23.01.2020 09:32 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Thüringer HC mit klarem Sieg bei Bad Wildungen Vipers

Mariana Fereira Lopes frei vor Anne BockaMariana Fereira Lopes frei vor Anne Bocka
Quelle: Jens Kaliske, Vipers
Der Thüringer HC hat auswärts gegen die HSG Bad Wildungen Vipers mit 31:21 (13:8) gewonnen. Der THC kontrollierte nach knapp 15 Minuten das Spiel und präsentierte sich in der Favoritenrolle. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung überzeugte der amtierende Vizemeister damit auch in der Bundesliga. Für die Gastgeberinnen trafen Sabine Heusdens, Maria Ines da Silva Pereira und Jana Scheib je vier Mal. Mit 10/3-Toren war Beate Scheffknecht erfolgreichste Torschützin auf Seiten des THC.

An die Leistung aus dem Oldenburg-Spiel anzuknüpfen, ist den Spielerinnen um Kapitänin Manuela Brütsch am gestrigen Abend nur phasenweise gelungen. Vor allem zu Beginn der Partie setzten die Nordhessinnen den Favoriten aus Thüringen immer wieder unter Druck und hielten das Spiel offen.

Die Spielerinnen des Thüringer HC kamen gut ins Spiel und erzielten durch Tore von Beate Scheffknecht und Almudena Rodriguez gleich zu Beginn eine 2:0-Führung. Wenige Minuten später fand die HSG Bad Wildungen Vipers ins Spiel und erzielten in der 5. Minute den 2:2-Ausgleich. Von nun an folgte ein offener Schlagabtausch beider Mannschaften. Durch Fehler im Abschluss auf beiden Seiten stand es nach elf gespielten Minuten 4:4.

Kein Team konnte die offensichtlichen Abschlussschwächen des Gegners zum eigenen Vorteil nutzen. Wie aus den letzten Spielen gewohnt, stand Ann-Cathrin Giegerich souverän zwischen den Pfosten, sodass die Thüringer Gäste mit einem Tor (5:6, 17. Minute) in Führung gehen konnten. Die Vipers spielten nun zunehmend unsicherer im Angriff, das Team um Trainer Herbert Müller nutzte diese Phase und baute den Vorsprung auf drei Tore, zum Stand von 5:8 aus. Grund genug für Vipers-Trainerin Tessa Bremmer ihre erste Auszeit zu nehmen. Diese zeigte die erwünschte Wirkung, denn durch zu hektische Aktionen des THC schafften es die Hessinnen bis auf ein Tor heran zu kommen.

Nach 25 Spielminuten stand es 7:10 für die Gäste. Herbert Müller sah sich jetzt gezwungen, ein Timeout zu nehmen und seine Mannschaft ins Gebet zu nehmen. Von nun an hielt der Gast die Fäden fest in der Hand und kontrollierte das Spiel. Der Thüringer HC konnte sich nach Treffer, einer überragenden Beate Scheffknecht, erstmals mit vier Toren absetzen (7:11). Von der Siebenmeterlinie baute Beate Scheffknecht die Führung zum 8:13-Halbzeitstand aus.

Thüringer HC baut Führung aus




Gegen die bewegliche Deckung der Mannschaft von Trainer Herbert Müller fanden die Waldeckerinnen oftmals nur wenige Lösungen, wodurch der THC mit einfachen Gegenstoßtoren davonziehen konnte. Die Vipers versteckten sich trotz des Führung des Gäste zur Halbzeit nicht. Den erste Treffer in der zweiten Hälfte versenkten die Gastgeberinnen im gegnerischen Tor - Jana Scheib traf zum 9:13. Beate Scheffknecht machte direkt da weiter, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatte und stellte die Fünf-Tore-Führung wieder her. Mit einem Strafwurf netzte Sabine Heusdens in der 35. Minute zum 11:16 ein.

Der Thüringer HC startete druckvoll in die Halbzeit und setzte sich nach 40 gespielten Minuten mit einem tollen Rückraumtreffer von Beate Scheffknecht auf 12:21 ab. Insbesondere Emily Bölk glänzte in dieser Spielphase durch erfolgreiche Offensivaktionen. Zudem mussten die Vipers eine Zeitstrafe gegen Annika Ingenpaß kompensieren.

Almudena Rodriguez gelang in der 42. Minute die erste Zehntoreführung für ihre Mannschaft. Zwei Tore in Folge für die HSG Bad Wildungen nahm Herbert Müller zum Anlass, ein weiteres Team Timeout einzufordern. Er schien die richtigen Worte gefunden zu haben, denn kurz darauf baute seine Mannschaft die Führung auf elf Tore (14:25) aus.

Vipers-Coach Tessa Bremmer, zog hrerseits die Grüne Karte zur nächsten Auszeit. Auch die Umstellung auf die offensive 4:2-Deckung brachte den Hausherrinnen nicht die nötige Sicherheit, um den THC-Express aufzuhalten. Ein Lichtblick war die Angriffsvariante mit siebtem Feldspieler, womit die Südwaldeckerinnen in den letzten Minuten zumindest im Angriff noch das ein oder andere Erfolgserlebnis verbuchen konnte.

Zehn Minuten vor Spielende wurde Nachwuchstalent Greta Köster für einen Siebenmeter ins THC-Tor eingewechselt - mit Erfolg, der Wurf von Sabine Heusdens landete am Pfosten. Beim Stand von 16:27 nahm Herbert Müller eine weitere Auszeit, um die Strategie für die letzten Spielminuten zu besprechen.

In der 53. Minute überwand Alicia Stolle Vipers-Torhüterin Anna Bocka mit einem sehenswerten Rückraumtreffer zum 16:28. Mit zwei Toren in Folge konnte Mariana Ferreira Lopes den 12-Toreabstand verteidigen und traf zum 18:30. Ein wenig Ergebniskosmetik gelang den Gastgeberinnen in den letzten Minuten doch noch und so trat der THC mit einem verdienten Auswärtssieg im Gepäck die Heimreise an.

"Wir haben uns wacker geschlagen", meinte Vipers-Trainerin Tessa Bremmer nach Spielende. "Gegen so einen Gegner werden unsere Schwächephasen natürlich sofort bestraft. Daraus müssen wir lernen und trotz der Niederlage positiv in die Vorbereitung auf das Spiel in Neckarsulm gehen."