08.12.2019 18:48 Uhr - Weltmeisterschaft - Brosig, Uhrmeister

PlayerScore von Deutschland - Niederlande: Dulfer mit bestem Einzelwert, doch DHB-Frauen vorne

Über den Sieg konnten am Ende die deutschen Frauen jubeln - auch beim PlayerScoreÜber den Sieg konnten am Ende die deutschen Frauen jubeln - auch beim PlayerScore
Quelle: Marco Wolf
Deutschlands Handball-Frauen sind mit einem Sieg in die Hauptrunde der Weltmeisterschaft gestartet und dürfen nun sogar vom Halbfinale träumen. Die DHB-Auswahl gewann am Sonntag in Kumamoto gegen den WM-Dritten Niederlande mit 25:23 (11:12) und übernahm mit 5:1 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe 1. Beste Werferin für das Team von Bundestrainer Henk Groener war Emily Bölk mit sechs Toren, sie erzielte auch den besten Wert der deutschen Spielerinnen beim "PlayerScore".

Mit dem PlayrScore, der bereits in den EM-Turnieren 2018 bei den Frauen und Männern sowie beim WM-Turnier der Männer im vergangenen Januar/ Februar zur Anwendung kam und dabei auf Interesse der EHF und IHF gestoßen ist, betrachten Jörn Uhrmeister und Oliver Brosig jede Spielerin einzeln.

Ziel ist es die kompletteste Spielerin anhand statistischer Aufzeichnungen abzubilden. "Die bisherigen Erkenntnisse geben Gewissheit, dass das sportstatistisches Modell des PlayerScore-Modells funktioniert und mit den Wahrnehmungen der Fachjury übereinstimmt beziehungsweise subjektive Eindrücke in Zahlenwerten dokumentiert", so die Sportstatistiker.

Der PlayerScore berücksichtigt als positive Faktoren (Tore, Assists, herausgeholte Strafwürfe sowie geblockte Würfe und Ballgewinne in der Abwehr) und negative Faktoren (Fehlwürfe, technische Fehler, Ballverluste, Zeitstrafen, verursachte Strafwürfe und rote Karten) in Abhängigkeit von Spielzeit und Tordifferenz.

Zur Erläuterung: So geht z.B. ein Tor in der 1.Minute bei Tordifferenz 0 mit 2,5 ein (0,5 für die Minute, 2 für Tordifferenz), ein Tor in der 60.Minute bei Tordifferenz 0 mit 3,5 ein (1,5 für die Minute, 2 für Tordifferenz) und ein Tor in der 60.Minute bei Tordifferenz 16 mit 1,6 ein (1,5 für die Minute, 0,1 für Tordifferenz). In dieser Form wird jede der Aktionen pro Spieler bewertet und abschließend alle aufsummiert.

Fast 10 Playerscore-Punkte (9,66) war die deutsche Mannschaft am Sonntag in Summe besser als die Niederlande. Beste Einzelspielerinnen bei diesem Aufeinandertreffen war allerdings die Niederländerin Kelly Dulfer, die beim BVB 09 Dortmund in der Frauen-Bundesliga spielt! Sodann folgten drei deutsche Spielerinnen, die dem vor allen Dingen in der 1. Halbzeit knappen Spiel den Stempel aufdrücken: Emily Bölk vom Thüringer HC, sowie vom Deutschen Meister SG BBM Bietigheim Amelie Berger und Kim Naidzinavicius.

Nominiert für diese Partie waren aus der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) insgesamt 21 Spielerinnen! Allein aus Bietigheim 7 Spielerinnen (5 im deutschen Team/ 2 im Team der Niederlande), vom BVB 6 Spielrinnen (2/4), vom Thüringer HC 4 Spielerinnen (4/0) und aus Metzingen 2 Spielerinnen (1/1). Zum Einsatz kamen schließlich 15 Akteurinnen, die in der HBF in Deutschland ihr Geld verdienen.

Am besten schnitten die Akteurinnen vom BVB 09 Dortmund ab, allerdings mit den Glanzpunkten auf Seiten der Niederländerinnen. Direkt die zweitbeste Holländerin, hinter Kelly Dulfer war am Sonntag Vereinskollegin Danick Snelder. Alina Grijseels musste sich lange mit der Rolle der Reservistin auf der deutschen Bank zufriedengeben und kam erst Mitte der zweiten Halbzeit bei einem Vorsprung von 5 Toren für einige Minuten auf das Feld. Auf niederländischer Seite hatte Inger Smits keinen Einfluss auf das Spiel, Rinka Duijndam kam bei einem 7-Meter-Strafwurf ins Tor. Auf deutscher Seite erhielt Isabell Roch keine Einsatzzeit im Tor. Die eingesetzten Dortmunderinnen kamen insgesamt, in Summe auf 61 Spielminuten

Hingegen dominierten die Spielerinnen von der SG BBM Bietigheim, allen Voran Amelie Berger und Kim Naidzinavicius mit vielen gelungenen Spielanteilen auf deutscher Seite. Alle Spielerinnen aus Bietigheim standen insgesamt, in Summe 221 Minuten auf dem Platz. Die vier Thüringer Spielerinnen brachten es insgesamt auf 111 Minuten.

"Betrachtet man nur das deutsche Team hatten demnach auch der Block der Bietigheimerinnen den größten Einfluss auf den Erfolg, in einem allerdings zerfahrenen und fehlerbehafteten Spiel. Bei der Chancenauswertung bleibt ein Entwicklungspotential im weiteren Verlauf der WM! Insbesondere in der ersten Halbzeit brachte Tess Wester im Tor der Niederländerinnen die deutschen Schützinnen oftmals um den Erfolg. In der 2. Halbzeit wuchs Dinah Eckerle über sich hinaus, was zu vielen negativ zu bewerteten Aktionen auf Seiten der Niederländerinnen führte", so Uhrmeister und Brosig.

Nach dieser Einschätzung kommen alle auf deutscher Seite eingesetzten Bietigheimerinnen auf 5,35 PlayerScore-Punkte, die Thüringer erreichen trotz der herausragenden Leistung von Emily Bölk nur einen negativen Score-Wert, genauso wie die einzige Borussin, Alina Grijseels die für Deutschland eingesetzt wurde.

Top10 Player Score GER-NED


9,54 Dulfer (NED)
6,92 Bölk (GER)
6,58 Berger (GER)
3,55 Naidzinavicius (GER)
3,29 Snelder (NED)
2,57 Bont (NED)
2,52 Freriks (NED)
1,11 Malestein (NED)
0,05 Housheer (NED)


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