27.01.2020 18:25 Uhr - 2. Bundesliga - PM Solingen-Gräfrath

Trotz 24:28-Niederlage in Berlin: Dezimierter HSV Solingen-Gräfrath überzeugt bei Spreefüxxen

Mandy ReinarzMandy Reinarz
Quelle: Lars Breitzke, HSV
Anlass zu Ärger und Traurigkeit hatte HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler nach dem couragierten Auftritt am Samstagabend in der Bundeshauptstadt nicht, die 24:28-Auswärtsniederlage sei mit Blick auf ihren personell angeschlagenen Kader mit lediglich drei Rückraumspielern nur eine Randnotiz: "Hut ab für diese Leistung meiner Mannschaft! Ich bin sehr zufrieden. Wir haben Berlin lange Paroli geboten. Bei den Gastgeberinnen haben sieben Rückraumspieler Einsätze bekommen - also mehr als doppelt so viele, wie bei uns möglich waren." Während in Spielmacherin Simona Kolosove, Anna Ansorge und Leona Svirakova gleich drei Akteuerinnen für die Spreefüchse mit jeweils vier Toren zu den Topscorerinnen avancierten, traf Kapitänin Mandy Reinarz (6 Treffer) für den Aufsteiger aus der Klingenstadt am meisten.

Zunächst einmal sahen rund 200 Zuschauer in Charlottenburg eine ausgeglichene Partie, in der sich die favorisierte Sieben von Ex-Nationalspielerin Susann Müller auch beim 6:4 durch Leona Svirakova (15.) nicht vorentscheidend absetzen konnte. Die Gräfratherinnen hingen dem Hauptstadt-Club an den Fersen - unter anderem auch, weil Torhüterin Vanessa Gerken eine gute Figur zwischen den Pfosten abgab und gleich zwei Siebenmeter parieren konnte. Das Zusammenspiel mit ihren Vorderleuten in der Defensive funktionierte, insbesondere Mandy Reinarz, Carina Senel und Laura Sosnierz zogen kämpferisch an einem Strang.

Offensiv wusste Rechtsaußen Merit Müller - am Ende mit fünf Treffern erfolgreich - nach einer kurzen Schwächephase zu glänzen. "Ein 11:11 zur Halbzeit war ein richtig gutes Zwischenergebnis aus unserer Sicht. Da sind wir spielerisch von dem, was wir leisten können, natürlich an der Grenze, während Berlin munter durchwechseln und Kräfte sparen konnte", resümiert die A-Lizenzinhaberin Hintergründe für den verschlafenen Start ihrer Schützlinge in Durchgang zwei. Nach dem Wiederanpfiff lief der Tabellenletzte nämlich immerzu einem Rückstand hinter und musste in der 35. Spielminute beim Stand von 12:15 früh die grüne Karte zücken.

Reckenthäler: "Habe Gefühl, dass wir auf einem sehr guten Weg sind"




Mit "ein bisschen mehr Cleverness im Spiel" und dem Quäntchen Glück bei "zwei bis drei Entscheidungen der ansonsten sehr gut agierenden Schiedsrichter" (umstrittener Schrittfehler von Carina Senel und Stürmerfoul von Laura Sosnierz) hätten die Bergischen den Abstand in der Crunchtime sogar verkürzen können. Hier wurde die ab der 45. Spielminute eingewechselte Schlussfrau Lisa Fahnenbruck nämlich zu einem Faktor.

Reckenthäler: "Auch nach den 11:15- und 17:23-Rückständen haben wir uns zurückgekämpft, obwohl wir kräftemäßig am Ende waren. Das bestätigt den begonnenen Prozess. Mir macht unsere Entwicklung gerade richtig Spaß und ich habe das Gefühl, dass wir auf einem sehr guten Weg sind." Die 37-Jährige, die gemeinsam mit ihrem Team am Donnerstag erneut mit der Kölner Sportpsychologin Christina Schmidt arbeiten wird, um sich auch mental bestmöglich auf den Abstiegskampf sowie das richtungsweisende, kommende Heimspiel gegen Mit-Aufsteiger HSG Freiburg (Samstag, 18:15 Uhr, Klingenhalle) vorzubereiten, richtet den Blick also weiter nach vorne.