09.02.2020 15:44 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine

Rödertalbienen hatten gegen TuS Lintfort "das nötige Glück"

Thilde Boesen und Naina KleinThilde Boesen und Naina Klein
Quelle: Stefan Michaelis, HCR
Nach einer kämpferischen Leistung und angeführt von der überragenden Rabea Pollakowski (9/4 Tore) gewann der HCR sein erstes Heimspiel des Kalenderjahres. Gegen die TuS Lintfort stand am Ende ein 29:27 (14:13) auf der Anzeigetafel. "Das war am Ende schon unglücklich und ich denke, wir hatten sicher einen Punkt verdient" fand Bettina Grenz-Klein, Trainerin beim TuS nachher.

Schon vor dem Spiel gab der HC Rödertal bekannt, dass HCR-Trainer Frank Mühlner längere Zeit auf Julia Mauksch (Knöchel), Brigita Ivanauskaite (Knie, Meniskus) und Saksia Nühse (Knöchel) verzichten muss. Die 552 Zuschauer sahen einen durchwachsenen Beginn der Heimmannschaft. Die 6:0-Abwehr fand nur schwer einen Zugriff. Dass die Bienen in dieser frühen Phase nicht schon deutlicher zurücklagen, war den beiden Außenspielerinnen zu verdanken. Pollakowski begeisterte mit einem frechen Dreher zum 3:3 und später sorgte ihr gefühlvoller Heber, zur 5:4-Führung der Bienen, für großen Jubel.

Auf der anderen Außenbahn brachte Meret Ossenkopp (6 Tore), mit zwei Treffern hintereinander, den HCR zurück in die Spur (7:7, 11.). Hinzu kam, dass Bienen-Coach Mühlner die Probleme seiner Mannschaft erkannte und frühzeitig auf eine 5:1-Abwehr umstellte. Auf der Spitze konnte sich Isabel Wolff auszeichnen, die die Passwege der TuS immer wieder gut zustellte. Die Gäste hatten große Probleme und die Bienen zogen auf 11:8 (17.) davon. Nun zeichnete sich auch Torfrau Ann Rammer mit zwei parierten Strafwürfen erstmals aus.

Dass es für den HCR nach einem verwandelten Strafwurf von Ann-Catrin Höbbel (7/3 Tor) zum zwischenzeitlichen 12:9 bis zur Halbzeit noch einmal eng wurde, lag an einer Phase mit doppelter Unterzahl. Die TuS Lintfort nutzte den Platz clever aus und verkürzte auf 12:11. Bis zum Pausenpfiff setzten sich die Bienen nicht wieder ab. Mit einem knappen 14:13 ging es in die Kabine.

Ärger um Zeitstrafe in Schlussphase




Noch in der Halbzeitpause gab Trainer Mühlner den Kreisläuferinnen Jasmin Eckart und Victoria Hasselbusch letzte Anweisungen. Er fand offensichtlich die richtigen Worte. Denn nach dem 15:13 durch Ossenkopp baute Eckart den Vorsprung auf drei Tore aus (16:13). In der 42. Minute erzielte Pavlina Novotna mit einem Stemmwurf das 20:16.

Die Bienen wirkten so, als hätten sie das Spiel unter Kontrolle. Durch einige liegen gelassene Chancen brachten sie die TuS wieder in Schlagdistanz. In der 51. Minute verhinderte Torfrau Ronja Nühse mit einer tollen Parade den frühzeitigen Anschlusstreffer der Gäste. Stattdessen sorgte Ossenkopp für ein Polster von drei Toren (24:21). Novotna machte im Angriff das Spiel schnell und vergrößerte den Vorsprung auf 27:23.

Lintfort steckte noch nicht auf und hatte mit Loes Vandewal (7/1 Tore) ebenfalls eine schnelle Spielerin in ihren Reihen. Nach einem 3:0-Lauf waren sie in der 57. Minute wieder in Schlagdistanz. Im Gegensatz zu den letzten Wochen steckten den Bienen nicht auf, sondern kämpften weiter verbissen.

In einer spannenden Schlussphase verwandelte Höbbel einen Siebenmeter zum 28:26. Auf der Gegenseite verkürzte die TuS erneut. Die Bienen spielten die Uhr clever herunter und profitierten auch von einer Zeitstrafe gegen die Gäste. Ossenkopp nutzte den nun vorhandenen Platz und erzielte mit der Schlusssirene den 29:27-Endstand.

"Als Rödertal dann mit 27:23 in Führung gehen konnte, mussten wir alles riskieren und sind in nur zwei Minuten auf 26:27 herangekommen. Da hätten wir noch mehr draus machen müssen", ärgerte sich Grenz-Klein nach dem Spiel. "Unglücklich war sicher auch die Entscheidung der Schiedsrichter, in den letzten Sekunden statt auf Ballgewinn für uns auf eine Zeitstrafe gegen Eva Legermann zu entscheiden. Das darf in so einer Situation und bei dem Spielstand einfach nicht passieren", fand Grenz-Klein deutliche Worte.

HCR-Trainer Frank Mühlner: "Die Ausfälle im Rückraum haben mir unter der Woche viel Gehirnschmalz gekostet. Wir hatten heute das nötige Glück auf unserer Seite. Aber die Mannschaft fand auch gute Lösungen und hat 60 Minuten nie aufgegeben. Deswegen bin ich sehr stolz. Es war eine riesige Steigerung im Vergleich zur letzten Woche."