07.12.2019 16:46 Uhr - Weltmeisterschaft - Wieland Berkholz

"Weltspitze recht breit aufgestellt" - Kelly Dulfer über Henk Groener, Auftaktniederlage und Duell mit DHB-Team

Kelly Dulfer - hier im Duell mit dem DHB-Team bei der EM 2018Kelly Dulfer - hier im Duell mit dem DHB-Team bei der EM 2018
Quelle: Michael Schmidt
Nicht nur für Bundestrainer Henk Groener ist das morgige Duell der deutschen Auswahl gegen die Niederlande ein besonderes Duell - dies gilt umgekehrt auch für zahlreiche Spielerinnen der "Oranje", die unter Henk Groener für die niederländische Auswahl spielten oder in der deutschen Bundesliga aktiv sind bzw. waren. Kelly Dulfer beispielsweise ist in Dortmund aktiv. Im Interview mit Wieland Berkholz spricht sie über die Verbindung zu Henk Groener, die besondere Situation sowie die Erkenntnisse, die das Team aus der Auftaktniederlage zog - das nach dem Ausscheiden der Sloweninnen allerdings zum Streichergebnis wurde, so dass die Niederlande mit 4:0 Punkten in die Hauptrunde starten.

Sie kennen Henk Groener seitdem Sie die Juniorenauswahlmannschaften der Niederlande durchlaufen haben. Auch in der A-Auswahl haben Sie unter seiner Leitung gespielt. Was für ein Typ Trainer ist er?

Kelly Dulfer:
Henk ist ein sehr ausgeglichener Mensch, dem die Atmosphäre im Team sehr wichtig ist. Er setzt den Spielerinnen keine sehr engen taktische Vorgaben und übergibt viel Eigenverantwortung. Wir sind uns vorhin auch gerade im Hotel begegnet, welches die deutsche Mannschaft heute bezogen hat.

Ist es ein Vorteil, dass Henk Groener Ihr Team sehr genau kennt?

Kelly Dulfer:
Sicherlich ist es von Vorteil, aber auch wir kennen die deutschen Spielerinnen sehr genau, da ja viele von uns in der Bundesliga spielen.

Hat Ihr Trainer Emmanuel Mayonnade diese Spielerinnen in die Vorbereitung auf das Spiel einbezogen?



Kelly Dulfer:
Er hat uns schon nach unserer Meinung gefragt. Es wäre ja auch merkwürdig wenn nicht, da er die Bundesliga, in der fast alle deutschen Spielerinnen spielen, nicht so gut kennt.

Nach der Auftaktniederlage gegen Slowenien bemerkte Merel Freriks, dass Ihre Mannschaft die Deckung umgestellt hat. War dies eine kollektive Entscheidung?

Kelly Dulfer:
Wir spielen kein grundlegend neues System unter Emmanuel Mayonnade. Gegen Slowenien haben wir uns verkalkuliert: Wir wollten gegen die starken Rückraumspielerinnen schon früh aus der Deckung heraustreten. Dadurch wurden die Lücken aber zu groß. Danach haben wir gemeinsam mit den Trainerteam diese Fehler ausgewertet und konnten dann auch die anderen Spiele gewinnen.

Jetzt gehen Sie mit vier Pluspunkte in die Hauptrunde und haben sehr gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinales. Bei der Europameisterschaft in Frankreich konnten die Niederlande Deutschland noch deutlich schlagen. Was erwarten Sie morgen für ein Spiel?

Kelly Dulfer:
Die deutsche Mannschaft hat in ihrer starken Vorrundengruppe glaube ich ziemlich überrascht. Ich bin natürlich gespannt auf die Begegnung. Die bisherigen Begegnungen zeigen wie auch bei den letzten Turnieren, dass die Weltspitze recht breit aufgestellt ist. Ich denke, dass bis zu zehn Mannschaften sich gegenseitig schlagen können.

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