25.01.2020 13:19 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Am Ende haben wir zumindest die Punkte": Bayer Leverkusen gewinnt Freitagskrimi gegen VfL Oldenburg

11 Tore: Kathrin Pichlmeier11 Tore: Kathrin Pichlmeier
Quelle: Roger Bürke, FAG
"Et Hätt Noch Immer Jot Jejange" stand in großen Lettern auf den neuen, schicken Karnevalstrikots der Werkselfen vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Besser hätte man den Krimi am Freitagabend gegen den VfL Oldenburg nicht zusammenfassen können. Ja, es ging gerade noch einmal gut für die Bayer-Sieben im ewigen Duell mit dem alten Rivalen aus der Huntestadt. Im mittlerweile 70. Duell in der Handballbundesliga der Frauen fuhren die Leverkusenerinnen mit einem hauchdünnen 26:25 (13:13) den 43. Sieg ein.

Es sollte ein glücklicher Erfolg vor 950 Zuschauern in der Ostermann Arena werden. Viel deutete lange Zeit nicht auf einen Sieg der Hausherrinnen hin. Die Gäste aus dem Nordwesten spielten ein hervorragendes Auswärtsspiel und hatten mit Kathrin Pichlmeier, die elf Treffer erzielte, die überragende Schützin in ihren Reihen. Pichlmeier war es auch, die den Torreigen in der 2. Minute eröffnete. Die Werkselfen hatten große Probleme mit dem von Myrthe Schoenacer organisierten Rückraum. Die Niederländerin brachte neben Pichlmeier auch Helena Mikkelsen oftmals in gute Schussposition.

Auf Seiten des TSV Bayer kam man im ersten Abschnitt hauptsächlich über den Kreis zum Erfolg. Landete das Anspiel bei Anna Seidel, dann stand unter dem Strich ein Tor oder ein Siebenmeter zu Buche. Die Kapitänin der Elfen stand am Ende mit acht Toren und einer Trefferquote von 100 Prozent in den Statistikbüchern.

Nervenschlacht in den letzten Minuten




Keines der Teams gelang es sich abzusetzen. So ging es man mit einem Halbzeitstand von 13:13 in die Pause. Doch nicht Pichlmeier oder Seidel sollten am Ende die spielentscheidende Spielerin werden, sondern Zivile Jurgutyte. Die Spielmacherin des TSV behielt in der Nervenschlacht der letzten zehn Minuten die Übersicht. Nach ihrem Ausgleichstreffer zum 21:21 (50.) steuerte "Gigi" noch weitere drei Treffer bis zur Schlusssirene bei.

Die Intensität des Spieles erhöhte sich jetzt, Helena Mikkelsen musste mit einer Zeitstrafe auf der VfL-Bank Platz nehmen, Joana Rhode durfte erneut für den TSV an die 7 Meter-Linie, konnte ihren Wurf aber nicht unterbringen. Was aber Myrhte Schoenaker gelang, die damit ihr Team beim 22:23 nach vorne warf. Durch zwei aufeinander folgende Treffer von Zivile Jurgutyte lagen die die Leverkusener jetzt aber wieder vorne. Die Oldenburger stemmten sich dagegen. Nach einem Tor von Marie Steffen konnte das Handballteam des VfL mit dem 24:25 durch Kathrin Pichlmeier noch einmal die Führung an sich reißen.

Der entscheidende gelang der Litauerin rund 15 Sekunden vor dem Ende, als sie einen Pass auf die überragende Pichlmeier unterband und den stibitzten Ball zum Jubel der heimischen Fans an VfL-Schlussfrau Renner zum 26:25-Siegtreffer verwandelte. Leverkusens Michael Biegler, der an der Seite von Renate Wolf sein Heimdebüt gab, war erleichtert: "Wir hatten uns sicherlich einen anderen Matchplan zurecht gelegt, aber am Ende haben wir zumindest die Punkte."

"Es war ein starkes Spiel meiner Mannschaft, leider wurden wir nicht mit einem Punkt belohnt. So können wir uns für die gute Leistung leider nichts kaufen", gab Oldenburgs Trainer Niels Bötel relativ gefasst zu Protokoll. "Wir haben uns heute leider nicht für die starke Leistung belohnen können. Wir haben aber wieder zu unserem Abwehrspiel gefunden und Leverkusen zu Fehlern gezwungen. Das Team hat auf das letzte Spiel reagiert und das wollten wir sehen. Wir können viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen."



cs