05.01.2020 14:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Haben alles in die Waagschale geworfen": HSG Bensheim/Auerbach Flames mit Sieg über Neckarsulmer Sport-Union

10/2 Tore: Julia Maidhof10/2 Tore: Julia Maidhof
Quelle: Andrea Müller, Flames
Es war der gewünschte Start ins neue Jahr. Die Flames der HSG Bensheim/Auerbach konnten sich im ersten Spiel des Jahres in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) mit 37:33 (17:17) gegen die Neckarsulmer Sport-Union durchsetzen. Erfolgreichste Torschützinnen waren bei den Flames Julia Maidhof (10/2 Tore) und Caroline Hettinger (8) sowie Birna Berg Haraldsdottir (8/7) bei Neckarsulm. Die Flames bleiben nach dem Sieg mit 10:10 Punkten auf dem sehr guten 7. Platz, die NSU belegt mit 6:14 Punkten Platz 11.

Die Flames wollten unbedingt diese beiden Punkte gegen einen direkten Konkurrenten im Mittelfeld und sich weiter von den Abstiegsrängen absetzen. Mit Ausnahme von der unglücklichen Niederlage am Jahresende gegen Oldenburg ist dies dem Team von Flames-Coach Heike Ahlgrimm diese Saison bisher auch sehr gut gelungen.

Insbesondere in der ersten Halbzeit taten sich die Flames vor 1580 Zuschauern nach zwei Niederlagen in Folge jedoch schwer. "Wir standen nach den beiden Niederlagen etwas unter Druck und waren etwas verunsichert", resümierte daher auch Heike Ahlgrimm nach dem Spiel.

"33 Tore sind auswärts sehr gut und mit dieser Menge an Toren sollte man in der Fremde eigentlich auch ein Spiel gewinnen. Mit 37 Gegentoren, davon allein 20 in der zweiten Hälfte, können wir dieses Spiel aber nicht für uns entscheiden. Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff bekommen, waren dort auch zu harmlos in den Aktionen und unsere Torhüter finden dann leider auch nicht in die Partie. Sehr schade, da wir heute eine wirklich gute Angriffsleistung präsentiert haben und uns dafür nicht belohnen können.", sagt NSU-Trainer Pascal Morgant.

Anders die Neckarsulmer Sport-Union, die den Schwung aus dem Heimsieg gegen die Kurpfalz Bären Ketsch mit nach Bensheim nehmen wollte. Entsprechend selbstbewusst traten die Gäste auf und konnten durch Seline Ineichen mit 0:1 in Führung gehen. Caroline Hettinger sorgte für den 1:1 Ausgleich (2.). Neckarsulm spielte weiter munter nach vorne und konnte sich phasenweise einen 3-Tore-Vorsprung herausspielen, wie zum 6:9 (12.) durch Nathalie Hendrikse und dem verwandelten Siebenmeter von Birna Berg Haraldsdottir zum 7:10 (14.).

Folgerichtig nahm Flames-Coach Heike Ahlgrimm ein Team-Timeout. Die Auszeit zeigte die gewünschte Wirkung. Ines Ivancok und Julia Maidhof verkürzten auf 9:10 (15.). Irene Espinola Perez erhöhte wieder auf 9:11. Zwei Treffer von Julia Maidhof zum 11:11 (17.) brachten den ersten Ausgleich seit der 2. Minute. Ines Ivancok gelang mit dem 13:12 nach 20 Minuten die erste Flames-Führung in diesem Spiel. Es blieb auch die nächsten Minuten ein Spiel auf Augenhöhe, so dass es mit einem gerechten 17:17 in die Kabine ging.

Flames setzen sich zum Ende hin ab




In der 2. Halbzeit ging es gewohnt weiter und es bleibt ausgeglichen beim 19:19. Ein Doppelschlag von Sarah Dekker zum 21:19 (34.) bedeutete erstmals zwei Tore. Neckarsulm gab sich aber längst nicht geschlagen, auch nicht, als sich die Flames erstmals mit drei Treffern durch das Tor von Julia Maidhof zu 24:21 (40.) absetzten. Das 25:24 durch Lynn Knippenborg (42.) sollte dann jedoch der letzte Anschlusstreffer der Gäste sein.

