01.03.2020 17:13 Uhr - EHF European League - THC, dpa, red

Thüringer HC verliert im EHF-Cup gegen Podravka

Herbert Müller und der THC mussten sich geschlagen geben. Herbert Müller und der THC mussten sich geschlagen geben.
Quelle: Wolfgang Stummbillig/BVB
Der Thüringer Handballclub hat im Viertelfinal-Hinspiel des EHF-Cups eine Niederlage hinnehmen müssen. Beim HC Podravka Vegeta in Kroatien musste sich der THC am Sonntag mit 23:27 (12:15) geschlagen geben. Topscorerin war erneut Beate Scheffknecht mit sechs Treffern, Lamprini Tsakalou traf neun Mal für die Gastgeberinnen. Das Rückspiel findet am kommenden Sonntag in Nordhausen statt.

RK Podravka Vegeta hatte Anwurf, Dejana Milosavljevic netzte bereits im ersten Angriff von Außen zum 1:0. Der erste Angriff aufseiten der Gäste blieb torlos. Bereits in der dritten Spielminute erhöhte Ana Turk zum 4:0. Darauf zückte Herbert Müller die erste grüne Karte und versuchte seinen Damen Mut zuzusprechen. Den ersten Siebenmeter im Spiel verwandelte Beate Scheffknecht sicher. Die Abwehr von Podravka Vegeta packte von Beginn an ordentlich zu und Beate Scheffknecht netzte den zweiten Siebenmeter zum 5:2.

Der Thüringer HC agierte in der Anfangsphase nervös und unkonzentriert. Daraus leiteten sich technische Fehler und ungenaue Würfe auf das Tor der Kroatinnen ab. In der siebten Minute erhielt Emily Bölk die erste Zeitstrafe wegen Stoßens und der fällige Strafwurf wurde sicher verwandelt. In Überzahl und gegen eine löchrige Abwehr setzte sich der Gastgeber in der 8. Minute auf 8:2 ab. Die recht harmlosen Angriffe verschafften Podravka Ballgewinne und nur das Gebälk verhinderte weiteres Davonziehen. Die technischen Fehler und schlechten Angriffslösungen, zwangen Herbert Müller zu diesem frühen Zeitpunkt zu einer weiteren Auszeit.



Der THC-Coach wechselte im Angriff und in der Abwehr durch. Das Spiel des THC begann sich merklich zu stabilisieren. Mit einem Hüftwurf verkürzte Mikaela Mässing von jenseits der Neunmetermarke auf 8:3. Fast unbehelligt lief Tjasa Stanko durch die Abwehrreihe der Thüringerinnen und netzte zum 9:3 ein (13.Minute). RK Podravka Vegeta verschob in der Abwehr geschickt und machte es dem THC schwer, eine sichere Wurflösung zu finden. Trainer Herbert Müller versuchte es mit Umstellungen im Positionsspiel und schnellen Wechseln, zählbares kam dabei wenig heraus. Allein Beate Scheffknecht war bislang makellos vom Punkt und erzielte mit einem weiteren Strafwurf den vierten Treffer für ihr Team.

18 Minuten waren gespielt, da traf Mariana Lopes aus dem Rückraum zum fünften Mal für die Thüringerinnen. Knapp eine Minute später parierte Ann-Cathrin Giegerich einen Strafwurf, aber ein Ballverlust der Gäste sorgte für den 11:5 Zwischenstand. Die Damen aus Koprivnica packten in der Abwehr weiter kräftig zu und Lamprini Tsakalou traf in der 21. Minute zum 12:6. Klar herausgespielte Aktionen ließ der Thüringer HC weiterhin vermissen. Mit Einzelaktionen hielten sich die Gäste im Spiel. Im Tor der Gastgeberinnen fischte sich Jovana Risovic einige Würfe auf ihr Gehäuse. Gut fünf Minuten vor der Halbzeitpause musste Jovana Sazdovska für zwei Minuten auf die Bank, Korina Karlovcan ereilte auf der Gegenseite das gleiche Schicksal.

Trotzdem, der Thüringer HC gab nicht auf und kämpfte sich mühsam Tor für Tor heran. Das 13:11, zwei Minuten vor der Pause, zwang den Coach der Gastgeber Zlatan Saracevic zur Auszeit. Lange hatte es gedauert, bis sich der Thüringer HC ins Spiel zu gekämpft hatte. In der 30. Minute netzte Mikaela Mässing zum 14:12 ein und hielt ihre Mannschaft so in Schlagdistanz. Sekunden vor dem Pausenpfiff entschieden die Unparteiischen auf Strafwurf für Podravka, den Lamprini Tsakalou nach Ablauf der regulären Spielzeit zum Halbzeitstand von 15:12 verwandelte.

