20.12.2019 13:36 Uhr - 1. Bundesliga - PM Kurpfalz Bären, red

Führungswechsel bei den Kurpfalz Bären - Dr. Robert Becker "will und muss einfach kürzertreten"

Dr. Robert BeckerDr. Robert Becker
Quelle: Kurpfalz Bären
Vor fast genau 5 Jahren übernahm Dr. Robert Becker - der jetzt gerade seinen 71. Geburtstag feierte - die Führungsrolle bei den Ketscher Handballerinnen, die dann ab 2015 als Kurpfalz Bären eine neue Marke im deutschen Frauenhandball bildeten. Er wird Ende des Jahres als erster Geschäftsführer der Sport- und Marketing-GmbH ausscheiden und diese Aufgabe an Udo Wagner übergeben.

Dieser unterstützt den zweiten Geschäftsführer, Adrian Fuladdjusch, seit einiger Zeit als Finanzcontroller und ist daher mit den Gegebenheiten bei den Bären bestens vertraut. Die Aufgaben der sportlichen Leitung sollen neu geregelt werden, wobei daran gedacht wird, einen sportlichen Beirat zu installieren. Dr. Becker wird weiterhin Gesellschafter der Kurpfalz Bären GmbH bleiben und beratend für finanzielle und sportliche Fragen zur Verfügung stehen. Seine Frau Ilse ist nach wie vor Vorsitzende des Fördervereins und zuständig für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit der Bären. Der Pressedienst der Kurpfaöz Bären wollte wissen, was hinter dieser Entscheidung steckt und wie die Rollen in Zukunft verteilt werden.

Was sind deine Beweg- und Hintergründe, Robert?

Dr. Robert Becker:
Ich will und muss einfach kürzertreten. Zwei heftige gesundheitliche Attacken in den letzten Monaten haben mir aufgezeigt, dass meine Belastbarkeit an Grenzen gestoßen ist. Und ich bin es einfach gewohnt, meine Aufgaben mit vollem Engagement zu bestreiten und keine halben Sachen zu machen.

Was bedeutet diese Entscheidung für die Führungsregie der Kurpfalz Bären?



Dr. Robert Becker:
Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, zahlreiche Führungspersönlichkeiten für die Kurpfalz Bären zu gewinnen, die in unseren Arbeitskreisen aktiv sind und jetzt noch mehr Verantwortung übernehmen wollen. Adrian Fuladdjusch bleibt der operative Geschäftsführer der Bären, der von Udo Wagner nicht nur im Finanzsektor professionell unterstützt wird. Udo bringt neben seinen Managementfähigkeiten zusätzlich noch großen Handballsachverstand und vorbildliche Führungskompetenzen mit.

Du warst mit deiner Frau Ilse Dreh- und Angelpunkt der Erfolgsentwicklung der Kurpfalz Bären. Wie hast du diese Zeit erlebt?

Dr. Robert Becker:
Es waren tolle Jahre für Ilse und mich, in denen wir viele Erfolge feiern konnten. Sportlich ragen natürlich die Aufstiege heraus, die unsere erste Mannschaft von der dritten in die erste Liga geführt haben. Parallel dazu sind die Junior-Bären ebenfalls zweimal aufgestiegen und spielen heute in der 3. Liga eine sehr gute Rolle. Der Nachwuchsbereich ist super aufgestellt, und unser Tempo-Spielsystem ist in allen Jugend- und Damenmannschaften etabliert. Aber auch der Gewinn des Marketingpreises der Metropolregion und die Gewinnung neuer Sponsoren haben für viel Freude gesorgt. Am wichtigsten aber war uns immer die vorzügliche menschliche Zusammenarbeit, die völlig konfliktfrei ablief und allen Beteiligten in und außerhalb der Handballhalle viel Spaß gemacht hat.

Der Geschäftsführerwechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bären vor großen Herausforderungen stehen, was den Klassenerhalt in der ersten Bundesliga betrifft. Wie schätzt du die Situation ein?

Dr. Robert Becker:
Sina Michels, unsere Spielführerin, hat uns vor kurzem als "Feierabendmannschaft" charakterisiert. Das hat sie nicht abwertend gemeint, sondern damit nur ausgedrückt, dass wir von den Rahmenbedingungen nicht - zumindest noch nicht - mit den Spitzenclubs mithalten können. Andererseits dürfen wir sehr stolz darauf sein, dass fast alle unsere Spielerinnen schon in der Jugend für die Bären gespielt haben und sich jetzt für die Leistungen der letzten Jahre durch die Mitwirkung in der Top-Liga belohnen dürfen. Im ersten Drittel der Saison haben unsere Bären-Ladies durchweg gute Leistungen gezeigt. Die Mannschaft, da bin ich mir sicher, wird bis zum Saisonende alles geben. Ob es für den Erhalt der Liga reichen wird, kann ich nicht sagen, aber auch bei einer Rückkehr in die zweite Liga wird die Bärenphilosophie erhalten bleiben.



cs