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27.01.2020 15:46 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

SG 09 Kirchhof meldet sich mit Sieg bei HSG Freiburg eindrucksvoll zurück

5 Tore: Sina Ritter5 Tore: Sina Ritter
Quelle: Patrick Seeger, HSG
Da ist der erste Auswärtssieg in dieser Saison. Ein perfekter Einstand für den reaktivierten Trainer Gernot Weiss. Mit 24:21 (13:9) entschied die SG 09 Kirchhof das Kellerduell der 2. Handball-Bundesliga bei der HSG Freiburg für sich.

"Kampfgeist und Wille waren überragend", lobte Weiss sein Team. Besonders in der Deckung verdienten sich die Gäste Bestnoten. Im Tor legte Nela Zuzic ihren stärksten Auftritt für die Löwinnen hin und war ein Garant für die zwei Punkte. Das Zusammenspiel zwischen der Kroatin und dem Mittelblock funktionierte einwandfrei. Da leisteten Diana Sabljak und Alena Breiding Schwerstarbeit.

Breiding wusste auf ungewohnter Position im rechten Rückraum zu überzeugen. Dort biss sie sich ab der dritten Minute für Greta Kavaliauskaite durch. Die litauische Nationalspielerin wurde für eine unglückliche Aktion hart bestraft. Kavaliauskaite kreuzte beim schnellen Zurücklaufen den Weg von Angelika Makelko und kassierte früh die Rote Karte (3.).

Weiss: "Haben uns belohnt"




Auch deshalb lag die SG 09 nach acht Minuten mit 1:4 zurück. Doch Kirchhof bewies Moral und kämpfte sich nach einem Doppelschlag von Sina Ritter und Jana Schaffrick zurück. Binnen fünf Minuten gelang bereits der Ausgleich. Und es kam noch besser. "Nach den guten Abwehraktionen wurden wir mutiger und haben uns belohnt", sagte Weiss. Da glänzte Mariel Beugels als Strategin, da gelangen in Unterzahl zwei Treffer und da vernagelte Zuzic ihren Kasten regelrecht.

Mit der Folge, dass Kirchhof einen 6:0-Lauf hinlegte und die Führung nicht mehr hergab. Bemerkenswert konstant präsentierte sich das Team nach zuvor fünf Niederlagen und ließ sich auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur von kleineren Rückschlägen nicht stoppen. Sabljak etwa biss sich trotz Beschwerden an der Schulter durch, nahm sich allerdings deutlich weniger Abschlüsse.

Und als mit der überragenden Ritter kurzzeitig die zweite Kapitänin von der Platte musste, um sich ein neues Tape anfertigen zu lassen, zauberte Weiss ein neues Ass aus dem Ärmel. Deborah Spatz, die ihre Zweitliga-Premiere feierte. "Das war fehlerfrei. Deborah hat uns in den vier Angriffen geholfen und gut verteidigt", lobt der erfahrene Coach die 20-Jährige. Zumal die Torjägerin aus dem Juniorteam nicht etwa im Rückraum wirkte, sondern auf Linksaußen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verloren die Red Sparrows dann endgültig den Anschluss. Nach 5 Minuten, keinem eigenen Tor, vielen technischen Fehlern und 3 Gegentoren musste Ralf Wiggenhauser schon ein Timeout nehmen und seine Mannschaft wachrütteln. Das zeigte Wirkung: Sein Team kam frischer und entschlossener aus dem Timeout und spielte wieder sehenswerten Handball, was mit einem 6:1 Run belohnt wurde. Die Freiburgerinnen waren in der 43. Minute wieder auf 15:17 (43.) ran gekommen und die Halle stand Kopf.

Wie schon bei den Angriffen zuvor, nahm Wiggenhauser auch jetzt wieder Torhüterin Lena Fischer, die eine gute Leistung zeigte an diesem Abend, raus und brachte eine siebte Feldspielerin. War das zu gewagt? "Nein", bemerkte Gernot Weiss, der nach langer Coaching-Abstinenz diese Woche das Traineramt in Kirchhof übernommen hatte, und noch hinzufügte: "Das musst du riskieren und es hat ja zuvor gut funktioniert. Das 7 gegen 6 hat uns wirklich zu schaffen gemacht."

Diesmal jedoch funktionierte es nicht wie die Male zuvor. Durch technische Fehler luden die Freiburgerinnen zu Treffern ins leere Tor ein und die Gäste nutzten jeden Fehler der Breisgauerinnen aus und gingen wieder mit 21:16 in Führung. Dann fiel aber die Vorentscheidung durch Iva van der Linden. Die Rechtsaußen veredelte ihre gute Vorstellung durch das freche Tor zum 22:17 (51.). Sie stibitzte den Freiburgerinnen den Ball, nahm Fahrt auf und schloss souverän ab. Nachdem Schaffrick zum 24:20 endgültig den Deckel auf den Auswärtssieg schraubte, setzte Zuzic noch ein Ausrufezeichen - und parierte einen Siebenmeter von Freiburgs Ausnahmekönnerin Nadine Czok.

"Täglich grüßt das Murmeltier.", kommentierte Ralf Wiggenhauser das Spiel, die abermals vielen vergebenen Großchancen und die vielen technischen Fehler seines Teams und sagte weiter: "Wir waren heute nicht clever genug. Wir machen einfach zu viele technische Fehler und treffen zu selten. 21 Tore sind zu wenig. Die Mannschaft kämpft jede Woche und haut alles rein."

Über den Kampf gewinnt man im Abstiegskampf, das weiß die Mannschaft und ist bereit, weiterhin alles zu geben, auch wenn die letzten Spiele enttäuschend waren. Zeit zur Reflektion und zur Regeneration bleibt aber kaum, denn diese Woche steht schon das nächste "4-Punkte"-Spiel auf dem Programm. Die Red Sparrows fahren nämlich zum Tabellenletzten HSV Solingen-Gräfrath 76. Torhüterin Lena Fischer gab die Marschrichtung schon vor: "Das wird wieder mal eine lange Anfahrt, aber wir werden uns da reinfuchsen, über den Kampf kommen und alle 200% geben!"



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