31.01.2020 19:53 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, red, PM THC, PM TSV

Rückschlag im Meisterschaftsrennen: Thüringer HC verliert deutlich in Leverkusen

Thüringen musste im Kampf um die Meisterschaft einen Rückschlag hinnehmen. Thüringen musste im Kampf um die Meisterschaft einen Rückschlag hinnehmen.
Quelle: Marco Wolf
Der Thüringer HC hat im Kampf um die Meisterschaft in der Bundesliga einen weiteren Dämpfer hinnehmen müssen. Gegen den Tabellenfünften Bayer Leverkusen 04 verlor der Vizemeister überraschend deutlich mit 25:34 (15:18). Es war bereits die dritte Saisonniederlage für die Thüringerinnen. Der Abstand auf Tabellenführer Dortmund wächst dadurch weiter an. Auch elf Tore von Topscorerin Beate Scheffknecht konnten die Niederlage nicht verhindern. Für Leverkusen war Jennifer Rode mit sieben Treffern beste Werferin

Für beide Mannschaften war der Freitag ein ungewohnter Spieltag. Leverkusen startete offensiv in die Partie und ließ von Beginn an keine Zweifel zu, dass man dem THC die Favoritenrolle durchgehen lassen wird. Mia Zschocke netzte zur Führung für die Handballelfen ein, Beate Scheffknecht glich in der 3. Spielminute mit ihrem Wurf 1:1 aus. Der Gast aus Thüringen zeigte schon jetzt Schwächen gegen die druckvoll agierenden Leverkusenerinnen und Jennifer Rode baute die Führung auf 3:1 aus.

Der amtierende Pokalsieger tat sich schwer ins Spiel zu finden, Beate Scheffknecht gelang per Strafwurf der 3:2 Anschlusstreffer. Die Gastgeberinnen legten immer wieder vor. Die Thüringerinnen fingen sich und verkürzten auf zwei Tore zum 10:8. Ex-Nationaltrainer Michael Biegler nahm in der 16. Spielminute seine erste Auszeit für den TSV. Emily Bölk brachte mit einem sehenswerten Rückraumtreffer den THC auf ein Tor heran (10:9). Almudena Rodriguez nutzte das Überzahlspiel, nachdem Joanna Rode die zweiten Zeitstrafe für Leverkusen auf die Bank absitzen musste zum erneuten Anschlusstreffer.

Das kämpferisch offensive Abwehrspiel der Leverkusener zeigte Wirkung, auch wenn Jennifer Rode für weitere zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen musste. Jovana Sazdovsk nutzte die Überzahl und glich zum 11:11 aus. Da waren noch zehn Minuten bis zur Halbzeit zu absolvieren.Meike Schmelzer, die am Kreis einiges einstecken musste, erzielte die erste Führung für die Thüringer Gäste. Das Leverkusener Team wurde aber nicht nervös.

Alexandra Mazzucco bekam nach Foulspiel in der 22. Spielminute die erste THC-Zeitstrafe angezeigt. Den fälligen Strafwurf verwandelte Svenja Huber gewohnt sicher und glich zum 12:12 aus. Mia Zschocke tankte sich durch die Gästeabwehr und die Führung wechselte zugunsten der Leverkusener. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff agierte der THC nervös und scheitert an der Abwehr des TSV 04 Bayer Leverkusen. Jennifer Souza setzte sich energisch auf der Außenposition durch und netzte zwei Minuten vor der Pause zum 16:14 ein. Nach Ablauf der regulären ersten Spielhälfte verwandelte Svenja Huber einen weiteren Strafwurf zum Halbzeitstand von 18:15.



Der Thüringer HC nutzte seine erste Chance zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht. Dafür erzielte Mia Zschocke den ersten Treffer der zweiten Spielhälfte zum 19:15. Beate Scheffknecht hielt den Gast nach den drei Minuten im Spiel und verkürzte auf zwei Tor (19:17). Jovana Sazdovska sicherte sich einen Abpraller vom eigenen Pfosten und bediente Almudena Rodriguez. Die netzte zum 19:18 acht gespielten Minuten in der 2. Halbzeit ein.