Kaum aus den Kabinen, startet Mikaela Mässing mit dem ersten Treffer für den THC und verkürzte auf 15:13. Die Antwort von Lamprini Tsakalou folgte prompt, sie zirkelte den Ball an Ann-Cathrin Giegerich vorbei ins THC-Gehäuse. Mariana Ferreira Lopes erwischte einen Sahnetag, mehrfach zeichnete sie sich im Spiel aus und zeigte ihre Torgefährlichkeit. Vier Minuten nach Wiederanpfiff brachte die Portugiesin die Gäste auf zwei Tore heran und Ann-Cathrin Giegerich parierte im Gegenangriff. RK Podravka bekam in dieser Phase weniger Zugriff auf den THC-Angriff. Beate Scheffknecht konnte mit ihrem verwandelten Strafwurf auf 16:15 verkürzen.



Der Thüringer HC war dran. Die eingewechselte Azenaide Danila Jose Carlos traf aus dem Rückraum, diesmal antwortet Mikaela Mässing für die Gäste auf der anderen Seite mit auch einem Treffer(37. Minute). Eine Minute später nahm Alicia Stolle für zwei Minuten auf der Bank. Herbert Müller nahm im eigenen Angriff die Torfrau heraus und füllte so mit einer Feldspielerin auf. Die Partie gestaltete sich zunehmend ausgeglichener. Der deutsche Vizemeister schaffte trotz allem in dieser Phase den Ausgleich nicht. Podravka hatte Mühen, die eigenen Abwehrreihen stabil zu halten. Azenaide Danila Jose Carlos setzte nach 44. Minuten den 20. Treffer für ihr Team.

Wieder hatten die Gäste Probleme im Abschluss und so erzielte Aneta Benko in der 45. Minute von der Linksaußenposition das 21:18. Zuvor kassierte Mariana Lopes die vierte Zeitstrafe. RK Podravka Vegeta stellte auf eine Manndeckung um. Lydia Jakubisova war im Tempogegenspiel nur durch ein Foulspiel zu stoppen. Den fälligen Strafwurf verwandelte Beate Scheffknecht zum 21:19. Dieser Verlauf des Spiels missfiel dem kroatischen Trainer Antonio Pranjic sichtlich und er nahm ein weiteres Team Timeout. Lamprini Tsakalou entpuppte sich über die gesamte Spielzeit als torgefährlich und war im Angriffsspiel kaum zu stoppen. Sie netzte in der 48 Spielminute zum 22:19.

Alicia Stolle stellte Sekunden später den Zweitoreabstand wieder her. Noch knapp 10 Minuten zu spielen, der kroatische Meister legte zum 24:21 vor. Magdalena Ecimovic parierte zudem einen Strafwurf von Beate Scheffknecht. Gegen Ende der schnell geführten Partie schienen dem einzig verbliebenen deutschen Vertreter die Kräfte zu verlassen. Die Würfe kamen nicht mehr so platziert wie in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Es bedurfte viel Kampfgeist, um dranzubleiben. Fünf Minuten vor dem Abpfiff stellte Podravka wieder auf Manndeckung.

Lamprini Tsakalou gelang es sich den Ball zu stibitzen und ihre Mannschaft mit vier Toren in Führung zu bringen (26:22, 56. Minute). Zögerndes Rückzugsverhalten produzierte den nächsten Treffer der Gastgeberinnen, um sich mit 27:22 abzusetzen. Mit dem Schlusspfiff vergab Aneta Benko einen Wurf von der Außenbahn. Auf der Anzeigetafel stand nach 60 Minuten ein 27:23 für den kroatischen Meister. Ein knapperer Ausgang war dem THC nicht vergönnt, vier Tore sollten in der kommenden Woche in eigener Halle und mit den THC-Fans im Rücken machbar sein.

Statistik zum Spiel




RK Podravka Vegeta: Jovana Risovic, Magdalena Ecimovic; Ana Turk 1, Aneja Beganovic 3, Korina Karlovcan 1, Elena Popovic, Dragica Dzono 1, Dejana Milosavljevic 4, Dijana Mugosa, Lea Franusic, Tjasa Stanko 3, Elena Gjorgjijevska, Lamprini Tsakalou 9, Aneta Benko 3, Ana Debelic, Azenaide Danila Jose Carlos 2

Thüringer HC: Marie Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich; Mariana Ferreira Lopes 6, Beate Scheffknecht 6, Alexandra Mazzucco, Almudena Rodriguez Rodriguez, Jovana Sazdovska 1, Alicia Stolle 3, Emily Bölk, Ina Großmann, Mia Biltoft, Mikaela Mässing 5, Lydia Jakubisova 2

Siebenmeter: 3/5 ; 6/7
Strafminuten: 6/4
Zuschauer: 2080
Schiedsrichter: Viktoria Alpaidze/Tatyana Berezkina (RUS)
EHF-Delegierter: Emir Beslija (MNE)



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