Das Team von Flames-Coach Heike Ahlgrimm stand nun immer besser in der Abwehr und hatte in Torhüterin Helen van Beurden, die ab Mitte der 1. Halbzeit das Tor der Flames hütete, einen starken Rückhalt. Die Flames konnten zunehmend mehr ihr Tempospiel aufziehen und zogen durch einen 4-Tore-Lauf auf 29:24 (46.) davon.

Angefeuert von den begeisterten Zuschauern, die die letzten Minuten in der Halle alle nur noch standen, erhöhten die Flames den Vorsprung sogar bis auf acht Tore beim 35:27 durch Ines Ivancok (54.). Nach dem 37:30 konnte die NSU noch etwas den Abstand verkürzen, was aber nichts mehr an dem 37:33-Erfolg der Flames und dem perfekten Start ins Jahr 2020 änderte. "Ich bin absolut froh, dass wir diese zwei Punkte heute auf unserer Seite haben", freute sich Flames-Coach Heike Ahlgrimm über den gelungenen Jahresbeginn.

Zusammen mit Torfrau Helen van Beurden wurde Kreisläuferin Caroline Hettinger, die insgesamt 8 Treffer erzielte, von den Fans zu den "Spielerinnen des Tages" gekürt. Eigentlich hatte Caroline Hettinger bereits Ende der letzten Saison ihre Karriere beendet. Aufgrund der langwierigen Verletzung von Dionne Visser wurde sie zur Unterstützung für Kreisläuferin Isabell Hurst zurückgeholt. Gegen die NSU musste sie dann beide ersetzen, da sich Isabell Hurst im Auswärtsspiel beim Thüringer HC an der Schulter verletzte und gegen die NSU zuschauen musste.

Damit legt die HBF eine kurze Pause ein, die für Neckarsulm allerdings das DHB-Pokal Viertelfinale am Sonntagabend (12.01.2020, 18 Uhr, Ballei Neckarsulm) gegen Frisch Auf Göppingen beinhaltet. Für die Flames steht nächste Woche eine ganz schwere Aufgabe auf dem Programm. Im Viertelfinale des DHB-Pokals muss das Team von Heike Ahlgrimm am Freitag, 10.01.2020 (20:00 Uhr, Ösch-Sporthalle) zur TuS Metzingen. Der Sieger sichert sich die Teilnahme am OLYMP Final4 am 23. und 24. Mai 2020 in der Stuttgarter Porsche-Arena.

Statements der Trainer nach dem Spiel:




Heike Ahlgrimm (HSG Bensheim/Auerbach Flames):
Ich bin natürlich absolut froh, dass wir heute diese zwei Punkte haben. Es ging nur um diese zwei Punkte. Wir wollten es wieder gut machen nach der unglücklichen Niederlage gegen Oldenburg. Wir haben am Anfang gemerkt, dass man nach zwei Niederlagen ein bisschen unter Druck steht und wir etwas verunsichert waren. Da hat es die NSU relativ gut gemacht, dass sie es uns schwer gemacht haben. Wir haben in der 1. Halbzeit schon 17 Tore bekommen, damit können wir natürlich nicht zufrieden sein. Aber auf der anderen Seite machen wir 37 Tore. Wir sind gerannt, wir haben gekämpft und wir haben alles in die Waagschale geworfen. Von daher kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen.

Pascal Morgant (Neckarsulmer Sport-Union):
Glückwunsch an Bensheim zu dem gewonnen Spiel. Bei uns waren es in der ersten Halbzeit 17 Gegentore, in der zweiten Halbzeit 20. Da klemmt es natürlich in der Abwehr. Wir haben nicht den Zugriff bekommen und unsere Torhüter sind nicht ins Spiel gekommen. Mit 37 Gegentoren kannst du das Spiel nicht gewinnen. 33 Tore auswärts sind sehr gut. Das haben wir sehr gut gemacht. Das Angriffsspiel war sehr gut, aber wir haben natürlich keinen Zugriff in der Abwehr bekommen. Da ist es selbsterklärend, dass man mit 17 und 20 Gegentoren pro Halbzeit das Spiel nicht gewinnen kann.