01.02.2020 13:19 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine

Aufsteiger-Duell: HSV Solingen-Gräfrath hat mit Freiburg eine Rechnung offen

Kerstin ReckenthälerKerstin Reckenthäler
Quelle: Thomas Hergarten
Die Erinnerungen an die schmerzliche 26:27-Auswärtsniederlage am 2. Spieltag in Freiburg ist noch immer präsent in den Köpfen der Gräfratherinnen. Dennoch gilt es nach zuletzt sehr überzeugenden Auftritten gegen Herrenberg, dem ersten Saisonsieg in Kirchhof und einer couragierten Leistung in Berlin, den Fokus weiterhin auf das eigene Spiel zu richten. Ab 18:15 Uhr werden die Karten zwischen dem Tabellenletzten und den Gästen aus dem Breisgau (13. Platz, 10:22 Punkte) in der Solinger Klingenhalle zudem schließlich neu gemischt.

"Wir haben mit Freiburg noch eine Rechnung offen. Die bittere Niederlage aus der Hin-Serie, in der wir über lange Strecken der Partie geführt und am Ende sehr unglücklich mit einem Tor verloren haben, hat die Mannschaft nicht vergessen", verrät Trainerin Kerstin Reckenthäler, die mit Blick auf die personelle Situation in Rückraumspielerin Barbara Bongartz (bevorstehende Daumen-OP) eine weitere Langzeitverletzte kompensieren muss.

"Nichtsdestotrotz müssen wir bei unserer Linie bleiben. Das nächste Ziel ist der erste Heimsieg in der 2. Liga. Natürlich wäre es schön, dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, sprich gegen Freiburg. Trotzdem sollten wir uns nicht unter Druck setzen lassen, am Samstag gewinnen zu müssen", so die 37-Jährige, die in der Vorbereitung ein besonderes Augenmerk auf HSG-Spielgestalterin Nadine Czok legen will, weiter.

"Freiburg ist ebenfalls Aufsteiger, also ein Team, das mit uns auf einer Ebene zu sehen ist. Die Gäste haben in den vergangenen Wochen einige Niederlagen einstecken müssen, stecken deshalb so langsam auch im Abstiegskampf und werden motiviert zu uns nach Solingen kommen. Wir müssen Nadine Czok, ihr Zusammenspiel mit der Kreisläuferin und die Pässe zum Parallelstoß auf die rechte Seite in den Griff bekommen, um Zählbares in der Klingenhalle behalten zu können", so Reckenthäler.

Freiburg erinnert sich gern an den ersten Sieg




Bei vielen Fans der Red Sparrows und auch bei der Mannschaft klingelt sicherlich etwas, wenn sie den Namen des nächsten Gegners hören. Am 14. September des vergangenen Jahres errangen die Freiburgerinnen im ersten Heimspiel der Saison gegen den HSV ihren allerersten Sieg in der 2. Bundesliga. Das Spiel damals war ein wahrer Krimi, der erst kurz vor Schluss entschieden werden konnte. Das dabei siegreiche Team war allerdings nicht unbedingt auch das bessere, wie Red Sparrows Coach Ralf Wiggenhauser sich erinnert: "Das Spiel damals war verdammt eng und Solingen die bessere Mannschaft."

Für die Damen aus NRW bedeutete die Niederlage damals der Beginn einer langen Negativserie, von der sich die Mannschaft von Kerstin Reckenthäler im neuen Jahr allerdings langsam erholte. Zuletzt konnten die Solingerinnen, trotz stark dezimierten Kaders, in Berlin gut dagegen halten und verloren am Ende nur mit 24:28. Zum Vergleich: Die Red Sparrows verloren vor zwei Wochen am 15. Spieltag ebenfalls in Berlin, jedoch deutlich mit 10 Toren Rückstand.

Und der HSV am selben Spieltag? Sie gewannen auswärts gegen die SG 09 Kirchhof mit 34:29, welche letzte Woche 24:21 in Freiburg gewinnen konnte. Wiggenhauser weiß um den Aufschwung des kommenden Gegners: "Solingen-Gräfrath ist schlecht gestartet, aber hat sich jetzt gefangen. Sie haben gegen Berlin gut gespielt, gegen Kirchhof gewonnen und davor gegen Herrenberg gepunktet. Seit Weihnachten haben sie eine sehr gute Phase und es scheint, als hätten sie eine zweite Luft bekommen."

Die Red Sparrows, welche aktuell nicht auf einem Abstiegsplatz stehen, mussten in letzter Zeit viel Kritik hinnehmen. Seit drei Spielen ohne Punkte läuft das Jahr 2020 sehr schleppend an, dennoch lassen die Freiburgerinnen die Köpfe nicht hängen. Sie wissen um ihre Fähigkeiten und ihre Stärken: Kampfgeist und Teamzusammenhalt. Schon letzte Woche nach dem Heimspiel gegen Kirchhof gab Torhüterin Lena Fischer die Richtung vor: "Wir werden uns in das Spiel reinfuchsen, über den Kampf kommen und alle 200% geben!"