13.02.2020 09:34 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Schmelzer-Verletzung trübt Freude bei Thüringer HC über klaren Sieg gegen Mainz

Meike SchmelzerMeike Schmelzer
Quelle: Franziska Johanna Braun, THC
Der Thüringer HC erledigte seine Pflichtaufgabe gegen den 1. FSV Mainz 05 mit einem deutlichen 36:19-(20:9)-Heimsieg bravourös. Schon zur Pause führte der THC mit elf Treffern und überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung in Abwehr und Angriff. Einziger Wermutstropfen ist die Verletzung von Meike Schmelzer, die direkt nach dem Spiel zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus musste. Ina Großmann war mit acht Toren beste Werferin des Thüringer HC, aufseiten der Gäste erzielte Janka Bauer sechs Treffer.

"Das Ergebnis des Spiels ist okay, auch wenn wir sicher mit etwas längeren guten Phasen sicher noch das eine oder andere Tor weniger hätten kassieren bzw. mehr hätten werfen können. Wir haben aber jeder Spielerin Spielzeit geben können und deshalb sind wir nicht unzufrieden", so Dynamites-Trainer Thomas Zeitz, der betont: "Wir müssen nur endlich aus den Fehlern lernen und uns noch mehr auf die Dinge fokussieren, die taktisch im Spiel wichtig sind. Ein paar Fehler zu viel sind gegen einen Gegner wie den THC tödlich, dafür ist die Qualität auf der anderen Seite zu stark. Trotzdem können wir viel mitnehmen für das wichtige Spiel am Samstag gegen Neckarsulm"

In einem munteren Spiel zeigten die Mainzerinnen wieder einige sehr unterschiedliche Phasen. Zu Beginn der ersten Halbzeit bekam die Abwehr wenig Zugriff auf gut startende Thüringerinnen. Im Angriff wechselte Licht und Schatten, während in der Defensive oftmals der letzte Schritt fehlte und dem entsprechend der starke Rückraum immer wieder Lücken fand, um einfache Tore zu erzielen.

Schon im ersten Angriff ließ Beate Scheffknecht keine Zweifel an der Favoritenrolle des Thüringer HC offen und erzielte das 1:0. Die Gastgeberinnen kamen mit ihrem Tempospiel gut in die Begegnung und so legten Lydia Jakubisova und Emily Bölk prompt zum 3:0 nach. In der vierten Minute konnten die Gäste aus der Erfurter Partnerstadt Mainz ihren ersten Treffer durch Janka Bauer verbuchen. Die THC-Abwehr agierte kompakt in der Anfangsphase und störte erfolgreich die Gegnerinnen im Spielaufbau. In der 10. Minute verwandelte Lydia Jakubisova sicher aus einem Tempogegenstoß heraus zum 7:2.

Nach einer Verwarnung gegen Alicia Stolle gelanges Larissa Platen, per Siebenmeter zu verkürzen. Nachwuchstorhüterin Greta Köster wurde in der 14. Minute für einen erneuten Siebenmeter der Gäste eingewechselt, den Larissa Platen sicher zum 12:6 verwandelte. Den nachfolgenden Treffer von Lydia Jakubisova nahm der Mainzer Trainer Thomas Zeitz zum Anlass, sein erstes Team-Timeout einzuberufen.

THC kann früh durchwechseln




Die Auszeit zeigte zunächst nicht die gewünschte Wirkung bei den Rheinland-Pfälzerinnen. Zwar kam die Deckung der Dynamites besser ins Spiel, dafür hatte jetzt der Angriff die Linie verlassen und agierte teilweise mit zu viel Respekt. In der 19. Minute tankte sich Maike Schmelzer am Kreis zum 16:7 durch. Die Spielerinnen aus der Thüringer Landeshauptstadt versuchten bereits frühzeitig, alle Zweifel am heutigen Spielausgang beizulegen. Die erste Zehn-Tore-Führung erzielte Ina Großmann in der 24. Minute von der Linksaußenposition.

