28.01.2020 13:07 Uhr - 3. Liga Nord-West - Markus Hausdorf

Nach einjähriger Pause: A-Jugend-Meisterin Josefine Schneiders will aufs Parkett zurück

Josefine Schneiders - hier 2018 nach der Meisterschaft der A-Jugend mit Sophia CormannJosefine Schneiders - hier 2018 nach der Meisterschaft der A-Jugend mit Sophia Cormann
Quelle: Jörg Dembinski
Die 20-jährige Josefine Schneiders will nach einer einjährigen Handballpause in der kommenden Saison wieder angreifen und auf Torejagd gehen. Den größten Triumph feierte die Rückraumspielerin mit der weiblichen A-Jugend des TSV Bayer 04 Leverkusen in der Saison 2017/2018. Damals gewann sie die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft mit den Juniorelfen. Markus Hausdorf sprach mit Josefine Schneiders über ihre Zeit in Leverkusen aber auch bei der HSG Bensheim/Auerbach und über ihre Pläne für die kommende Saison.

Nach zwei Jahren in der weiblichen A-Jugend und der 2. Mannschaft beim TSV Bayer 04 Leverkusen bist du im vergangenen Sommer in deine Heimat nach Meppen zurückgekehrt und du hast du eine Handballpause eingelegt. Welche Gründe gab es für eine Rückkehr ins Emsland und die Handballpause?

Josefine Schneiders:
Nach meinem ersten "Senioren-Jahr" war für mich klar, dass ich mich nun auch beruflich ein wenig umschauen muss. Zur "Orientierung" bin ich hierfür wieder in die Heimat gezogen. Ich konnte in der Heimat ein Studium beginnen.

Leider gab es vor Ort keinen leistungsorientierten Verein, dem ich mich anschließen konnte. Deshalb habe ich ein Jahr Pause eingelegt, auch um mal zu sehen, wie es eigentlich ohne Leistungssport ist. Und um mich auf meine berufliche Zukunft zu konzentrieren.

Welche Erfahrungen hast du neben dem Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft im Jahr 2018 aus deinen zwei Jahren in Leverkusen mitgenommen?

Josefine Schneiders:
Der Gewinn der deutschen Meisterschaft steht in den Erinnerungen natürlich ganz oben. Ich durfte aber nicht nur sportliche Erfolge feiern, sondern ganz viele tolle Menschen kennenlernen, zu denen ich heute noch viel Kontakt habe.

Außerdem konnte ich mich menschlich, sowie sportlich enorm weiterentwickeln, da unser Trainingsalltag sehr gut organisiert war. Und ich habe gelernt, auch mal mit Rückschlägen oder Misserfolgen umzugehen.

Die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft unter Kerstin Reckenthäler mit einer völlig neuen Mannschaft kam völlig überraschend, die Mannschaft hat sich in der Spielzeit 2017/2018 enorm entwickelt. Wie hast du in dieser Saison deine persönliche Entwicklung gesehen?



Josefine Schneiders:
In der Saison 2017/2018 musste ich mich in den ersten zwei, bis drei Monaten erstmal an das Training und den Alltag in Leverkusen gewöhnen. Da ich in der Mannschaft super aufgenommen wurde, habe ich mich aber sehr schnell wohl gefühlt, das hat es um einiges leichter gemacht.

Wenn ich zurückschaue von dem Saisonanfang 2017 bis zur deutschen Meisterschaft 2018 konnte ich mich athletisch und auch technisch ordentlich weiterentwickeln. Und in der Abwehr habe ich einen großen Schritt gemacht!

Vor deiner Zeit warst du bereits bei der HSG Bensheim/Auerbach aktiv. Welche Erinnerungen hast du an diese Zeit noch?

Josefine Schneiders:
In meiner ersten A-Jugend-Jahr durfte ich mich der HSG Bensheim/Auerbach anschließen. An dieses Jahr denke ich unglaublich gerne zurück, da ich in diesem Jahr unter einem sehr tollen Jugendtrainer in einer sehr homogenen Mannschaft spielen durfte.

Ich bekam sehr viel Vertrauen, obwohl ich von einem relativ kleinen Verein den Sprung in die A-Jugend Bundesliga gewagt hatte. Außerdem haben wir dort in einer sehr schönen Akademie, mit einer super "Akademie-Mama" gelebt. Leider haben wir es nicht weiter als die Vorrunde geschafft.

Im Sommer planst du dein Comeback, du möchtest im höherklassigen Handball noch einmal angreifen. Wie kommt es dazu?

Josefine Schneiders:
Da ich nun mehr als ein halbes Jahr ohne Handball hinter mir habe, bin ich mir sehr sicher, dass ich unbedingt bald wieder angreifen möchte. Mir fehlt einfach der Trainingsalltag, eine Mannschaft, das Arbeiten an sich selbst und Erfolge gemeinsam feiern!

Ich war es in den letzten Jahren nicht anders gewohnt und möchte das auch nicht mehr so lange missen, wie ich es diese Saison gemacht habe. Obwohl ich finde, dass das wichtig für mich war.

Du verlässt das Emsland, um in Dieburg zu studieren. Bist du bereits mit einem Verein aus der Gegend einig?

Josefine Schneiders:
Ich konnte schon mit ein paar Vereinen Kontakt aufnehmen und werde mir wohl ein paar anschauen, um dann eine gute Entscheidung zu treffen!

Du hast in der 3. Liga bereits mehrere Jahre Erfahrungen sammeln können. Da du extrem ehrgeizig bist, heißt das auch, dass der Klub, für den Du in der nächsten Saison auflaufen willst, mindestens in der 3. Liga spielen müsste, oder?

Josefine Schneiders:
Ja! Ich möchte so wie in den Jahren zuvor, in der dritten Liga spielen und dann kann man immer noch schauen, was der Verein sportlich vor hat oder wie man sich weiterentwickelt. Ich bin ja noch sehr jung!

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für dein Comeback!

04.06.2018 - "Ich kann es immer noch nicht glauben" - A-Jugend-Meisterin Josefine Schneiders im Interview



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