17.02.2020 13:47 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulmer Sport-Union gelingt wichtiger Auswärtserfolg bei Meenzer Dynamites

Kein Durchkommen für Larissa PlatenKein Durchkommen für Larissa Platen
Quelle: Axel Kretschmer, Mainz 05
Am Ende kann die Neckarsulmer Sport-Union nach 60 nervenaufreibenden Minuten gegen den 1. FSV Mainz einen verdienten 22:17-Auswärtssieg feiern und damit auch zwei enorm wichtige Punkte in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) verbuchen. Den Grundstein für den Erfolg hat die Sport-Union am Samstagabend in der Abwehr gelegt und konnte sich dazu über 60 Minuten auf eine sensationell aufgelegte Sarah Wachter im Tor verlassen, die im gesamten Spielverlauf 50% der Würfe parieren konnte und von Coach Oliver Rieth wieder perfekt auf das Spiel vorbereitet wurde.

Die Neckarsulmer Keeperin war es auch, die der eigenen Mannschaft eigentlich zum perfekten Start in das Auswärtsspiel lieferte. Nach dem 2:0-Start der Meenzer Dynamites war Wachter im Verbund mit der Abwehr gleich bei mehreren Angriffen zur Stelle und brachte die Gastgeberinnen schon früh zum Zweifeln. Über zehn Minuten blieb Mainz gegen die NSU ohne Gegentreffer, das Problem aus Neckarsulmer Sicht war allerdings, dass die starke Abwehrarbeit durch einige Probleme im Angriff nicht zur deutlichen Führung genutzt wurde.

Somit blieb auch Mainz im Spiel, das vor allem in der ersten Hälfte von einigen Fehlern geprägt war, und übernahm nach 20 Minuten die Führung. Bei der Führung blieb es für die Dynamites auch bis zum 10:8-Halbzeitstand, da Neckarsulm im Angriff oft die Durchschlagskraft fehlte und die Gastgeberinnen mit Nina Kolundzic ebenfalls einen starken Rückhalt im Tor stellen konten.

Daniels: "Arbeit aus der Trainingswoche sehr gut umgesetzt"




Auch zum Start der zweiten Hälfte brachten die Neckarsulmerinnen den Knoten im Angriff zunächst nicht zum Platzen. Mainz erhöhte in der Folge erstmals auf drei Tore Unterschied, doch die Neckarsulmer Defensive stand auch in der spielentscheidenden Phase wie ein Bollwerk. Nach 40 Minuten fand die NSU dann auch zu Lösungen im Angriff spurtete mit einem 11:1-Lauf vom 13:10 zum vorentscheidenden 14:21.

In den zehn Minuten gelang der Sport-Union Tor um Tor, während die Dynamites gegen Sarah Wachter und die NSU-Defensive weiter kein Durchkommen fanden und mit nur drei torgefährlichen Spielerinnen zu wenig Gefahr ausstrahlten. Am Ende konnte Mainz nochmals etwas verkürzen, am verdienten Auswärtssieg der Neckarsulmer Sport-Union änderten die letzten Minuten allerdings nichts mehr.

"Mit dem 10:8 zur Pause hatten wir heute wieder ein paar Probleme, die Bälle im gegnerischen Tor unterzubringen aber insgesamt bin ich heute sehr stolz auf die Mannschaft und die gezeigte Leistung in der Abwehr. Zehn Tore in der ersten Halbzeit zu bekommen und nur sieben in der zweiten Hälfte ist natürlich sensationell und die Mannschaft hat unsere Arbeit aus der Trainingswoche heute sehr gut umgesetzt. Das ist die Basis für den heutigen Sieg und wird auch Grundlage für weitere Punkte sein", erklärt NSU-Trainerin Maike Daniels.

Bei der Wahl zur besten Spielerin des Spiels führte nach diesem Spiel kein Weg an Sarah Wachter vorbei, die von den Gastgeberinnen zurecht als MVP ausgezeichnet wurde und glücklich über zwei Big Points in der HBF war: "Wir haben im Angriff zu viele Chancen liegen gelassen, haben uns in der zweiten Halbzeit aber auch hier noch sehr gut steigern können. Außerdem haben wir wieder Kampfgeist bewiesen und sind sehr froh über den wichtigen Sieg. Ein großes Dankeschön möchte ich an meinen Torwarttrainer weitergeben, der mich heute wieder perfekt auf das Spiel vorbereitet hat."

Trainer Thomas Zeitz nach dem Spiel: "Wir haben eine starke Abwehr- und Torhüterinnen-Leistung gezeigt und hätten darauf aufbauend zwei Punkte holen können. Leider ist es uns aber nicht gelungen, im Angriff mit dem entsprechenden Mut und dem nötigen Willen zu agieren, was sehr schade ist. Selbst beim 13:13 hatten wir noch genug Zeit und waren aufgrund des Spielverlaufes eigentlich im Vorteil. Leider verlieren wir dann den Kopf und den Glauben und kommen nicht mehr zurück. Sehr schade, aber jetzt auch nicht mehr zu ändern. Wir haben eine Chance vertan, uns zwei Punkte zu holen, und müssen jetzt wieder vernünftig arbeiten, um im nächsten wichtigen Spiel bereit zu sein und dann nicht nach 40 Minuten den Faden verlieren. Deshalb heißt es Krone richten und weiter geht´s".

Kommende Woche geht es für die NSU erneut in der Fremde weiter. Am Sonntagnachmittag (16:30 Uhr) gastiert die Mannschaft von Maike Daniels beim VfL Oldenburg, der im Hinspiel zwei Punkte aus der Ballei entführen konnte.