Der komfortable Vorsprung gab Herbert Müller die Chance, schon in der ersten Hälfte eine Vielzahl von Wechseln vorzunehmen und der gesamten Mannschaft Spielzeiten einzuräumen. Nach einer Zeitstrafe gegen Nina Reißberg gelangen dem THC im Überzahlspiel zwei Treffer in Folge, sodass die Führung auf elf Tore ausgebaut wurde. Die Chance zu verkürzen, vergab Franziska Fischer vom Strich und so ging es beim Spielstand von 20:9 in die Kabinen.

Den ersten Angriff in der zweiten Halbzeit nutzte Larissa Platen zum Anschlusstreffer. In den darauffolgenden Minuten gelangen den Mainzerinnen keine erfolgreichen Aktionen, sodass der THC auf 24:10 davon ziehen konnte. Die Gäste zeigten Nerven und vergaben vor der THC-Abwehr reihenweise Chancen. Gästetrainer Thomas Zeitz nahm eine weitere Auszeit. In der 36. Minute brachte Alicia Stolle ihr Team aus dem Rückraum das erste Mal mit 15 Toren in Front.

Schmelzer-Verletzung als Wermutstropfen




Kurz darauf gab es einen Schreckmoment für die Thüringer Mannschaft und deren Fans, Maike Schmelzer musste verletzungsbedingt vom Spielfeld. In der zweiten Spielhälfte glänzte Ann-Cathrin Giegerich mit tollen Paraden und gab den Gästen kaum eine Chance, um Ergebniskosmetik zu betreiben. Almudena Rodriguez unterstrich mit ihrem Treffer zum 30:12 die deutliche Überlegenheit der Gastgeberinnen. Zudem mussten die Meenzer Dynamites in der 44. Minute bereits die zweite Zeitstrafe gegen Nina Reißberg hinnehmen.

Beim Stand von 31:14 und knapp fünf torlosen Minuten für den THC nahm Herbert Müller ein Team-Timeout, um die Mannschaft noch einmal zur Konzentration aufzurufen. In den letzten zehn Minuten erhielt Greta Köster die Chance, weitere Bundesligaminuten zu sammeln. Ina Großmann erwischte heute einen Sahnetag und konnte mit dem Treffer zum 34:16 bereits ihr siebtes Tor erzielen.

Greta Köster zeigte mit einer starken Parade vier Minuten vor dem Schlusspfiff, dass sie zurecht zum Thüringer Aufgebot gehört. In einer Empty-Goal Situation des THC trug sich Dynamitestorhüterin Nina Kolundzic in die Torschützenliste ein. Am Ende feierte die Mannschaft und die Anhänger des Thüringer HC einen ungefährdeten 36:19-Heimsieg.

Thomas Zeitz (Mainz): Erstmal möchte ich im Namen von Mainz 05 und auch persönlich Meike gute Besserung und schnelle Genesung wünschen, denn unabhängig vom Spiel und Ergebnis tut es einem immer leid, wenn gegnerische Spielerinnen sich schwer verletzen. Gratulation an den THC zum verdienten Sieg. Wir hatten uns für heute zwei Sachen vorgenommen. Zum einen wollten wir ein gutes Spiel abliefern, was wir auch ganz gut hinbekommen haben. Zum anderen wollten wir mit weniger Rückstand vom Feld gehen, was uns auch gelungen ist. Leider haben wir zu viele und häufig die gleichen technischen Fehler gemacht. Für Meike Schmelzer tut es mir unendlich leid und ich hoffe, sie hat sich nicht zu schwer verletzt.

Herbert Müller (THC): Mariana Lopes hat sich erneut an ihrer vorbelasteten Schulter verletzt und muss eventuell sogar operiert werden. Damit wird es für uns, mit Fokus auf die nächsten Spiele, bedeutend schwerer den Spielaufbau zu gestalten. Aber wir werden kämpfen bis zum Umfallen und erst, wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Wir haben heute eine super 1. Halbzeit gespielt und dann in der Zweiten einige technische Fehler zu viel verursacht. Schlussendlich bin ich dennoch zufrieden und glücklich über die trotzdem wichtigen Punkte in der Meisterschaft.