17.02.2020 10:57 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, dpa, red

VfL Oldenburg mit klarer Niederlage gegen Thüringer HC - Kathrin Pichlmeier verletzt

9 Tore bis zur Verletzung: Kathrin Pichlmeier9 Tore bis zur Verletzung: Kathrin Pichlmeier
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Der Thüringer Handballclub hat in der Bundesliga den zweiten Sieg in Serie gefeiert. Gegen den VfL Oldenburg setzte sich der amtierende Vizemeister mit 35:25 (19:14) durch. Nationalspielerin Emily Bölk war mit acht Treffern beste Werferin. Der THC verteidigt mit dem Sieg den dritten Tabellenplatz.

Der Thüringer HC startete mit zwei Toren durch Emily Bölk in die Partie, bevor Myrthe Schoenaker verkürzen konnte. Von Beginn an suchten beide Abwehrreihen nach Stabilität und die Torhüterinnen waren bis zur 10. Minute noch nicht im Spiel angekommen. Emily Bölk war es, die in der 7. Spielminute zum 3:6 einnetzte, wenig später legte Jovana Sazdovska zum 7:3 aus THC-Sicht nach. Dies veranlasste VfL-Coach Niels Bötel das erste Team Timeout zu nehmen.

Allmählich ordnete sich die Abwehr der Gäste und bekam besser Zugriff auf das Angriffsspiel der Niedersachsen. Dennoch ließ das junge Oldenburger Team nicht locker und kämpfte um den Anschluss. Mit ihrem Tor von der Außenposition stellte Lydia Jakubisova den erneuten Vier-Tore-Vorsprung zum 5:9 her. Emily Bölk übernahm immer wieder Verantwortung und in der 16. Spielminute zum 6:11 ein.

Kathrin Pichlmeier zeigte sich torgefährlich und kämpferisch, um die Gäste nicht weiter davonziehen zu lassen. Unermüdlich justierte Trainer Herbert Müller seine Abwehr und war mehrfach sichtlich unzufrieden mit der Umsetzung. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff traf Mikaela Mässing zum 8:13.

Oldenburg hält Rückstand in Grenzen




Herbert Müller nahm seinerseits die Auszeit, um die Abwehr neu auszurichten. Durch schnelles verschieben brachte der Thüringer HC die Oldenburgerinnen dazu etwas hektischer zu agieren und zwang sie über die gesamte Spielzeit mehrfach in das passive Spiel. Trotzdem mussten die Gäste zusehen, wie Marie Steffen vom Kreis nach tollem Anspiel einnetzte. Die Antwort folgte sofort, die einzige im THC-Kader verbliebene Kreisspielerin Mia Biltoft traf ihrerseits auf der Gegenseite nach einem schönen Anspiel von Emily Bölk zum 11:17 vom Kreis.

Jane Martens stellte den vorherigen Torabstand wieder her und traf zum 13. Mal für ihr Team. Kurz vor der Pause gelang es dem amtierenden Vizemeister nicht mehr, sich entscheidend abzusetzen. Der THC kontrollierte relativ stabil mit vier Toren in Front das Spielgeschehen. Sekunden vor dem Gang in die Kabinen verschaffte Mia Biltofts energischer Einsatz den ersten Siebenmeter für die Thüringer Gäste, den Beate Scheffknecht verwandelte. Mit 14:19 ging es danach zur Besprechung in die Kabinen.

Beide Mannschaften ließen ihre ersten Angriffe Beginn der zweiten Spielhälfte torlos ausgehen. Vier Minuten dauerte es, bis Emily Bölk mit ihrem Treffer zum 14:20 das erste Tor nach Wiederanpfiff erzielte. Die Abwehr des Thüringer HC zeigte sich in den ersten Minuten löchrig und ermöglichte dem VfL Oldenburg bis auf 17:22 heranzukommen (37. Minute). Beide Mannschaften mussten hart für ihre Torerfolge arbeiten. Almudena Rodriguez traf in der 42. Spielminute zum 18:25.

Pichlmeier verletzt sich




Die Gästeabwehr störte früh und zwang den VfL weiter zum passiven Spiel. Kathrin Pichlmeier verkürzte zum 19:25 zur Mitte der zweiten Halbzeit und Myrthe Schoenaker verwandelte ihren Strafwurf sicher, nachdem Beate Scheffknecht nur mit Foul den Abschluss der Norddeutschen verhindern konnte. Der THC hatte heute Probleme mit den Würfen von der Strafwurflinie. Mikaela Mässing verlor das direkte Duell gegen Nele Reese. Zwölf Minuten vor dem Spielende nahm Herbert Müller das nächstes Team Timeout und redete in seiner analytischen Art auf seine Damen ein. Marie Steffen konnte Mia Biltofts Drang zum Tor nur mit einem Foul stoppen, den fälligen Strafwurf vergab Beate Scheffknecht jedoch.

Bei einer unglücklichen Aktion verletzte sich Kathrin Pichlmeier und musste vom Spielfeld getragen werden. Alicia Stolle half in fairer Weise sie zur Bank zu tragen und zeigte deutlich, Handballer respektieren ihre Gegner. Helene Mikkelsen verkürzte mit einem Schlagwurf aus der dritten Reihe zum 22:29 (52. Minute). Ina Großmann durchbrach die 30-Tore und erzielte mit einem Tempogegenstoß das 22:31. Der Thüringer HC spielte seine Erfahrung aus und konnte mit Tempoverschärfung den Druck gegen die Oldenburger Abwehr erhöhen. Alicia Stolle traf fünf Minuten vor dem Spielende zum ersten Zehn-Tore-Vorsprung.

Aus der Abwehr heraus stahl sich Almudena Rodriguez den Ball und legte nach erfolgreichem Konter auf 11 Tore vor. Für die letzten Minuten dieser Begegnung setzte der Thüringer HC Greta Köster im Tor ein, die sich mit einigen sehenswerten Paraden in Szene setzen konnte. Der Vorsprung spiegelte jedoch nicht die mühsame Arbeit des Favoriten dieses Spiels wieder. Lobenswert wie die Oldenburgerinnen weiter ihre Angriffe durchspielten und sich in keiner Phase dieser Partie aufgaben. Bei der letzten Aktion des THC trat Mikaela Mässing zum Freiwurf an, der jedoch pariert wurde. Mit dem 25:35-Endstand sicherte sich der Thüringer HC zwei Punkte und klettert auf den dritten Tabellenplatz zurück.

"Ich bin grundsätzlich mit dem Spiel zufrieden, auch wenn wir meiner Meinung nach zu hoch verloren haben. Gerade in den letzten 10 Minuten waren wir stark in unseren Möglichkeiten eingeschränkt, was der personellen Situation geschuldet war. Wir konnten nicht durchwechseln. Gerade vor diesem Hintergrund bin ich mit der heutigen Leistung zufrieden", so VfL-Coach Niels Bötel.

"Zuerst möchte ich meinem Kollegen sagen, wie sehr wir hoffen, dass Kathrin Pichlmeier sich nicht schlimmer verletzt hat", schickte THC-Coach Herbert Müller erst einmal Genesungswünsche an den VfL und analysierte im Anschluss: "Ich bin ein Stück mehr zufrieden mit der ersten Halbzeit, als mit der zweiten. Gerade bei der Abwehr waren da zum Teil zu große Lücken. Alles in allem bin ich aber zufrieden mit dem Ergebnis, denkt man an die kürzlichen Ereignisse und die Verletzungen von Maike Schmelzer und Mariana Lopes."