Seitenlinie, mobilisierte alle Kräfte. Auffällig war, dass in der Folgezeit die nun dominanten Abwehrreihen nur wenig Tore zuließen, so dass die Luchse bis zur 39. Minute ihren Vorsprung halten konnten.

Danach kam die Heimmannschaft aber immer besser ins Spiel, zumal den Norddeutschen acht Minuten kein Tor mehr gelang, da sie etliche Chancen vergaben. Die Luchse hatten jetzt erhebliche Probleme mit der offensiven Gästeabwehr und auch die taktische Variante, mit sieben Feldspielerinnen zu agieren, zeigte nicht unbedingt den erhofften Erfolg. Die "Tiger-Girls" konnten durch die großartige Ann Kynast in der 48. Minute zum 22:22 ausgleichen und sieben Minuten vor dem Ende durch Vanessa Nagler sogar mit 25:24 in Führung gehen.

Prelcec: "Mit toller Abwehrarbeit den Punkt erkämpft"




Die begeisterten Zuschauer peitschten ihre Mannschaft nach vorne und glaubten an eine Wiederholung des Erfolges über den Primus aus dem letzten Jahr, doch die Luchse hielten dem Ansturm der "Tiger-Girls" stand und konnten in der turbulenten Schlussphase durch den Treffer von Johanna Heldmann in der 58. Minute zum insgesamt verdienten 26:26 ausgleichen. Es war ein ungemein spannendes Spitzenspiel, in dem alle Feinheiten des Handballs geboten wurden.

Hochspannung und Dramatik pur in der Rundsporthalle. Nach beiderseits vergebenen Möglichkeiten war der VfL 66 Sekunden vor dem Ende wieder in Ballbesitz. Dann die strittigste Entscheidung des Abends: Eine Abwehraktion der Handball-Luchse, bei dem beide Spielerinnen im Kreis standen, wurde vom Schiedsrichtergespann jedoch als Stürmerfoul von Ann Kynast gewertet. Aber auch die Tigers wehrten den letzten Gästeangriff, so dass es beim alles in allem gerechten Unentschieden blieb.

Es war dem Spiel der Luchse anzumerken, dass sie durch die Ausfälle von Zeliha Puls, Cassandra Nanfack und Julia Herbst in ihren Möglichkeiten, besonders von Außen limitiert waren, zumal Kim Land durch ihre Verletzung bedingt, nur in der Abwehr spielen konnte, hier aber zusammen mit der jungen Alexia Hauf eine überragende Leistung bot.

Das Spitzenspiel in der Waiblinger Rundsporthalle war sehr hart und körperbetont, aber niemals unfair. "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, denn trotz aller Widrigkeiten hat meine Mannschaft diesmal dem Druck der Schwäbinnen standgehalten und am Ende mit toller Abwehrarbeit den Punkt erkämpft. Mit der 6:0-Deckung der ersten Minuten bin ich überhaupt nicht einverstanden, denn neun Gegentore in dieser kurzen Zeitspanne sind einfach zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir wenig zugelassen, aber unsere Torquote mit nur acht Treffern war einfach zu gering, um beide Punkte mitzunehmen", fasst Dubravko Prelcec, der Trainer der HL Buchholz 08-Rosengarten seine Eindrücke zusammen.

Insgesamt zeigte der Tabellenführer eine geschlossene Mannschaftsleistung mit viel Willen und Kampfkraft, deshalb geht die Punkteteilung auch in Ordnung. Matthias Steinkamp vom Luchse Trainer-Team resümiert: "Wie erwartet war es ein intensives Bundesligaspiel auf Augenhöhe mit gerechter Punkteteilung am Ende. Auch wenn unsere Mädels nach Spielende aufgrund einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung niedergeschlagen das Spielfeld verließen, waren wir Trainer nach Betrachtung des gesamten Spielverlaufs doch zufrieden mit dem Ergebnis. Kim Land und Alexia Hauf setzten Akzente in der Deckung und Sarah Lamp sowie Evelyn Schulz überzeugten in der ersten Hälfte offensiv."

"Das ist ein gewonnener Punkt für uns", gab ein höchst zufriedener Tigers-Coach Nico Andersson nach dem Spiel zu Protokoll. "Obwohl wir immer wieder schwierige Phasen hatten, konnten wir die zweite Halbzeit gewinnen und haben uns das Unentschieden aufgrund unserer überragenden Abwehr nach der Pause verdient".



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