Dem Thüringer HC gelang es trotzdem nicht, sich im Angriff und Abwehr zu stabilisieren. Die Handballelfen legten vor, der THC lief der knappen Führung der Gastgeberinnen immer hinterher. Nele Kurzke entschärfte im Tor der Gastgeberinnen so einige Bälle auf ihr Tor und legte so den Grundstein für den Erfolg ihrer Mannschaft. Almudena Rodriguez setzte sich im Rückraum durch und hielt das Spiel mit dem 21:20 offen. Mitte der zweiten Halbzeit nahm Trainer Herbert Müller seine nächste Auszeit und versuchte seine Spielerinnen für die Schlussphase vorzubereiten.

Wieder forderte er seine Mannschaft auf, im Angriff konzentriert zu spielen und mutig, aber sicher den Abschluss zu suchen. Der Erfolg seiner Ansprache blieb aus. Die Gäste hielten den Druck und das Tempo hoch und gaben die Führung nicht aus der Hand. Mit zwei Kreisspielerinnen versuchte Herbert Müller die TSV-Abwehr zu knacken, so kam neben Meike Schmelzer noch Mia Biltoft zum Einsatz. Kontinuierlich und ohne große Fehler baute der Tabellensechste die Führung aus. Annefleur Bruggeman kämpfte sich durch die Abwehr der Thüringerinnen und erhöhte zum 27:22.

Sieben Minuten vor Spielende, nahm Bayer-Coach Michael Biegler ein Team Timeout und stellte seine Mannschaft für die letzten Minuten ein. Der Thüringer HC fand keine Lösungen im Angriff und ließ in der Abwehr einfache Treffer zu. Ann-Cathrin Giegerich, sonst ein starker Rückhalt ihrer Mannschaft, bekam kaum eine Hand an den Ball.

Bayer Leverkusen hatte Oberwasser und wollte diesen Sieg unbedingt, am Ende hieß es 34:25.Die von Krankheit und Verletzungen geplagten Gäste mussten den Heimweg ohne die wichtigen Punkte antreten. Nur ein Tag der Regeneration bleibt dem THC, schon am kommenden Sonntag tritt der Thüringer HC im vorletzten Spiel der EHF Cup Gruppenspiele gegen den tschechischen Meister DHK Banik Most an. Anwurf ist um 14 Uhr in der Nordhäuser Wiedigsburghalle.

Herbert Müller: "Auch in der Höhe ein verdienter Erfolg"




"Wir haben uns gut auf Thüringen vorbereitet. Das ist das eine, aber entscheidend war, dass nicht nur alle mit Herz und Leidenschaft gespielt, sondern dass sich alle an die taktische Disziplin gehalten haben", freute sich Renate Wolf über die beste Saisonleistung der Werkselfen.

In der Tat überzeugte auf Seiten Bayers das gesamte Team. Renate Wolf und Michael Biegler wechselten viel und nutzten so die gesamte Breite des Kaders. "Es hat keine Rolle gespielt ob die jungen oder mitteljungen von Leverkusen auf dem Feld standen, wir haben keinen Zugriff bekommen", lobte auch THC-Coach Herbert Müller das junge Team der Werkselfen. "Es war auch in dieser Höhe ein verdienter Erfolg Und zwar aus dem Grunde, weil Leverkusen heute auf alles eine Antwort hatte."

Mia Zschocke verriet nach der Partie im Eurosport-Interview: "Wir haben die ganze Woche daran geglaubt und im Training hart dafür gearbeitet." Für Emily Bölk, Zschockes Kameradin aus der Nationalmannschaft, lag der Schlüssel in der Defensive: "Wir haben viel zu viele Tore kassiert. 18 Treffer bereits in der 1. Halbzeit, die haben wir sonst nach 60 Minuten."

Pressekonferenz im Video








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