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26.02.2020 13:57 Uhr - 1. Bundesliga - Paula Keller, dpa

Thüringer HC: Der Vorzeigeclub muss sich neu erfinden

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Marco Wolf
Vom Premiumprodukt zum Sorgenkind: Der Thüringer HC war im vergangenen Jahrzehnt das Aushängeschild des Frauen-Handballs über den Osten hinaus. Mit sieben Meistertiteln, drei Erfolgen im DHB-Pokal sowie starken Auftritten in der Champions League verwöhnte der Club die Fans, überstrahlte zudem spielend Hiobsbotschaften wie die Pleite des einstigen Dauerrivalen HC Leipzig. Doch die Konkurrenz hat nicht nur aufgeholt, sondern den Club teilweise längst überholt.

Der Lack ist etwas ab, mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Thüringer HC im Kampf um die Meisterschaft nur eine Nebenrolle spielen. Selbst die Top 3 sind momentan außer Reichweite. Immerhin kann der THC im EHF-Cup und im DHB-Pokal noch auf einen Titelgewinn hoffen - was die Spielzeit ohne Frage halbwegs retten würde. Doch andere Clubs haben längst nicht nur sportlich, sondern auch finanziell aufgeholt.

Der Kern des Problems sei jedoch der aktuelle Kader. "Uns fehlt es einfach an Siegermentalität. Viele Dinge sind wichtiger. Wir haben dieses Jahr viel zu sehr in einer Komfortzone gelebt", sagt Trainer Herbert Müller und übt Selbstkritik: "Vielleicht haben wir in diesem Jahr den Fehler gemacht, der Mannschaft, die charakterlich nicht dazu in der Lage war, das positiv umzusetzen, eine zu lange Leine zu geben."

Hinzu kamen Verletzungsprobleme. Mit Josefine Huber und Meike Schmelzer fehlen beide Kreisläuferinnen, dazu verletzten sich Kapitänin Iveta Koresova und Torhüterin Marie Davidsen. Müller will aus der Spielzeit dennoch das Maximum herausholen: "Wir müssen schauen, dass wir wieder in die Spur kommen. Wir müssen in der Bundesliga punkten, um zumindest im Rahmen der internationalen Plätze zu bleiben. Wir wollen nächstes Jahr EHF-Cup spielen."

Gesicht der Mannschaft wird sich verändern




Dazu müssen die Thüringerinnen mindestens Vierter in der Bundesliga werden. Künftig soll dies aber nicht der Anspruch sein, da hat man beim erfolgsverwöhnten Club den Blick noch weiter nach oben gerichtet. "Wir werden sicherlich kein Understatement betreiben und sagen, wir wollen in der Liga Fünfter oder Sechster werden", sagt Geschäftsführer Maik Schenk.

Das Gesicht der Mannschaft wird sich zwangsläufig verändern. Die Nationalspielerinnen Alicia Stolle und Emily Bölk werden den Verein Richtung Budapest verlassen. Spielführerin Koresova ist schwanger, wird frühestens Ende des Jahres wieder auf der Platte stehen. Verpflichtet wurden bisher die Schweizer Nationalspielerin Kerstin Kündig, Nina Neidhardt und Anouk Nieuwenweg.

"Wir werden versuchen, eine schlagkräftige Mannschaft, die um Titel mitspielen kann, für die kommende Saison zusammenzustellen", sagt Schenk. Dafür sondiert Trainer Müller weiter den Markt. Eine Planstelle auf Rechtsaußen und zwei im Rückraum sind noch zu vergeben.

"Wir müssen darauf achten, Spielerinnen im Verein zu haben, die alles für den Verein tun und die Vereinsfarben als wichtigstes Element sehen, sich nicht schon mit dem Kopf gedanklich ganz woanders befinden", betont Müller. Damit will der Trainer an die erfolgreichen Jahre anknüpfen.

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