13.12.2019 07:57 Uhr - Weltmeisterschaft - chs

Guter Start reicht nicht - Deutschland verpasst Olympiateilnahme gegen Schweden

6 Tore: Alicia Stolle6 Tore: Alicia Stolle
Quelle: Marco Wolf
Deutschland hat die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Nach einem Blitzstart für das DHB-Team gegen Schweden mit vier Toren, die Tre-Kronor drehten aber bereits in Halbzeit eins die Partie und gewannen letztlich klar und deutlich mit 35:24 (18:13). Schwedens Torhüterin Filippa Idehn räumte die Ehrung als beste Spielerin der Partie ab, die meisten Tore erzielten Alicia Stolle (6) und Shenia Minevskaja (5/4) und Isabelle Gullden (7/7) und Linn Blohm (5) für Schweden.

Deutchland erwischte einen guten Start in das entscheidende Spiel um Platz 7, das für die Teilnahme an den Olympischen Spielen wichtig ist. Deutschland konnte mit einem Rückraumwurf von Alicia Stolle den ersten Treffer setzen, ihre Vereinskollegin Mikaela Mässing glich allerdings für die Tre-Kronor gleich wieder aus.

Stolle, die sich im Spiel gegen Norwegen am Fuß verletzt hatte und deren Einsatz auf der Kippe stand, prägte die ersten und hielt Deutschland mit weiteren Toren beim 3:2 (5.) in der Vorlage. Als dann auch Kim Naidzinavicius und Julia Behnke zum zum 5:3 (9.) erhöhten, nahm Schwedens Trainer Henrik Signell seine erste Auszeit. Aber Deutschlands Schwung lief, Stolle zeigte ihre beste Turnierleistung und erzielte zwei weitere Treffer zum zwischenzeitlichen 8:4 (13.).

Schweden findet über die Abwehr ins Spiel




Dann aber stabilisierte sich Schweden über die Abwehr, verteidigte den deutschen Rückraum besser und kam dann auch ins Tempospiel. Dem DHB-Team unterliefen nun auch technische Fehler und beim 9:10 (21.) von Hanna Blomstrand waren die Skandinavierinnen erstmals vorne. Der Druck lastete immer mehr auf den deutschen Handballerinnen, die auch durch einige überhastete Aktionen in den letzten fünf Minuten abreißen mussten und zur Pause dann mit 13:18 zurücklagen.

Im zweiten Spielabschnitt stabilisierte man sich ein wenig, Deutschland fehlten auch nach gelungenen Abwehraktionen die einfachen Tore. Im Positionsangriff wurden Stolle und Bölk gut aus dem Spiel genommen, zudem machten sich beim deutschen Stamm auch die hohe Belastung im Turnier bemerkbar. Schweden hatte die Belastung gerade in der Vorrunde mit Argentinien, China und der DR Kongo besser verteilen können und schraubte den Vorsprung bis auf acht Tore (16:24) aus.

Auch Filippa Idehn hatte zu diesem Zeitpunkt mit zehn Paraden schon einen Vorsprung für ihre Farben herausgeworfen, Henk Groener entschied sich nun dazu auch Isabell Roch noch einmal einzuwechseln. Aber auch die Dortmunderin konnte die nervenstarke Isabella Gullden vom Strich nicht aufhalten und auch ihre erste Parade hatte keine Wirkung. Der Akku im deutschen Spiel war leer, das 16:26 (45.) von Linn Blohm ging dann bei Unterzahl ins verwaiste Tor.

Das Olympiaticket war faktisch schon weg, auch wenn Henk Groener nun mit dem Einsatz einer zusätzlichen Feldspielerin seine finale Karte aus der offensiven Taktikkiste holte. Alina Grijseels konnte mit dem 17:27 noch einmal einen Achtungserfolg setzen, Filippa Idehn sich dann aber mit dem 17:29 zum fünften Mal bei diesem Turnier in die Torschützenliste eintragen. Defensiv stellte Deutschland mit einer 5:1-Abwehr und einer sehr offeniv agierenden Grijseels Schweden noch einmal vor einer Herausforderung und konnte so die Niederlage kurzzeitig in Grenzen halten. Am Ende aber waren die Kräfteverhältnisse eindeutig - Minevskajas Siebenmeter zum 24:35-Endstand symbolisierte die Enttäuschung im deutschen Lager.

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