09.12.2019 08:37 Uhr - Weltmeisterschaft - chs

Deutschland verpasst bei Handball-Weltmeisterschaft mögliche Big Points gegen Serbien

6 Tore: Amelie Berger6 Tore: Amelie Berger
Quelle: Marco Wolf
Deutschland hat bei der 24. Handball-Weltmeisterschaft den vorzeitigen Sprung zur Olympiaqualifikation verpasst. Gegen Serbien musste sich das Team von Henk Groener am Ende mit 28:29 (17:19) geschlagen geben. Nach einer Schwächephase im ersten Durchgang kämpfte sich das DHB-Team von einem Fünf-Tore-Rückstand in die Vorlage, verpasste es dann aber Serbien zu distanzieren. Am Ende rettete dann Kristina Liscevic den Serbinnen mit einem Siebenmeter den Sieg. Amelie Berger wurde mit ihren sechs Toren zur Spielerin der Partie gewählt, auch Shenia Minevskaja (6) und Julia Behnke (5) ragten heraus. Bei Serbien traf Kreisläuferin Dragana Cvijic (7) am häufigsten.

Serbien erwischte den besseren Start in die Partie, vor allem die zentrale Achse mit Spielmacherin Kristina Liscevic und Dragana Cvijic war schwer zu kontrollieren. Deutschland konnte dem allerdings auch nach wenigen Minuten eine gute Offensive entgegenstellen. Vor allem Kim Naidzinavicius offenbarte ihre Qualitäten mit starken Pässen wie vor Behnkes 2:2 oder Bölks 3:3 (5.).

Serbien spielte wie schon gestern gegen Korea mit einer offensiveren Abwehr, nahm so dem deutschen Spiel auch mal den Rhythmus im Spielaufbau und konnte so die Vorlage wahren. Deutschland hatte wie schon in den vergangenen Partien Probleme mit ihrer Chancenverwertung, geriet so mit vier Toren (5:9) ins Hintertreffen und Henk Groener musste nach zwölf Minuten mit der ersten Auszeit nachjustieren.

Probleme mit der Chancenverwertung




Deutschland steigerte sich in der Defensive, schaffte es nun auch mal die serbische Achse mit Rückraum und Kreis ein wenig unter Kontrolle zu bekommen. Allerdings sorgten die verpassten Chancen in der Offensive für ein weiteres Anwachsen des Rückstands auf fünf Tore (7:12).

Henk Groener setzte unter anderem auch mit der Einwechselung von Isabell Roch einen Impuls und die Dortmunderin konnte gleich mit einer das 9:12 (21.) der ebenfalls eingewechselten Maren Weigel ermöglichen. Auch Shenia Minevskaja, die im zentralen Rückraum für Entlastung von Kim Naidzinavicius sorgte, konnte neben guten Anspielen und Steals auch beim 11:13 (23.) aus dem Feld treffen.

Ljubomir Obradovic nahm nun seine Auszeit, um sein Team wieder in die Spur zu bringen. Aber Deutschland war nun im Spiel und konnte auch im zweiten Anlauf dann mal durch Naidzinavicius in Überzahl zum 15:15 ins verwaiste serbische Tor treffen.

Serbien hatte wenig später noch die Rote Karte gegen Dijana Radojevic hinzunehmen, eine Folge der sehr restriktiven Linie der rumänischen Schiedsrichterinnen auf beiden Seiten, die der Linie aus dem gestrigen Spiel von den Französsinnen komplett entgegenstehen würde. Dennoch schaffte es das Obradovic-Team in der Vorlage zu bleiben und als Naidzinavicius dann an Risovic scheiterte, konnte Jelena Lavko noch zum 17:19 einnetzen.

Starke Abwehr zwingt Serbien zu Fehlern




Dinah Eckerle kam zum Beginn der zweiten Halbzeit wieder zurück, doch Serbien machte nun auch Fehler, die Deutschland schnell die Chance zum Abarbeiten des Rückstands ermöglichten. Unter anderem unterliefen den Kreisläuferinnen nun auch Offensivfouls und auch Spielmacherin Liscevic patzte im Aufbau. Bei Deutschland bewiesen vor allem Julia Behnke und Shenia Minevskaja Nervenstärke, die erste deutsche Führung zum 21:20 (38.) konnte dann Amelie Berger im Gegenstoß erzielen.

Ljubomir Obradovic nahm eine Auszeit, vor allem die serbische Defensive konnte nun auch Fehler im deutschen Spiel erzwingen. Ein klares Plus hatte Deutschland im Konterspiel - nach Bergers 23:22 (42.) stand ein Verhältnis von 5:0 zu Buche. Die Linkshänderin aus Bietigheim hatte einen Sahnetag erwischt, legte gleich beim 24:23 von Rechtsaußen dann ihren sechsten Treffer nach.

Als Serbien dann Emily Bölk mit einer kurzen Deckung aus dem Spiel nahm, reagierte Henk Groener direkt mit einer Auszeit und wirkte beruhigend auf sein Team ein. Das DHB-Team schien die größeren Reserven zu haben - hatte aber nun nicht das nötige Glück im Abschluss, um sich dann weiter zu lösen. Minevskaja scheiterte beim Siebenmeter an Risovic, Grijseels Wurf landete am Lattenkreuz.

Entscheidung in der Schlussminute




So blieb es Spitz auf Knopf, beim Stand von 25:24 und Unterzahl musste Eckerle mit einer starken Parade gegen Jelena Lavko den möglichen Ausgleich verhindern. Nach sechs torlosen Minuten und dem 25:25 (55.) von Pop-Lazic nahm Henk Groener seine letzte Auszeit und forderte die spielerische Disziplin ein.

Emily Bölk konnte mit ihrer individuellen Klasse sich aus der Sonderbewachung lösen und ihr Team in der Vorlage halten. Das DHB-Team fand nun auch die nötigen Lösungen, wie bei Stolles Durchbruch zum 27:26 (57.). Die Linkshänderin übernahm nun die Verantwortung, Serbien blieb aber auf Augenhöhe.

In der Schlussminute war es dann Berger, der gegen Risovic die Chance zur Führung liegen ließ und Obradovic nahm 22 Sekunden vor dem Ende die Auszeit für den finalen Spielzug. Unter Passivvorwarnzeichen konnte sich Lavko zu einem Siebenmeter durchtanken und Kristina Liscevic erzielte den spielentscheidenden Siebenmeter zum 28:29-Endstand.