26.01.2020 12:48 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Kurpfalz Bären verpassen zweiten Saisonsieg hauchdünn

Lena FeinilerLena Feiniler
Quelle: Daniel Glaser, Kurpfalz Bären
Nach einem beherzten und mitreißenden Spiel herrschte vor mehr als 800 Zuschauern eitel Freude in der Ketscher Neurotthalle. Und der Jubel der Bärenfans wäre noch größer gewesen, wenn der Siebenmeterwurf gesessen und die Bären-Ladies den zweiten Sieg in der Handball Bundesliga Frauen hätten feiern dürfen. Doch die Gäste aus Lippe, die als klarer Favorit ins Spiel gegangen waren, kam beim 26:26 (14:14) mit einem blauen Auge davon. "Und besonders eindrucksvoll war, dass die Bären nicht nur kämpferisch auf Augenhöhe agierten. Die Kurpfalz Bären waren, vom spielerischen Format hergesehen, eindeutig die bessere Mannschaft und hätten den Sieg verdient gehabt", so der Pressedienst der Kurpfalz Bären.

Kate Schneider hatte nicht zu viel versprochen. Die Bärentrainerin war vorsichtig positiv - wie es ihre Art ist - ins Spiel gegangen. Und sie hatte einer Formation das Vertrauen geschenkt, die nur selten als erste Sieben aufgelaufen ist. Carmen Moser, Samira Brand, Saskia Fackel und Rebecca Engelhardt saßen auf der Bank und staunten, wie die jungen Spielerinnen Lara Eckhardt, Verena Oßwald, Elena Fabritz und Sophia Sommerrock zusammen mit Sina Michels und Lena Feiniler auftrumpften.

Und im Tor erwischte die 20-jährige Leonie Moormann einen Sahnetag. Der Favorit aus Lippe lief die gesamte erste Halbzeit einer Bärenführung hinterher. Beim 8:5 (16. Minute) und beim 11:8 (23. Minute) sah alles nach einer faustdicken Überraschung aus, doch die bundesligaerprobten Gäste schafften es mit großer Mühe, bis zur Pause zum 14:14 auszugleichen.

Nele Franz glänzt bei Blomberg-Lippe




5 Versuche, 5 Treffer, Sophia Sommerrock begeisterte mit gewitzten Würfen auf der Außenposition. Und da Lara Eckhardt auf nahezu allen Brennpunkten erfolgreich war und Verena Oßwald das Spiel souverän lenkte, hatte die Blomberger Abwehr Vollbeschäftigung. Nur der Blomberger Wirbelwind - Nele Franz - machte als Spielmacherin und Haupttorschützin (7 Tore) der Bärendefensive zu schaffen, ansonsten war die 6:0-Abwehr bestens eingestellt und von Lena Feiniler gut sortiert. "Ein riesiges Kompliment an Nele. Sie hat das richtig gut gemacht und Führung übernommen", zollte Blombergs Trainer Steffen Birkner der erst 20-jährigen Allrounderin, die für die fehlende Silje Brøns Petersen in den zentralen Rückraum gerückt war, Respekt.

Bis zur 40. Minute spielte die Startformation der Gastgeberinnen durch, lediglich Lea Marmodee kam in Unterzahlsituationen zusätzlich zum Einsatz. Als die Gäste allerdings zum ersten Mal mit 15:16 in Führung gehen konnten, reagierte Kate Schneider. Carmen Moser kam ins Spiel und trug ihr Scherflein mit insgesamt 4 tollen Treffern zum Punkterfolg bei.

Nach dem 24:24 sieben Minuten vor Schluss, schien das Spiel zugunsten des Favoriten zu kippen, der mit zwei Toren Vorsprung in die Crunch-Time ging. Doch die Bären-Ladies steckten nicht auf, und 49 Sekunden vor Abpfiff gelang Lea Marmodee der Ausgleich. Im Gegenzug parierte Leonie Moormann, und mit der Schlusssirene deuteten die Schiedsrichter auf den Siebenmeterstrich. Lara Eckhardt trat an, doch sie traf die Latte. Dem anschließenden Jubel bei den Gastgeberinnen tat dies aber keinen Abbruch.

"Am Ende des Tages habe ich es immer wieder betont, dass wir vor dem bisherigen Verlauf der Hinrunde absolut demütig sein müssen. Wir sind ein junges Team, das um jeden Punkt hart kämpfen muss und welches auch mal Schwankungen in seinen Leistungen zeigt", möchte Birkner die Niederlage nicht überbewerten. "Schönreden" wolle er jedoch auch nichts: "Natürlich bin ich enttäuscht von der gestrigen Leistung meines Teams. Da darf auch das Fehlen von Silje keine Ausrede sein. Wir haben in der Deckung zu keinem Zeitpunkt einen Zugriff gefunden, zu oft hektisch agiert und zahlreiche Chancen ungenutzt gelassen. Das ist ein Rückschlag. Wir werden uns davon jedoch nicht beirren lassen, in der kommenden Woche die Dinge in aller Ruhe und Sachlichkeit besprechen und es mit unserem Heimpublikum im Rücken gegen Bensheim besser machen", gibt sich Birkner kämpferisch.



cs