11.12.2019 17:03 Uhr - 1. Bundesliga - chs mit PM Verein

Überraschung in Leverkusen: Michael Biegler als neuer Trainer vorgestellt

Michael Biegler, Renate Wolf und Andreas ThielMichael Biegler, Renate Wolf und Andreas Thiel
Quelle: Jörg Dembinski, TSV
Nach der Vertragsauflösung mit dem Niederländer Robert Nijdam, der am gestrigen Dienstag beim SV Werder Bremen als Chefcoach vorgestellt wurde, hat der TSV Bayer 04 Leverkusen am heutigen Mittwoch den Nachfolger präsentiert: Der frühere Bundestrainer Michael Biegler wird die Werkselfen künftig trainieren. Biegler unterzeichnete ab Sommer einen Zweijahresvertrag, zuvor wird der Coach zusammen in einem Trainerteam mit Abteilungsleiter Andreas Thiel und Geschäftsführerin Renate Wolf, die auch die ersten drei Spiele an der Seitenlinie agiert.

Der deutsche Rekordmeister wird ab sofort in der Trainingsarbeit von der "Agentur 360° Coaching by Michael Biegler" unterstützt. Der ehemalige Bundestrainer Frauen und A-Lizenz-Inhaber wird im Verbund mit der Geschäftsführerin und langjährigen Trainerin Renate Wolf bis zum Saisonende das Coaching der Werkselfen übernehmen. Des Weiteren wird er im Bereich "Nachwuchsentwicklung" sein Wissen einbringen.

"Die Trainertätigkeit in Leverkusen ist eine reizvolle Herausforderung, die ich aufgrund meiner langjährigen Freundschaft mit Renate Wolf gerne annehme. Aufgrund meiner Agenturtätigkeit stehe ich derzeit allerdings nicht vollumfänglich zur Verfügung, sodass Renate und ich als Trainerteam bis zum Sommer Hand in Hand zusammenarbeiten werden", skizziert Biegler sein Aufgabengebiet bis zum Saisonende. Weiterhin zum Trainerteam gehört Torwarttrainer Andreas Thiel, den Biegler aus der gemeinsamen Zeit in Dormagen von 1990 bis 1994 besten kennt.

Ab dem 1. Juli 2020 wird Biegler, der seit mehr als 30 Jahren im nationalen und internationalen Spitzenhandball zu Hause ist, die Werkselfen als Headcoach alleinverantwortlich übernehmen. Bis dahin wird der 57-Jährige neben der alltäglichen Trainingstätigkeit im Verbund mit Renate Wolf im strukturellen Bereich der Abteilung seinen Schwerpunkt setzen.

Dazu gehört unter anderem das Thema "Athletik", das ebenso auf Bieglers Agenda steht, wie die enge Zusammenarbeit mit den Nachwuchstrainern, die durch eine direkte fachliche Führung des ehemaligen Frauen-Bundestrainers profitieren werden.

Thiel: "Klare Struktur schaffen"




"Neben der Weiterentwicklung des Bundesligateams haben wir das Ziel, gemeinsam mit Michael Biegler eine klare Struktur über alle Altersklassen zu schaffen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen / Strömungen im DHB (Strukturreform 2020) ist es unumgänglich, dass wir die Nachwuchsarbeit noch intensiver und strukturierter im Fokus haben", hat Renate Wolf die Ausrichtung der Abteilung für die nähere Zukunft klar im Fokus.

"Die Werkselfen sind eine der Topadressen im Deutschen Frauenhandball. Hier ist unsere Verpflichtung für die Zukunft. Es ist unsere Kernaufgabe diesen Standort mit all seinen Facetten zu erhalten", zeigt Abteilungsleiter und HBF-Vorsitzender Andreas Thiel den Weg für die Zukunft unter dem Bayer-Kreuz auf.

Der 58-Jährige Biegler wohnt im benachbarten Leichlingen und kann auf eine bereits 35-jährige Karriere als Trainer zurückblicken. Der Diplom-Sportlehrer trainierte zunächst den LTV Wuppertal, den OSC Dortmund und Bayer Dormagen, ehe er 1994 zum VfL Gummersbach kam und dann nach drei Jahren bei GWD Minden anheuerte.

Bei den Ostwestfalen wurde er nach eineinhalb Jahren beurlaubt. Bieglers Know-how wurde jedoch schnell wieder geschätzt. In der Saison 1999/2000 heuerte er bei der SG Hameln an und führte das Team in die Bundesliga. Trotz guten Saisonstarts nahm der Coach aber selbst nach elf Spieltagen seinen Hut.

Nationaltrainer von Polen und Deutschland




Weitere Stationen waren die TSG Friesenheim (jetzt Eulen Ludwigshafen), ehe er 2002 zunächst Co-Trainer von Christian Fitzek bei Frisch Auf Göppingen wurde. Mit einer Ausstiegsklausel kam er 2003 dann zum Wilhelmshavener HV und war dort bis zum Januar 2008 tätig, ehe er dann beim SC Magdeburg und ab 2010 beim TV Großwallstadt landete.

Die Amtszeit bei den Mainfranken dauerte jedoch nur kurz, zwischen 2012 und 2016 trainierte er dann erfolgreich das Männernationalteam von Polen und übernahm zudem 2013 interimsweise das Amt des Cheftrainers beim SC DHfK Leipzig. Bei den Sachsen war er auch noch einmal 2018 aktiv, zuvor jedoch trainierte er den HSV Hamburg (2015/16) und die deutsche Nationalmannschaft der Frauen.

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