27.01.2020 09:04 Uhr - EHF-Pokal - THC, dpa

Thüringer HC erreicht Viertelfinale im EHF-Pokal

Derzeit in Topform: Beate ScheffknechtDerzeit in Topform: Beate Scheffknecht
Quelle: SPEEDPhotos.de, TSV
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben im EHF-Cup vorzeitig das Viertelfinale erreicht. Das Team von Trainer Herbert Müller setzte sich am Sonntag 26:23 (15:13) gegen den ungarischen Vertreter Debrecen durch. Vor den abschließenden beiden Gruppenspielen ist dem THC der Einzug in die Runde der letzten Acht nicht mehr zu nehmen. Überragende Werferin war erneut die österreichische Nationalspielerin Beate Scheffknecht mit neun Treffern, bei den Gästen war Anita Bulath mit sieben Toren erfolgreich.

Mikaela Mässing stand beim THC wieder im Aufgebot, dafür fehlte Lydia Jakubisova wegen einer Erkältung. Nach der deutlichen 19:26-Niederlage im ersten Aufeinandertreffen zeigten sich die Gäste aus Ungarn hoch motiviert und gingen schnell mit 7:5 in Führung (10.). Der THC brauchte einige Zeit, kämpfte sich dann aber erfolgreich in die Partie. Die Thüringerinnen vergaben im Angriff zu viele klare Chancen und agierten bis zur Mitte der 1. Halbzeit zu passiv in der Abwehr.

In der 15. Spielminute erzielte Almudena Rodriguez mit einer schönen Eins-gegen-Eins-Aktion den Ausgleich zum 9:9. Scheffknecht sorgte in der 21. Minute zum ersten Mal für die THC-Führung, die bis zur Pausensirene Bestand hatte. Die Gäste aus Debrecen erhielten in der 22. Minute die erste Zeitstrafe im Spiel. Jetzt nahm Herbert Müller seine erste Auszeit, um über das Spiel in Überzahl zu sprechen. Zwei Minute vor dem Halbzeitpfiff erzielte Beate Scheffknecht mit ihrem sechsten Treffer den ersten Dreitorevorsprung zum 15:12. In die Kabinen ging es mit einem 15:13 für den Thüringer HC, für den sich alles nach Plan zu entwickeln schien.

Thüringer HC mit starkem Schlusssprint




In der zweiten Hälfte ließen die Thüringerinnen im Angriff viele Chancen ungenutzt, brachten sich mit zahlreichen ungenauen Würfen selbst in Schwierigkeiten. Unter anderem hatte Scheffknecht einmal vom Strich gepatzt. Nachdem die Gäste in der 43. Minute den Ausgleich zum 19:19 durch Szabina Karnik erzielte, nahm Herbert Müller sein zweites Team Timeout. Die Thüringerinnen taten sich in dieser Phase schwer im Angriff und drei Pfostentreffer in Folge nutzen die Gäste, um ihrerseits in Führung zu gehen - 19:20. Nach einer erneuten Auszeit durch Gästecoach Vilmos Köstner, ging es mit einem 21:21 in die letzten zehn Minuten.

Anita Bulath mit ihrem Strafwurf acht Minuten vor dem Ende erfolgreich und brachte die Gäste mit zwei Toren in Führung. Trainer Herbert Müller nahm eine Auszeit, um an die Mannschaft zu appellieren, Ruhe ins Spiel zu bringen. In dieser Phase wurde zu viel verworfen und durch technische Fehler zu viele einfache Ballverluste verursacht. Das brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg und die Thüringerinnen taten sich weiter schwer. Erst Emily Bölk war in der 55. Minute wieder erfolgreich und hämmerte den Ball aus dem Rückraum unhaltbar ins Tor von Agnes Triffa (22:23).

Das Team war geweckt und Beate Scheffknecht nutzte diesen Weckruf und glich drei Minuten vor der Schlusssirene zum 23:23 aus. Ann-Cathrin Giegerich knüpfte an ihre hervorragenden Leistungen aus den letzten Spielen an und glänzte mit starken Paraden im Tor. Ihre Vorderleute dankten es ihr mit verbesserter Abwehr und zwei Treffern in Folge zum 25:23 in der letzten Spielminute. Mariana Lopes setzte den Schlusspunkt und machte sechs Sekunden vor Abpfiff mit dem 26. Treffer der Gastgeberinnen den Einzug ins Viertelfinale des EHF-Cup fest.

Stimmen zum Spiel und Statistik:




Vilmos Köstner (Trainer DVSC Schaeffler): Gratulation zum Sieg an Thüringen. Wir sind letztendlich an unseren eigenen Fehler gescheitert. Wir haben aber ein sehr gutes Spiel gesehen und ich hatte meine Mannschaft eigentlich nach der Niederlage der Vorwoche optimal vorbereitet. Beide Mannschaften hätten heute gewinnen können aber am Ende hatte Thüringen das Glück wieder auf seiner Seite.

Herbert Müller (Thüringer HC): Beide Mannschaften haben heute ein Spiel auf Champions League Niveau gezeigt. Es war ein hohes Tempo und Debrecen hat in den ersten 30 Minuten eine super Abwehr gestellt. Erst in der letzten Viertelstunde waren wir dann druckvoller und ließen in den letzten acht Minuten kein Tor mehr zu. Somit haben wir dann doch verdient gewonnen.

Thüringer HC: Jana Krause, Ann-Cathrin Giegerich;
Mariana Ferreira Lopes 4/2, Beate Scheffknecht 9/1, Alexandra Mazzucco 3, Almudena Rodríguez Rodriguez 1, Jovana Sazdovska 2, Meike Schmelzer 1, Alicia Stolle, Emily Bölk 6, Ina Großmann, Mia Biltoft, Mikaela Mässing

DVSC Debrecen: Agnes Triffa, Dora Szabo, Viktoria Oguntoye;
Nora Varsanyi, Luca Laura Poczetnyik, Petra Tovizi, Panna Vamosi, Eva Vantara Kelemen 1, Reka Bordas, Anita Bulath 7/4, Elke Josseline Karsten 4, Anna Kovacs 4, Panna Szabo, Panna Borgyos 2, Rebeka Arany 3, Szabina Karnik 2

Siebenmeter: 3/5 ; 4/4
Strafminuten: 6/4
Zuschauer: 1500
Schiedsrichter: Tomas Barysas/Povilas Petrusis (LTU)
EHF Delegierter: Jorn Moller Nielsen (DEN)