03.12.2019 12:02 Uhr - Weltmeisterschaft - Wieland Berkholz

Chinas Nationaltrainer Heine Jensen: "Denke, dass Jörn-Uwe Lommel hier gut Arbeit gemacht hat"

Heine Jensen sitzt bei der WM auf der chinesischen BankHeine Jensen sitzt bei der WM auf der chinesischen Bank
Quelle: Wieland Berkholz
Der Markt für ausländische Damentrainer außer- und innerhalb Europas ist in den letzten Jahren gewachsen. Bei der aktuellen Weltmeisterschaft vertrauen beispielsweise Gastgeber Japan, Angola, China, Montenegro, Rumänien und Ungarn auf die Expertise skandinavischer Experten. Mit Heine Jensen übernahm kurz vor der Weltmeisterschaft ein ehemaliger Bundestrainer die chinesische Nationalmannschaft. Dort war zuvor der Vertrag des langjährigen Co-Trainers der Füchse Berlin Jörn-Uwe Lommel nicht verlängert worden. Wieland Berkholz hatte die Gelegenheit für handball-world mit Heine Jensen über sein derzeitiges Engagement zu sprechen.

Herr Jensen, Sie waren zuletzt als Nationaltrainer für die slowakische Herrenauswahl zuständig. Wie kam es zu dem Engagement als Nationaltrainer der VR China?

Heine Jensen:
Da ich mit meiner Partnerin zwei kleine Kinder von ein und drei Jahren habe, bestand die Absprache, dass unser Lebensmittelpunkt für die nächsten Jahren in Norwegen sein wird. Ende September, als der Vertrag mit Jörn-Uwe Lommel nicht verlängert wurde, kam dann die Anfrage, ob ich nicht helfen könnte.

Dabei geht es um ein Engagement bis zur Olympiaqualifikation im kommenden März. Ich habe den chinesischen Verband darauf hingewiesen, dass der Wechsel des Trainers kurz vor sie einem großen Turnier nicht unbedingt ratsam sein. Auch denke ich, dass Jörn-Uwe Lommel hier angesichts der Ergebnisse gute Arbeit geleistet hat.

Doch die Entscheidung war schon gefallen und so bin ich diesen Vertrag eingegangen. Die Mannschaft wird auch im Dezember allein drei Wochen in Norwegen trainieren, was meiner familiären Situation natürlich entgegenkommt.

Wie lange konnten Sie Ihre Mannschaft vor dem Turnier kennenlernen?



Heine Jensen:
Ich war den kompletten Oktober in China. Nach dem Finale der chinesischen Meisterschaft wurden 24 Spielerinnen in den vorläufigen Kader berufen. Dabei wurde schon unter Jörn-Uwe Lommel ein Umbruch eingeleitet und das Team ist sehr jung.

Im 24-er Kader waren acht Spielerinnen, welche jünger als 19 Jahre alt waren. Ich habe mich dann für die Spielerinnen mit der meisten Erfahrung entschieden. Aber auf der wichtigen halblinken Position habe ich beispielsweise zwei Juniorinnen dabei.

Mit der Torhüterin Yu Rou Yang spielt eine Spielerin im Ausland beim norwegischen Spitzenklub Vipers Kristiansand. Sehen Sie weitere Spielerinnen mit Potenzial für eine europäische Liga?

Heine Jensen:
Yu Rou Yang wurde im Rahmen des IHF-Entwicklungsprogramm unterstützt und hat im letzten Sommer in einem Trainingslager überzeugt. Bei den Vipers fällt eine Torhüterin mit einer schweren Verletzung lange aus und so hat sie die Chance in der Champions League zu spielen. Dieses Wettkampfniveau merkt man ihr natürlich sehr positiv an. Für die Entwicklung wären weitere Wechsel nach Europa natürlich hilfreich.

Wie funktioniert die Kommunikation?

Heine Jensen:
Einige Spielerinnen verstehen ganz gut Englisch und ein Übersetzer ist immer dabei. Es bleibt natürlich eine Herausforderung.

Welche Schritte, außer dem IHF-Förderprogramm, unternimmt der chinesische Verband, um die Mannschaft zu entwickeln?

Heine Jensen:
Vor allem liegt der Fokus darauf Wettkampfhärte im Vergleich mit europäischen Mannschaften zu entwickeln. Für die direkte Vorbereitung auf diese Weltmeisterschaft wurde das norwegische Erstligateam von Aker Topphandball nach Peking eingeladen. Das war sehr hilfreich.

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