27.01.2020 19:05 Uhr - 1. Bundesliga - PM Mainz, red

Meenzer Dynamites haben gegen Borussia Dortmund zeitweise "wirklich unterirdisch gespielt"

Kein Durchkommen für Alicia SoffelKein Durchkommen für Alicia Soffel
Quelle: Handball Mainz 05
Eine klare Niederlage gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer ist nicht überraschend, die Entstehung des Endergebnisses doch schon. Eine unterirdische erste Halbzeit und eine dafür umso deutlich bessere zweite Halbzeit führten zu dem am Ende akzeptablen Endergebnis gegen einen sehr souverän aufspielenden BVB, der die Hinrunde völlig zu Recht als Herbstmeister abschließen wird.

In den ersten 10 Minuten spielten die Dynamites gut mit, scheiterten einzig an dem schon öfters zu schwachen Abschluss und einer glänzend aufgelegten Nationaltorhüterin Isa Roch. So verpassten es die Mainzerinnen gleich zu Beginn, den Vorsprung des BVB kleiner zu halten. Die folgenden Minuten bis zur Halbzeit trugen dann eher das Prädikat "Angsthasen-Handball". Stockendes Spiel ohne viel Bewegung und viele Fehler lieferten den Dortmunderinnen einen Ball nach dem anderen, den diese auch konsequent zu Gegentoren nutzten. Mit einem ernüchternden 4:21 ging es dann in die Pause.

"Wir haben in den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit wirklich unterirdisch gespielt. Vier Tore sprechen da eine eindeutige Sprache. Es war von allem zu wenig, vor allem was unsere Vorbereitung auf Dortmund angeht. Wir haben nichts davon umgesetzt, das hat mich sehr geärgert", so Trainer Thomas Zeitz nach dem Spiel.

Zeitz geht auch auf einige Fragezeichen zu seiner ungewöhnlichen Startformation ein: "Dabei lasse ich auch nicht gelten, dass wir nicht mit der üblichen Formation angefangen haben. Jede Spielerin kennt die Vorgaben und kann sich daranhalten. Hinzu kommt, dass ich auch der einen oder anderen Trainingsleistung Rechnung trage und auch den Spielerinnen 8 bis 12 Spielzeit gegen einen solchen Gegner geben will. Gerade in solchen Spielen".

Zeitz: "Haben keine einzige Profispielerin in unseren Reihen"




Nach der Pause zeigten sich die Dynamites dann aber ganz anders und gestalteten die Halbzeit offener. Sicher hatte der BVB zwar nach dem klaren Vorsprung nicht mehr mit dieser Gegenwehr gerechnet und etwas Tempo rausgenommen. Dennoch sollte das das gute andere Gesicht der Dynamites nicht verschwimmen lassen. Die starke Moral brachte den 05erinnen dann auch die Anerkennung von Gästecoach André Fuhr nach dem Spiel ein. Das Endergebnis 21:39 sowie das Ergebnis der zweiten Halbzeit 17:18 und die teilweise gezeigte Leistung entschädigten dann die treuen Fans am Ende.

Zeitz gibt zu bedenken: "Wer annimmt, wir können mit unserer Stammformation 26 Spiele 60 Minuten durchbrummen, vergisst leider zu schnell, welche Belastung das für diese Mädels bedeutet. Anders als die Spitzenteams haben wir keine einzige Profispielerin in unseren Reihen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann glücklicherweise daran erinnert, was wir gerade im Angriff konzeptionell machen wollten. Das hat dann entscheidend dazu beigetragen, dass das Endergebnis entsprechend ausschaut."

Dennoch weiß Zeitz, dass sein Team noch mehr kann und war deshalb auch "nur versöhnt und nicht zufrieden", "einfach, weil wir nicht das machen was wir vorbereiten und besprechen und weil wir immer noch zu oft dieselben Fehler machen. Hier werden wir uns schnell nach vorne entwickeln müssen, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Daran werden wir auch diese Woche wieder arbeiten um uns dann so gut wie möglich auf Oldenburg vorzubereiten! Dass die Mädels es können, wissen sie und müssen es jetzt nur noch wieder mit Kopf und Herz auf die Platte bringen."