08.02.2020 09:53 Uhr - EHF European League - PM THC

Thüringer HC will im EHF-Pokal weiße Weste in der Türkei verteidigen

Herbert Müller Herbert Müller
Quelle: Marco Wolf
Als ungeschlagener Tabellenführer reist der Thüringer HC am Donnerstag zum letzten Spiel der Gruppe A zum Kastamonu Belediyesi GSK in die Türkei. Bereits für das Viertelfinale qualifiziert und selbst bei einer Niederlage, ist der THC nicht mehr von Platz 1 zu verdrängen.

Herbert Müller zeigt sich glücklich über die Art und Weise, in der sich die Mannschaft am letzten Sonntag dem Publikum präsentierte und im EHF-Pokal eine Antwort gab; "Wir wollten nach dem Freitagsspiel gegen Leverkusen Charakter und Kampfgeist beweisen. Meine Mannschaft spielte über 60 Minuten wie aus einem Guss und wir konnten den Heimspielabschluss der Gruppenphase erfolgreich gestalten", so das Resümee des Trainers.

Ihm tut es immer noch leid, dass gerade der tschechische Meister den Frust auf das letzte Bundesligaspiel ausbaden musste. "Bei dem Ergebnis tut es mir richtig leid, dass gerade Most der nächste Gegner war. Uns verbindet eine langjährige Freundschaft und das Spiel war ein Kampf unter Freunden."

Die makellose Bilanz im internationalen Wettbewerb zu verteidigen, ist das Ziel der Thüringer Vorzeigemannschaft. "Wir fahren in die Türkei, um zu gewinnen", beginnt Herbert Müller seine Vorschau auf das letzte Gruppenspiel. Den Einzug ins Viertelfinale zu erreichen, konnte nach dem dritten Gruppenspiel vorzeitig abgehakt werden.

Bis dahin war es keineswegs ein Selbstläufer. Fürchtete man zunächst die Stärken der ungarischen Mannschaften, entpuppte sich Kastamonu Belediyesi GSK als hartnäckig im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale. Zunächst kassierte der türkische Meister gegen DVSC Schaeffler mit nur einem Tor Unterschied (30:31) die erste Niederlage, musste sich dann dem deutschen Vizemeister in Nordhausen mit 24:27 geschlagen geben. In den beiden Spielen gegen DHK Banik Most erkämpften sich die Türkinnen nach zwei Siegen erst den dritten Gruppenplatz (33:27 und 31:28) und eroberten nach einem schon unerwarteten Auswärtssieg in Debrecen (34:32) den zweiten Platz der Gruppe A.

Schon in der Qualifikation zeigten die Frauen aus Kastamonu ihre kämpferische Seite. Das Spiel in eigener Halle gewann das Team gegen Vaci NKSE mit sieben Toren Vorsprung (33:26). Im Rückspiel wehrte man sich trotz einer Niederlage (25:30) gegen das Abtreten von der internationalen Bühne und qualifizierte sich mit einem Zweitoreplus für die Gruppenphase. "Mit Kastamonu erwartet uns eine international erfahrene Mannschaft. Mein Kompliment, dass sie den zweiten Tabellenplatz innehaben", ehrt Herbert Müller die Platzierung.

Besonderes Augenmerk gilt es auf Asli Iskit zu legen. Die Rückraumspielerin liegt mit 52 Toren aktuell auf Platz 3 der Topscorerinnen im EHF Cup. Mit Özil Yeliz (29Tore), Yana Uskova (26) und Ceren Coskun (22) befinden sich drei weitere Spielerinnen des türkischen Vereins unter den 50 besten Torschützinnen der laufenden EHF Cup-Saison. Dies zeigt, das Kastamonu einen wurfgewaltigen Kader hat, den man nicht unterschätzen darf.

"DIe Mannschaft um Asli Iskit und Özil Yeliz tritt zu Hause stark auf und wir werden auch hier wieder gegen die enthusiastischen Zuschauer antreten. Für beide Mannschaften besteht keine psychische Belastung mehr und das nimmt uns den Druck. Wir werden uns der Aufgabe stellen und wollen allen Spielerinnen Spielanteile einräumen. Da geht es auch um einen weiteren Lerneffekt", sagt Herbert Müller abschließend.

Der Thüringer HC muss sich keineswegs verstecken, aktuell rangieren dicht hintereinander Emily Bölk und Beate Scheffknecht mit je 32 Toren, Iveta Koresova (30) und Meike Schmelzer (29) in der Liste. Den erklärten Einzug ins Viertelfinale hat der THC, bei alle guten Einzelleistungen, als Mannschaft geschafft. Alle Spielerinnen haben in ihren Einsatzzeiten alles gegeben und so mit 10:0 Punkten die Führung der Gruppe A gesichert.

Den Ausfall von wichtigen Leistungsträgern hat das Team von Herbert Müller gut kompensieren können und die Spielerinnen rückten geschlossen nach. Besonders Emily Bölk musste nach dem Ausfall von Iveta Koresova die Position wechseln. Beate Scheffknecht trifft nicht nur aus dem Rückraum, sondern tritt als die Nummer Eins bei den Strafwürfen an. Alicia Stolle zieht mit Meike Schmelzer die Fäden in der Abwehr und Almudena Rodriguez kam als Vizeweltmeisterin aus Japan zurück und feiert seitdem Torerfolge.

"Insgesamt stellt der Thüringer HC ein starkes Team auf dem internationalen Parkett und da könnte sogar mehr drin sein. Doch davon wollen Trainer und Mannschaft noch nichts hören", so der Pressedienst des THC. Auf die Frage nach einem Wunschgegner für das Viertelfinale äußert sich der Coach: "Man hat seine Wunschgegner immer im Kopf, aber dazu möchte ich mich jetzt noch nicht äußern."



cs