10.02.2020 12:57 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TVB Wuppertal rutscht in den Abstiegskampf, Kirchhof mit drittem Sieg in Folge

3 Tore: Hannah Kamp3 Tore: Hannah Kamp
Quelle: Carma, TVB
Neue Besen kehren gut. Eine Wahrheit, die häufig keine ist und eher abgegriffen rüber kommt. Im Fall der SG 09 Kirchhof aber voll zutrifft. Denn unter Denk-Nachfolger Gernot Weiss feierte der heimische Handball-Zweitligist im dritten Spiel beim 27:22 (13:12) in Wuppertal den dritten Sieg.

Die Bergischen Handballerinnen sind hingegen endgültig im Abstiegskampf der 2.Frauen-Bundesliga angekommen. Dabei konnten die Beyeröhde-Fans unter den 180 Zuschauern in der Buschenburg den heimischen Handballgirls erneut den Kampf nicht absprechen. Allerdings blieb den Wuppertalerinnen seit Sabine Nückels Kommandoübernahme Anfang Januar erneut der Erfolg verwehrt. Damit zogen die "Nullneuner" am TVB vorbei und lediglich dank der 18-Treffer besseren Tordifferenz bleiben die Wuppertalerinnen auf dem rettenden Nichtabstiegsplatz.

"Wir haben nach dem Wechsel freier aufgespielt", begründete Trainer Weiss diesen Coup, der in der Tat in der ersten Hälfte noch nicht absehbar war. Da hatten die Gastgeberinnen noch mit 7:5 geführt (12.), da hatte Diana Sabljak ihren ersten und einzigen Siebenmeter verworfen. Um sich den nächsten wieder zu nehmen und auf 7:6 zu verkürzen (13.). Keine Frage, die SG-Kapitänin ging voran. Im Angriff, aber auch in der Abwehr, wo sie zusammen mit Greta Kavaliauskaite bzw. Alena Breiding im Mittelblock den Wuppertaler Rückraum um die sonst so starke Ramona Ruthenbeck (6/3) immer besser in den Griff bekam.

Wuppertal verliert Sicherheit und Nerven




Anfangs bekam der TVB bis zum 4:4 (9.) Kirchhofs Kreisläuferin Jana Schaffrick nicht in den Griff. Drei der ersten vier Beyeröhder Gegentore gingen auf ihr Konto. Vor dem vierten Treffer holte sie den Strafwurf heraus. Obwohl Natascha Krückemeier im Tor eins ums andere Mal klarste Chancen vereitelte, ließen sich ihre Vorderleute nicht daran aufbauen.

Hektische Aktionen, daraus resultierende Fehlpässe und unvorbereitete Torwürfe verhinderten, dass die Wuppertalerinnen, die bis zum 11:10 (19.) in Front lagen, ihren Vorsprung nicht weiter ausbauen konnten. Im Gegenteil: In den letzten elf Spielminuten der ersten Halbzeit vergaßen Michelle Stefes und ihre Nebenfrauen mit nur einem Treffer das Torewerfen fast gänzlich, und rieben sich an den Schiedsrichtern auf.

"Sie waren es sicher nicht schuld, dass wir unsere Chancen nicht nutzten. Aber sie haben durch ihre Pfiffe - besonders im ersten Durchgang - der Mannschaft die Möglichkeit genommen, mit einem besseren Resultat in Führung zu gehen. Das wiederum kostete die Mädels wieder Sicherheit und Nerven", sagte TVB-Chef Norbert Koch.

Ruthenbeck fällt aus, Knippert mit Lattenpech




So wurde der Positionsangriff der Gastgeberinnen nach außen verlagert, von wo Hannah Kamp und Michelle Stefes zwar insgesamt sechs Mal trafen, aber mindestens genauso häufig an der erneut starken Torfrau Nela Zuzic scheiterten. Als dann in der zweiten Hälfte auch Iva van der Linden entschlossener die Zweikämpfe annahm, gewann die Kirchhofer 6:0-Deckung immer mehr an Stabilität.

Im zweiten Abschnitt fehlte der Mannschaft von Sabine Nückel und Rainer Adams auch noch das Glück. Ramona Ruthenbeck fiel nach einem "Pferdekuss" schnell aus. Alleine Luisa Knippert scheiterte bei sieben Würfen sechsmal am "Gebälk".

Die Folge: Sabljak, van der Linden und Kavaliauskaite sorgten mit einem 3:0-Lauf für den erste Vier-Tore-Vorsprung der SG (18:14 nach 39 Minuten), den sich diese nicht mehr nehmen ließ. Weil Torjägerin Sabljak im Positionsangriff hervorragend von Sina Ritter und Jana Schaffrick unterstützt wurde. Die Kreisläuferin arbeitete aufopferungsvoll für ihren Rückraum - und war selbst äußerst torgefährlich und treffsicher.

Und weil in den letzten zehn Minuten auch noch die eingewechselte Paula Küllmer mit einigen Paraden zu glänzen wusste. Die letzten Zweifel am Auswärtssieg beseitigten Ritter und van der Linden mit ihren Toren zum 27:22 (58.). "Das haben wir routiniert gemacht", freute sich der SG-Coach. ?

"Ihr habt so eine gute Mannschaft, ihr gehört nicht da unten rein", sagte Gästetrainer Gernot Weiss nach dem Abpfiff zu Sabine Nückel. Ein Trost, den die Interimstrainerin gerne dem Gegner mit auf dem Weg gegeben, dafür aber lieber die Punkte behalten hätte.