10.02.2020 11:53 Uhr - 2. Bundesliga - PM Waiblingen

Waiblinger Tigers entscheiden Partie gegen HSV Solingen-Gräfrath erst spät

Drei Tore: Vanessa NaglerDrei Tore: Vanessa Nagler
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
Ein schweres Stück Arbeit hatten die Tigers vom VfL Waiblingen gegen Aufsteiger HSV Solingen-Gräfrath zu verrichten. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff stand es in der Zweitligapartie noch unentschieden (26:26). Erst mit einem energischen Schlussspurt war der 31:27-Heimsieg für die Remstälerinnen unter Dach und Fach.

Dabei hatte es für den Gastgeber in der Rundsporthalle gut begonnen: Die Waiblingerinnen legten ein 4:0 vor und kassierten erst nach knapp acht Minuten den ersten Gegentreffer. Doch trotz der Führung fehlte dem VfL der letzte Biss. Insgesamt gingen beide Teams kein allzu hohes Tempo. Der Aufsteiger aus Solingen, der vor Wochenfrist durch seinen ersten Saison-Heimsieg erstmals die rote Laterne in der Tabelle an Bremen abgegeben hatte, kam nun besser ins Spiel. Gegen eine sehr offensiv agierende Waiblinger Abwehr nutzen die Gäste immer häufiger die Freiräume dahinter. Nach elfeinhalb Minuten war die Waiblinger Führung wieder dahin, Franziska Penz glich für Gräfrath zum 5:5 aus.

Die Umstellung auf eine defensivere Abwehr und die Einwechslung von Aaricia Smits brachten ab Mitte der ersten Halbzeit wieder den VfL in Vorlage. Die Belgierin im Waiblinger Dress sprühte vor Einsatzfreude und Kampfgeist. Smits und die ebenfalls starke Vivien Jäger am Kreis waren maßgeblich daran beteiligt, dass sich der VfL wieder etwas absetzen konnte (14:10). Der letzte Waiblinger Angriff vor dem Halbzeitpfiff wurde jedoch einmal mehr zu ungenau abgeschlossen. Solingen-Gräfrath verkürzte noch vor dem Pausentee durch Dana Gruner (14:11).

Entscheidung erst in den Schlussminuten




Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Spiel mit Licht und Schatten. Das ein oder andere Mal blitzte das Potenzial der Tigers Waiblingen mit überraschenden Kreisanspielen oder erfolgreichen Tempogegenstößen auf. Doch vieles blieb durch Ungenauigkeiten und fehlendem Tempo auch erfolglos im Abschluss. Der Aufsteiger aus Solingen verfügte zwar über die geringeren individuellen Stärken, machte dies aber durch deutlich mehr Einsatzwillen wett.

Als gleich drei Waiblinger Spielerinnen innerhalb von 77 Sekunden auf die Strafbank geschickt wurden, witterte der Gast Morgenluft. Bis zum 18:16 behauptete der VfL noch die knappe Führung. Doch Waiblingen wurde sichtlich nervös, verlor im Angriff zu leicht die Bälle und offenbarte hinten große Abwehrlücken. Nach vier Treffern in Serie führte Solingen-Gräfrath eine Viertelstunde vor Schluss mit 20:18 - Carina Senel und Merit Müller hatten jeweils im Doppelpack für den HSV getroffen.

Doch nun übernahm Waiblingens bis dahin eher unglücklich agierende Kapitänin Caren Hammer die Verantwortung. Mit großer Entschlossenheit erzielte sie vier Treffer innerhalb von nur etwas mehr als drei Minuten und riss damit ihr Team aus der zwischenzeitlichen Lethargie und Verunsicherung. Doch noch hielten die kämpferisch starken Gäste aus Solingen dagegen.

Dadurch mündete die zuvor über weite Strecken doch eher durchschnittliche Zweitligapartie noch in eine flotte und spannende Schlussphase, die bis zur 57. Minute und dem 26:26-Zwischenstand völlig offen war. Doch in den letzten vier Minuten wiesen die Waiblingerinnen den Aufsteiger noch in seine Grenzen. Solingen-Gräfrath kam nun in jedem Angriff in Zeitspielnot und fabrizierte dadurch einige Fehlpässe. Vor allem mit Tempogegenstößen legte Waiblingen noch einen 5:1-Tore-Lauf zum 31:27-Sieg hin.