31.01.2020 09:53 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Jetzt keine Blöße geben": Thüringer HC spürt vor Partie bei Bayer Leverkusen die Doppelbelastung

Svenja Huber spielte früher beim THCSvenja Huber spielte früher beim THC
Quelle: Bayer Leverkusen
Seit Dezember überträgt der Sender Eurosport, die führende Sportplattform in Europa, an Freitagen Spiele der Handballbundesliga der Frauen. Den Anfang machte kurz vor dem Jahreswechsel die Partie Göppingen gegen Leverkusen. Am heutigen Freitag sind die Werkselfen erneut beim Topspiel präsent, diesmal erstmals mit einem Heimspiel.

In der Ostermann Arena stellt sich dabei um 18.00 Uhr mit dem Thüringer HC ein absolutes Spitzenteam vor. Der THC ist wohl im Frauenhandball das Team der 2010er Jahre, das kann mit Blick auf die größten Erfolge wohl ohne Übertreibung behauptet werden. Mit Herbert Müller auf der Trainerbank holten die Thüringer seit 2010 unter anderem sieben Meisterschaften sowie drei Pokalsiege.

Die Stärke des THC bekam in den vergangenen Jahren auch der TSV Bayer 04 Leverkusen zu spüren. Seit mittlerweile sieben Jahren warten die Werkselfen auf ein Erfolgserlebnis im Duell mit den Erfurterinnen. 14 Spiele in Folge ohne Punkt, eine längere Durstrecke haben die Rheinländerinnen gegen kein anderes Team der HBF aufzuweisen. Beim letzten Sieg im Januar 2013 in Thüringen stand lediglich Bayer-Kapitänin Anna Seidel schon auf der Platte, ansonsten ist vom damaligen Personal auf beiden Seiten niemand mehr dabei.

Wolf: "Im Angriff in der Trainingsarbeit die Hebel angesetzt"




Um also gegen den Favoriten zu punkten, muss alles passen, das weiß auch Renate Wolf, in Personalunion mit Michael Biegler für die Werkselfen verantwortlich. In der Vorwoche passte beim hauchdünnen 26:25 gegen Oldenburg so einiges nicht. "Besonders im Angriff hatten wir unsere Probleme, da haben wir unter der Woche in der Trainingsarbeit die Hebel angesetzt", so Wolf und THC-Coach Herbert Müller mahnt: "Wir dürfen uns in der Bundesliga jetzt keine Blöße geben und müssen gewinnen. Nur mit den zwei Punkten können wir im Dreikampf zusammen mit Bietigheim und Dortmund noch weiter um die Meisterschaft mitspielen."

"Wir müssen daher eine aggressive und kompakte Deckung stellen, damit wir unser schnelles Spiel spielen können. Zudem müssen wir jetzt all unsere Kräfte bündeln und eventuell auch über diese hinausgehen, um zu gewinnen", fordert der THC-Chefcoach von seiner Mannschaft. Da wird gegen die beste Abwehr der Liga eine große Aufgabe für den Angriff der Werkselfen. Zumal der Thüringer HC mit Rückenwind die Reise nach Leverkusen antreten wird. Im EHF-Pokal glänzte das Team von Herbert Müller zuletzt mit zwei Siegen gegen das ungarische Spitzenteam DVSC Schaeffler aus Debrecen und qualifizierte sich für das Viertelfinale.

"Das nötigt mir den höchsten Respekt ab. Wie schwer es ist in Debrecen zu gewinnen, wissen wir aus eigener Erfahrung", so Renate Wolf, denn Leverkusen war in der 2. Runde gegen Debrecen ausgeschieden. "Das war ein sehr intensives und schnelles Spiel auf höchsten Niveau, das fast schon Champions League Charakter hatte.", bilanziert der THC-Coach. Er ist froh, dass die Mannschaft in der entscheidenden Phase die Nerven behielt und wenige Minuten vor Spielende einen 21:23-Rückstand zum 26:23 Sieg umkehren konnte.

Die harten englischen Wochen fordern ihren Tribut, die Mannschaft ist hoch belastet, was das Immunsystem schwächt. Dadurch sind viele Spielerinnen grippal angeschlagen, was ein Training in dieser Woche kaum möglich machte. "Nach der Videobesprechung musst das Training sogar so gut wie ganz ausfallen, da beide Torhüterinnen durch Verletzung und Krankheit ausgefallen sind und auch mit sechs Feldspielerinnen macht das Training kaum Sinn."

Die Partie im Livestream von Sportdeutschland.TV








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