02.03.2020 08:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Kein Sieger im "Kampfspiel auf Augenhöhe" zwischen Bayer Leverkusen und HSG Blomberg-Lippe

Jennifer Rode fiel verletzt ausJennifer Rode fiel verletzt aus
Quelle: Jörg Dembinski, TSV
In der Ostermann Arena sahen 650 Zuschauer ein leistungsgerechtes 23:23 (8:6) zwischen den Tabellennachbarn vom TSV Bayer 04 und der HSG Blomberg-Lippe. Für die Werkselfen war es das erste Unentschieden in der laufenden Saison. Nach einem weitgehend ausgeglichenen Spiel war es Tessa van Zijl, die 25 Sekunden vor dem Abpfiff den Treffer zum Punktgewinn für die Gäste erzielte. Beste Werferin der Partie war Blombergs Silje Brøns Petersen, die neunmal ins Schwarze traf. Bei den Rheinländerinnen trafen Svenja Huber (7/6) und Zivile Jurgutyte (6) am häufigsten.

Die Fans beider Teams wurden in der ersten Hälfte auf eine harte Probe gestellt. Kompakte Abwehrreihen und hervorragende Torhüterinnen bestimmten in erster Linie das Geschehen. Die Gäste aus dem Lipperland fanden etwas besser in die Partie und führten schnell mit 2:0. Die Gastgeber hingegen benötigten siebeneinhalb Minuten, ehe Jennifer Rode den ersten Treffer für ihre Farben erzielen konnte.

In diesem "Schritttempo" ging es bis zur Halbzeit weiter. Leverkusen erkämpfte sich, mit einer stark auftrumpfenden Nele Kurzke im Tor, Mitte der ersten Hälfte eine knappe Führung, die man auch mit in die Kabine nahm. 8:6 nach 30 Minuten, kaum ein Zuschauer dürfte eine Erinnerung an ein ähnlich torarmes Spiel in der Rundsporthalle gehabt haben.

Rode-Verletzung schockt Werkselfen




Die Halbzeitpause schien den Gastgeberinnen dann besser bekommen zu sein. Nele Kurzke hielt zweimal stark, Jennifer Souza und Anna Seidel bauten die Führung auf 10:6 (34.) aus. Doch die Gäste aus Blomberg bewiesen ihre bisher in dieser Saison gezeigten Qualitäten und waren beim 11:11 (38.) wieder im Spiel.

In Minute 45 dann die große Schrecksunde aus Leverkusener Sicht. Jennifer Rode stieß im Angriff mit einer Gegenspielerin zusammen und musste vom Parkett getragen werden - für die Linkshänderin war die Partie beim Stand von 16:14 für die Werkselfen damit beendet. Eine Untersuchung am Montag soll Klarheit über die Schwere der Verletzung der 24-Jährigen bringen.

Zwar brachte Svenja Huber die Gastgeberinnen kurz danach mit ihren einzigen Feldtor zum 17:14 noch einmal mit drei Toren in Front, doch in der Folge tat sich Leverkusen im Rückraum ohne eine Linkshänderin schwer. Zudem fehlten mit der erkrankten Mareike Thomaier und Lilli Holste, die mit der A-Jugend in Bietigheim weilte, weitere Alternativen.

Hinzu kam das Blombergs Silje Brøns Petersen nach dem Wechsel nicht mehr zu halten war. Die Rückraumspielerin erzielte in der Folge sechs ihrer insgesamt neun Treffer und war maßgeblich für den Punktgewinn der HSG unterm Bayerkreuz verantwortlich.

Birkner: Partie "die komplette Spielzeit auf Messers Schneide"




So entwickelte sich eine hochspannende Schlussphase, in der sich kein Team den entscheidenden Vorteil erkämpfen konnte. Svenja Hubers 23:22 per Siebenmeter konnte Tessa van Zijl eine halbe Minute vor dem Ende erneut egalisieren und damit die Punkteteilung klar machen.

"Die Punkteteilung geht in Ordnung. Es war ein Kampfspiel auf Augenhöhe, das keinen Sieger verdient hatte. Wir konnten uns nie entscheidend absetzen, denn dafür fehlte es im Angriff phasenweise an der nötigen Power", so das Resümee von Bayer-Trainerin Renate Wolf.

HSG-Trainer Steffen Birkner lobte nach Spielende die kämpferische Leistung seines Teams: "Wir haben das heute in der Defensive sehr gut gemacht und dort viel Kraft investiert. Im Angriff sind uns hingegen grade in der ersten Halbzeit einige Fehler unterlaufen und auch die Zielstrebigkeit hat gefehlt. Das ist uns dann im zweiten Abschnitt besser gelungen, wo wir stärkeren Zugriff gefunden haben und auch schneller in den Tempogegenstoß gekommen sind."

Letztendlich freue er sich über den Punktgewinn, so Birkner: "Die Begegnung stand heute über die komplette Spielzeit auf Messers Schneide. Wir mussten oft in Unterzahl agieren und haben das in meinen Augen gut gelöst. In dieser Saison 3:1-Punkte aus den beiden NRW-Derbys gegen Leverkusen mitgenommen zu haben ist super."



cs