23.02.2020 15:57 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Auch gegen Metzingen gibt es keine Bonuspunkte für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach

Julia Maidhof und die Flames hielte lange gut mit gegen MetzingenJulia Maidhof und die Flames hielte lange gut mit gegen Metzingen
Quelle: Andrea Müller, Flames
Aller guten Dinge sind drei. So könnte es die TuS Metzingen diese Saison zusammenfassen, was die Begegnungen mit den Flames der HSG Bensheim/Auerbach betrifft. Nach den Siegen in Metzingen im Hinspiel und im DHB-Pokal konnten die TUSSIES auch gestern die Punkte aus Bensheim mitnehmen. Vor 1120 Zuschauern in der Weststadthalle verlor das Team von Flames-Coach Heike Ahlgrimm mit 24:30 (10:12) gegen den Tabellendritten. Beste Torschützin der Flames war Julia Maidhof, die erneut von den Fans auch zur Spielerin des Spiels gewählt wurde, mit 9/5 Toren sowie Daleila Amega mit 7 Toren bei den TUSSIES.

Es bleibt dabei. Die Flames können diese Saison die Großen ärgern und dran bleiben, aber zu einem Überraschungserfolg reicht es noch nicht. Dabei hat die Mannschaft von Heike Ahlgrimm auch gegen Metzingen stark begonnen und den Favoriten kalt erwischt. Nach drei Minuten stand es bereits 3:0 nach Toren von Christin Kühlborn und zweimal Julia Maidhof vom Siebenmeterpunkt. "Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht da, vor allem in der Anfangsphase", bemängelte daher auch Gästetrainerin Edina Rott nach dem Spiel.

Ihre Mannschaft kam langsam besser ins Spiel und konnte aus dem 0:3 eine 4:3 Führung machen (10.). "Wir haben auf jeden Fall das Spiel vom Mittwoch noch gespürt", gab Delaila Amega zu protokoll. Auch Nicole Roth machte das Spiel gegen den THC für den schwachen Start verantwortlich: "Wir hatten ein richtiges Powerspiel in den Knochen. Uns war klar, dass wir nicht direkt so weitermachen können, aber als Team haben wir uns reingekämpft."

Nachdem die erneut starke Helen van Beurden im Tor einen Siebenmeterwurf von Simone Petersen parierte, sorgten Sarah van Gulik und Ines Invancok ihrerseits wieder für eine 5:4 Führung der Flames (15.) und Gästetrainerin Edina Rott nahm ihr erstes Team-Timeout. Annika Niederwieser konnte zum 5:5 ausgleichen (16.). Ines Ivancok und Julia Maidhof sorgten erstmals wieder für einen Zweo-Tore-Vorsprung beim 7:5 (20.). Lisa Friedberger hatte zwischendurch noch einen Siebenmeter verworfen.

Das Spiel blieb ausgeglichen. In der 28.Minute stand es 10:10. Bei den Flames schlichen sich zu diesem Zeitpunkt bereits einige technische Fehler und Fehlwürfe ein und man fand im ganzen Spiel kein Mittel gegen die Unterarmwürfe von Delaila Amega, die so zu einfachen Toren kam. "Wir haben in der ersten Halbzeit viele Dinge richtig gut umgesetzt und haben gegen Ende der Halbzeit eins, zwei Bälle verworfen oder ein, zwei Fehler gemacht. Dadurch sind wir mit zwei Toren in Rückstand geraten", zog Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm das Fazit zur ersten Halbzeit. Denn erst in den letzten beiden Minuten vor der Pause gelang den TUSSIES durch Tore von Simone Petersen und Delaila Amega die 10:12 Pausenführung und der erstmalige Zwei-Tore-Vorsprung für die Gäste.

Delaila Amega war es auch, die nach der Pause auf 10:13 (31.) erhöhte. Bis zum 14:15 (39..) blieb die umkämpfte Partie ausgeglichen, doch dann setzte sich Metzingen über 14:17 (41.) und 16:19 (44.) wieder etwas ab. Die in der zweiten Halbzeit eingewechselte Torfrau Nicole Roth konnte jetzt einige freie Bälle parieren, hinzukam überhastet abgeschlossene Angriffe und technische Fehler der Flames. So konnten die TUSSIES ihr Tempospiel aufziehen und zogen innerhalb von weniger als vier Minuten von 16:18 auf 16:22 (48.) davon und setzten sich damit vorentscheidend ab.

Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nahm folgerichtig ein Team-Timeout. "Wir hatten auf einmal eine Phase, wo wir mit fünf, sechs Toren hinten liegen. Aber nicht weil Metzingen besser war, sondern weil wir einfache Fehler gemacht haben. Wir verlieren im Tempo den Ball und laden dadurch natürlich Metzingen ein, sonst hätten wir es länger eng und knapp gehalten", verdeutlichte Heike Ahlgrimm nach dem Spiel. Die Flames gaben nicht auf und konnten auf 20:23 (53.) durch Sarah Dekker verkürzen.

Begünstigt wurde dies durch die zweiminütige Überzahl nach der Disqualifikation von Laetita Quist, die nach einem Foul an Christin Kühlborn die rote Karte sah. Allerdings konnte man nicht die doppelte Überzahl nutzen, als eine weitere 2-Minuten-Strafe gegen Tamara Haggerty ausgesprochen wurde. Bo van Wetering erhöhte wieder auf 20:24 (54.) für Metzingen und Sanne Hoekstra verkürzte unmittelbar danach wieder auf 3 Tore zum 21:24 (54.).

Die Flames mussten jetzt alles riskieren und stellten auf eine offene Abwehr um. Hier zeigte nun die Erfahrung der TUSSIES, die die Flames nicht mehr herankommen ließen und den Vorsprung auf den 24:30 Endstand vergrößerten. "Wir haben natürlich am Ende aufgemacht und haben alles riskiert. Da macht Metzingen dann nochmal vier, fünf Tore. Ich glaube, wenn man mit eins oder zwei Toren verliert, dann entspricht das mehr dem Spielverlauf", erklärte Heike Ahlgrimm auf der anschließenden Pressekonferenz.

Für die Flames geht es nächste Woche zu dem wichtigen Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen, die nach dem gestrigen 34:26 Auswärtssieg bei den Kurpfalz bären Ketsch in der Tabelle mit 10:22 Punkten nur noch zwei Punkte hinter den Flames (12:20) liegen. Für Metzingen steht unterdessen nächste Woche das Spitzenspiel gegen den weiterhin verlustpunktfreien Tabellenführer Borussia Dortmund an.

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Edina Rott (TuS Metzingen):
Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht da, vor allem in der Anfangsphase. Ich denke, wir haben das noch gespürt, dass wir am Mittwoch gegen Thüringen gespielt haben und da eine super Leistung abgeliefert haben. Wir haben schon gewusst, dass es nicht einfach sein wird in Bensheim. Die zwei Punkte wollten wir mitnehmen, das haben wir uns vorgenommen.

In der zweiten Halbzeit haben wir alles viel besser geschafft, aber gefühlt lief es vorne, trotz der 30 Tore, nicht gut. Wir haben mehr Einzelleistungen gebracht, als eine Mannschaftsleistung, vorne und in der Abwehr. Aber wir haben mit sechs Toren gewonnen und nehmen die zwei Punkte mit. Heute war es schwieriger, wie am Mittwoch gegen Thüringen

Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Die sechs Tore Unterschied sind etwas zu hoch. Wir haben am Ende aufgemacht und alles riskiert. Da macht Metzingen dann nochmal vier, fünf Tore. Ich glaube, wenn man mit eins oder zwei Toren verliert, dann entspricht das mehr dem Spielverlauf.

In der ersten Halbzeit haben wir viele Dinge richtig gut umgesetzt und haben gegen Ende der Halbzeit eins, zwei Bälle verworfen oder ein, zwei Fehler zu viel gemacht. Dadurch sind wir mit zwei Toren in Rückstand geraten. Wir haben Metzingen, die normalerweise das Tempospiel und viele Tore machen, bei 10:12 gehalten. Im Angriff hatten wir paar Probleme und haben uns schwer getan. Aber Metzingen hat natürlich auch eine gute Abwehr.

In der zweiten Halbzeit haben wir uns ganz viel vorgenommen und es war immer knapp. Dann hatten wir auf einmal eine Phase, wo wir mit fünf, sechs Toren hinten liegen. Aber nicht weil Metzingen besser war und ich will jetzt die Leistung von Metzingen nicht schmälern, sondern weil wir halt einfache Fehler gemacht haben, wir verlieren im Tempo den Ball und laden dadurch natürlich Metzingen ein, sonst hätten wir es länger eng und knapp gehalten.

Am Ende steht man wieder da und kann sagen, dass wir dran waren, dass wir sie geärgert haben, aber wir müssen uns auch eingestehen, dass Metzingen besser ist und dass es noch nicht reicht. Wir werden das jetzt abhaken, weitermachen, denn nächste Woche kommt ein ganz, ganz schweres Spiel in Göppingen und da werden wir uns jetzt darauf fokussieren.



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