27.02.2020 10:49 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Thüringer HC mit Arbeitssieg über Neckarsulmer Sport-Union

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Wolfgang Stummbillig/BVB
Personell stark ersatzgeschwächt zeigte die Neckarsulmer Sport-Union in der vorgezogenen Partie des 17. Spieltags der Handball Bundesliga Frauen (HBF) eine ordentliche Leistung, ging beim 25:20 (13:10) nach zwei Siegen in Folge aber dennoch beim Thüringer Handball Club ohne Punkterfolg vom Feld. Beste Torschützin aufseiten der Gäste war Beate Scheffknecht mit 8/2-Treffern. Bei der Neckarsulmer Sport-Union war Birna Haraldsdottir mit 7/5-Treffern erfolgreich.

Obwohl die NSU mit nur neun Feldspielerinnen anreisen konnte, zeigte die Mannschaft von Trainerin Maike Daniels von Beginn eine gute Leistung, vor allem mit viel Gegenwehr in der aggressiven Deckung gegen die ebenfalls stark gebeutelten Gastgeberinnen. Zwar tat sich auch Neckarsulm in der ersten Hälfte gegen die THC-Defensive wie in den letzten Spielen schwer, doch dem amtierenden Pokalsieger gelingt im Angriff gegen die Sport-Union nicht viel und eine erneut sehr gut aufgelegte Sarah Wachter kann einige Bälle der Thüringerinnen parieren.

Den Anschluss behielt Neckarsulm in der ersten Hälfte vor allem über einige Anspiele an den Kreis, die entweder direkt von Jill Kooij genutzt oder letztendlich von Birna Berg Haraldsdóttir per Siebenmeter versenkt wurden. Beide Mannschaften vergaben im Angriff viele klare Gelegenheiten, sodass nach zehn Minuten nicht mehr als ein 4:3 für den THC auf der Anzeigetafel stand. Nach weiteren vier Minuten führten die Gäste wiederum mit 5:4.

Müller: "Konnten in den gesamten 60 Minuten nicht den Angriffsdruck aufbauen"




Das Unterzahlspiel, nach einer Zeitstrafe gegen Emily Bölk, löste der THC gut und ließ nur einen Treffer zu, sodass es nach 18 Minuten 6:6 stand. Der Coach des Thüringer HC zeigte sich sichtlich unzufrieden und wurde in seiner ersten Auszeit sehr deutlich. Die Ansprache schien trotzdem nicht zu fruchten, nach 24 Minuten lagen die THC-Damen nur knapp mit 10:8 vorn. Erst in den Minuten vor der Pause hatte der THC die Chance, sich von den Neckarsulmerinnen abzusetzen und ging mit einer 13:10-Führung in die Kabine.

Einen größeren Abstand konnte sich die Mannschaft von Trainer Herbert Müller allerdings nicht erarbeiten. Gleich zwei Mal saß Neckarsulm dem Thüringer HC wieder mit nur einem Tor Unterschied im Rücken, der wichtige Schritt zum Ausgleich oder sogar zur möglichen Führung gelang aber nicht. Herbert Müller legte nach dem 15:14 seine zweite Timeout-Karte, da er dem planlos wirkenden Angriff seiner Mannschaft nicht länger zusehen wollte. Er wechselte durch, aber auch das brachte kein deutlicheres Ergebnis auf der Anzeigetafel.

Nach 44 Minuten gelang den Gastgeberinnen die erneute Dreitoreführung, nachdem sich Almudena Rodriguez im Eins-gegen-eins durchsetzen konnte. Thüringen setzte sich mit der individuellen Klasse aus dem Rückraum erneut auf drei Tore ab und verwaltete den Vorsprung in den letzten Minuten des Spiels souverän. Am Ende verlor die Neckarsulmer Sport-Union mit fünf Toren Unterschied, da in den letzten zehn Minuten lediglich zwei Treffer fallen wollten, konnte aber dennoch auf eine solide Leistung beim Favoriten zurückblicken.

Daniels: "Wollten und konnten kein hohes Tempo gehen"




"Alles was heute gezählt hat, waren die zwei Punkte. Zur Zeit läuft unser Spiel nur sehr zäh und es war ein reines Kampfspiel. Ich danke Emily Bölk, dass sie heute gespielt hat, obwohl Sie sich gestern krank gemeldet hatte. Leider ging es nach 30 Minuten bei ihr nicht mehr. Wir konnten in den gesamten 60 Minuten nicht den Angriffsdruck aufbauen, den ich mir gewünscht habe. Ich danke der Roten Wand, dass sie uns auch bei solchen Spielen bis zum Schluss unterstützt", so THC-Coach Herbert Müller.

"Klar, wir sind trotz den heutigen Voraussetzungen mit nur neun Feldspielerinnen hierher gekommen, um ein gutes Spiel abzuliefern und da muss man beim Thüringer HC als Gegner auch erst einmal damit umgehen können. Uns war klar, dass wir dadurch kein hohes Tempo gehen wollen und können, haben das im Spiel auch so umgesetzt. Wir haben uns dann schon vorgestellt, den Ball im Positionsangriff besser laufen lassen zu können, aber mit 25 Gegentoren können wir gegen eine starke Mannschaft mit sehr guten Rückraumspielerinnen dennoch leben. Ich hätte mir aber dennoch gewünscht, dass wir in der zweiten Hälfte noch mehr Druck auf den THC ausüben können", blickt Daniels nach dem Spielende auf die 25:20-Niederlage zurück.

Nach zwei Siegen in drei Auswärtsspielen in Folge steht bei der Sport-Union durch die vorgezogene Partie nun ein spielfreies Wochenende im Kalender, das zur Regeneration vor den kommenden Aufgaben dienen soll. Im kommenden Spiel der HBF geht es für die Neckarsulmerinnen nämlich erneut auswärts zum absoluten Spitzenteam und verlustpunktfreien Tabellenführer Borussia Dortmund (07. März, 19:30 Uhr). Eine Woche später spielt die NSU dann wieder in der heimischen Ballei und empfängt den Buxtehuder SV (14. März, 18:00 Uhr).